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Knocheninfektionen

  • K. P. Schmit-Neuerburg
Conference paper

Zusammenfassung

Ätiologie und Pathogenese der Knocheninfektionen haben in den letzten 20 Jahren einen Wandel erfahren. 90% der Knocheninfektionen entstehen heute im Zusammenhang mit offenen Frakturen, Osteosynthesen und Implantaten. Der Anteil hämatogener Osteomyelitiden, der von 1954 bis 1963 noch 34,6% betrug, ist dagegen auf unter 10% gesunken. In der Pathogenese stehen daher nicht mehr die schweren Allgemeininfektionen der hämatogenen Osteomyelitis, sondern lokale Faktoren im Vordergrund: Mangeldurchblutung des Knochens und der Weichteile, Avaskularität von Fragmenten, knöcherne Instabilität und Gewebenekrose oder Hämatome im Bereich metallischer Implantate. Sie bilden den eigentlichen Nährboden für die exogene oder endogene Keimbesiedlung und -Vermehrung. Die posttraumatische oder postoperative Knocheninfektion ist daher eine typische Komplikation der Knochen- und Gelenkchirurgie, die trotz strenger Asepsis, Reinraumtechnik im Knochen-OP und gewebeschonender Operationstechniken angesichts der steigenden Häufigkeit chirurgischer Eingriffe an Knochen und Gelenken nicht vollständig vermeidbar ist. Durch Früherkennung und adäquate Therapie läßt sich jedoch die Entwicklung schwerer Knochendestruktionen und chronischer Verlaufsformen mit Funktions- oder Gliedmaßenverlust vermeiden. Selbst bei ungünstiger Ausgangssituation im chronischen Infektstadium gelingt es, in 70% der Fälle ein gutes Behandlungsergebnis mit Wiederherstellung der Funktion, knöcherner Stabilität und fistelfreiem Weichteilverschluß zu erzielen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • K. P. Schmit-Neuerburg

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