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Das Krankenhaus — eine therapeutische Institution

  • T. F. Main

Zusammenfassung

Traditionsgemäß ist das Krankenhaus ein Ort, wo kranke Menschen Schutz vor den Stürmen des Lebens finden, wo sie Pflege und Zuwendung von den Schwestern und dem übrigen Pflegepersonal erhalten können sowie die ganz persönliche Aufmerksamkeit eines erfahrenen Arztes. Die Auffassung vom Krankenhaus als einem Ort der Zuflucht bedeutet jedoch zu oft, daß die Patienten ihres Status als verantwortungsbewußte Individuen beraubt werden. Zu oft werden sie als „gut“oder „schlecht“bezeichnet, abhängig davon, wie weit sie sich passiv den institutionellen Forderungen nach Wohlverhalten, Abhängigkeit und Dankbarkeit fügen. Die feine traditionelle Mischung aus Nächstenliebe und Disziplin, in die die Patienten hineingeraten sind, ist eine erprobte Verfahrensweise, den Patienten ihre Selbstverantwortlichkeit zu nehmen und sie so zu „Patienten“zu machen. Auf diese Weise bereiten sie dem Krankenhauspersonal weniger Ärger. Krankenhäuser, die diese orthodoxe Auffassung vertreten, sind gewöhnlich für die Einzeltherapie des einzelnen Patienten durch einen einzelnen Arzt geplant. Die Therapie bezieht dabei nicht das reale soziale Umfeld mit ein, sondern ist von diesem eher abgerückt. Die Krankenhausmaschinerie neigt dazu, den Patienten, der auf diese Weise isoliert und beherrscht wird, sogar während seiner Freizeitbeschäftigung und der sonstigen Aktivitäten, die zwischen den Therapien hegen, im Griff zu behalten.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • T. F. Main

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