Begriffsdefinition, Nomenklatur, Klassifikation

  • H. Mathies
Part of the Handbuch der inneren Medizin book series (INNEREN, volume 6 / 2 / A)

Zusammenfassung

In Anbetracht des oft unterschiedlich und teils widersprüchlich gebrauchten Rheumabegriffes erscheint eine klare Begriffsdefinition erforderlich. Sie wird erleichtert durch eine Betrachtung der historischen Entwicklung des Rheuma- Begriffes bis hin zum Fach der Rheumatologie als Spezialgebiet. Die Begriffsentwicklung ging dabei in manchen Ländern etwas verwirrende abweichende Wege. Das hat seinen Grund darin, daß sich die Rheumatologie als Spezialgebiet in den einzelnen Ländern zu verschiedenen Zeiten etablierte und der jeweilige Stand des Wissens natürlich auch die Auffassung von der Rheumatologie nachhaltig beeinflußte. Damit ganz eng verknüpft ist die Tatsache, daß sich gewisse schwerpunktmäßige Unterschiede in der Auffassung finden, je nachdem, von welchem fachlichen Blickpunkt aus (Physikalische Medizin, Orthopädie, Rehabilitation, Sozialmedizin, innere Medizin usw.) die Rheumatologie zum Zeitpunkt der Verselbständigung gesehen wurde. Somit spielen auch standespolitische Erwägungen in die Begriffsdefinition hinein. Wir sehen heute den Rheumatismus als Sammelbezeichnung für bestimmte Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates an, ohne daß damit eine diagnostische bzw. sogar differentialdiagnostische Aussage getroffen wird. Die Rheumatologie befaßt sich also insgesamt mit allen diesen im einzelnen definierten Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa so, wie die Gastroenterologie die unterschiedlichsten definierten Erkrankungen im Abdominalbereich zusammenfaßt. Eine moderne Rheumatologie wird von mehreren Fachgebieten, in erster Linie von der inneren Medizin und von der Orthopädie, getragen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • H. Mathies

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