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Die Serumkonserve als supportive Therapie bei der zytostatischen Behandlung metastasierter Hodentumoren

  • J. H. Hartlapp
  • R. E. Schmidt
  • H. J. Illiger
Conference paper

Zusammenfassung

Bei metastasierten Hodentumoren ist durch den kombinierten Einsatz von Operation und Chemotherapie definitive Heilung möglich. In der Literatur werden Heilungsraten zwischen 50 und 70% angegeben [1–5]. Die dabei eingesetzten Zytostatikakombinationen induzieren neben verschiedenartigen weiteren Nebenwirkungen eine erhebliche Granulozytopenie. Als Folge dieser passageren Myelosuppression kommt es gehäuft zu Septikämien. Mit einem letalen Ausgang ist in 2–5% der Fälle zu rechnen. Bei klinischer Manifestation des Infekts sind die auslösenden Keime zumeist unbekannt. Es müssen daher Breitbandantibiotika, im Einzelfall auch Granulozytentransfusionen eingesetzt werden. Der Wert zusätzlicher Immunglobulingaben ist noch unklar. Aus eigenen Untersuchungen bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen wird jedoch deutlich, daß durch die Chemotherapie sowohl ein zellulärer als auch ein humoraler Immundefekt induziert wird [6]. Langzeitbeobachtungen nach vorausgegangener Chemotherapie bei Patienten mit metastasierten Hodentumoren ließen erkennen, daß es in 81%) der Fälle zu einer signifikanten Abnahme der Immunglobuline der Klasse IgG, in 43% der Klasse IgA und 76% der Klasse IgM kommt. Voruntersuchungen zur Infektprophylaxe nach aggressiver Chemotherapie bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen mit hochdosierten intravenös zu applizierenden Immunglobulinen ergaben eine deutlich geringere Anzahl von Infekten sowie günstigere Temperaturverläufe während der Myelosuppression [7].

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • J. H. Hartlapp
  • R. E. Schmidt
  • H. J. Illiger

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