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Zusammenfassung

Massivbluttransfusionen sind sowohl mit der Gefahr von Hämostasestörungen als auch mit der Ausbildung eines akuten Atemnotsyndroms belastet. Dieser Tatbestand ist einerseits auf die Erschöpfung des Hämostasepotentials, andererseits auf eine gesteigerte Aggregatbildung mit Freisetzung cytotoxischer Mediatoren im Konservenblut zurückzuführen [21, 175, 244, 269, 302]. Beide Komplikationen können in der Posttransfusionsphase lebensbedrohliche Ausmaße erreichen: So kann eine nach Schock oder Trauma bereits bestehende Gerinnungsstörung durch den Einsatz alter Blutkonserven potentiert und eine diffuse unstillbare Blutungsneigung ausgelöst werden [54,131, 189, 263,301]. Desungeachtet droht aufgrund einer aggregatbedingten Mikroembolisation der Lungenstrombahn die Manifestation einer respiratorischen Insuffizienz [45,48,184, 233,235, 295]. In Anbetracht der stetigen Ausweitung komplizierter operativer Eingriffe, welche zwangsläufig mit einem erhöhten Blutbedarf verbunden sind, kommt den genannten Störungen eine zunehmende klinische Bedeutung zu. Die vorliegenden Untersuchungen sollten daher die Wechselwirkungen zwischen Massivbluttransfusionen, Hämostase und pulmonaler Mikrozirkulation objektivieren, um die Kenntnisse über die zahlreichen transfusionsbedingten Reaktionen zu vertiefen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • H. Harke
    • 1
  1. 1.Abt. Anaesthesiologie im Zentrum für interdisziplinäre FächerChristian-Albrechts-Universität KielKielGermany

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