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25 Jahre DGAI pp 788-790 | Cite as

Einleitungsreferat

Conference paper
Part of the Anaesthesiologie und Intensivmedizin / Anaesthesiology and Intensive Care Medicine book series (A+I, volume 130)

Zusammenfassung

Jeder Arzt ist mit dem Problem von Mißempfindungen, insbesondere von Schmerz und Unruhe, bei seinen Patienten konfrontiert. Die Sonderstellung des Anaesthesisten beruht zunächst auf den überwiegend im operativen Sektor ausgeübten Techniken, eine Empfindungslosigkeit herbeizuführen, wobei die völlige oder teilweise Ausschaltung anderer Funktionen, wie Bewußtsein, Motorik, zentrale und periphere Steuerungs-und Schutzmechanismen, in Kauf genommen wird. Ihre biologischen Effekte müssen vom Anaesthesisten übernommen bzw. kompensiert werden. Wir können die psycho-physische Gesamtsituation eines Kranken eingebettet sehen in ein Netzwerk von zahlreichen Wirkungskräften, das Abb. 1 in nur vergröberter Annäherung darzustellen versucht. Wir dürfen nicht verkennen, daß jeder der hier aufgeführten Faktoren unter bestimmten Bedingungen vitale Bedeutung erlangen kann. Ich darf an die von Beecher geschilderten Todesfälle durch Voodoo und an seine Untersuchungen über Plazeboeffekte aufgrund von unspezifischen Einflüssen erinnern. Die allgemeine und lokale Anaesthesie greifen relativ grob in das Netzwerk ein und setzen es ganz oder teilweise außer Betrieb, allerdings für eine mehr oder weniger begrenzte Zeit.

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Literatur

  1. 1.
    Beecher, H.K.: Die Plazebo Wirkung als unspezifischer Wirkungsfaktor im Bereich der Krankheit und der Krankenbehandlung. In: Janzen, R., W.D. Keidel, A. Herz, C. Steichele (Hrsg) Schmerz, S. 187–193. Thieme: Stuttgart 1972Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1980

Authors and Affiliations

  • E. Kolb

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