Indikationen und Verfahrenswahl

  • G. Paumgartner
Conference paper
Part of the Interdisziplinäre Gastroenterologie book series (GASTROENTEROLOG)

Zusammenfassung

Jede diagnostische und therapeutische Erwägung beim Verdacht auf eine akute Cholecystitis muß davon ausgehen, daß in mehr als 90% aller akuten Entzündungen der Gallenblase eine Cholelithiasis vorliegt. Das primum movens ist fast immer ein Cysticusverschluß. Diesem mechanischen Faktor gesellen sich chemische (Freisetzung lysosomaler Enzyme aus der geschädigten Schleimhaut, Bildung von Lysolecithin) vasculäre (Kompression der A. cystica durch Ödem, Veränderungen an den Wandarteriolen) und/oder bakterielle (in ca. 50% Besiedelung mit Keimen vor allem der Darmflora) Faktoren hinzu. Dadurch wird der klinische Verlauf der akuten Cholecystitis, die an sich eine relativ große Spontanheilungstendenz zeigt, entscheidend beeinflußt. So leisten z. B. Gefäßveränderungen und/oder eine verminderte Infektabwehr bei Diabetikern einem nekrotisierenden und/oder einem septischen Verlauf Vorschub. Dem muß im therapeutischen Konzept Rechnung getragen werden. Cysticusverschlüsse ohne Steine (Tumor, Lymphknoten, Cysticustorsion etc.) sind selten, ebenso wie Entzündungen der Gallenblase, bei denen eine mechanische Kom-ponente fehlt und eine bakterielle (systemische Infektion, Sepsis) oder vasculäre Ursache (Vasculitis, embolische oder arteriosklerotische Verschlüsse der A. cystica) im Vordergrund steht. Die Pathogenese der heute häufiger beobachteten Cholecystitis nach längerer Nahrungskarenz (parenterale Ernährung) ist noch nicht vollständig geklärt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • G. Paumgartner

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