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Die Reine Rechtslehre von Hans Kelsen und die formallogische Rechtfertigung der Kritik an dem Pseudoschluß vom Sein auf das Sollen

  • Ulrich Klug

Zusammenfassung

Zu den Basisthesen der Reinen Rechtslehre von Hans Kelsen zählt der bekannte Satz von der prinzipiellen Unterscheidung zwischen Seins-Aussagen und Sollens-Aussagen mit der Konsequenz, „daß daraus, daß etwas ist, nicht folgen kann, daß etwas sein soll, so wie daraus, daß etwas sein soll, nicht folgen kann, daß etwas ist.“1 Obwohl das, wie man meinen möchte, schon auf den ersten Blick als logisch zwingend erscheinen sollte, ist dieser Dualismus von Sein und Sollen, auf dem Kelsens Analyse und Theorie des positiven Rechts aufbaut, immer wieder das Ziel lebhafter Angriffe geworden. Das Motiv der Proteste ist klar, denn schon an dieser Stelle, also bereits bei der Grundlegung der Reinen Rechtslehre, wird die ausschlaggebende Entscheidung für das Naturrechtsproblem getroffen. Falls nämlich die These richtig ist, dann kann es keine Deduktion von Normen für das Verhalten der Menschen aus der Natur als etwas Seiendem geben, wie immer der Begriff der Natur verstanden wird, ob als Natur des Menschen oder als Natur der Sache, ob als empirische oder apriorische Natur, als Wesen des Seins oder als ein sonstiges Etwas. Stets können Normen nur aus Normen abgeleitet werden. Mit Recht weist Kelsen darauf hin, daß der Dualismus von Sein und Sollen keinesfalls bedeute, Sein und Sollen stünden beziehungslos nebeneinander.2

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • Ulrich Klug
    • 1
  1. 1.Kriminalwissenschaftliches Institut der UniversitätKöln 41Germany

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