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Freie Haut-Fascien-Transplantate bei der Tympanoplastik

  • Werner Prott
Conference paper

Zusammenfassung

Bei der Rekonstruktion zerstörter Trommelfelle werden heute überwiegend freie Haut-Faszien-Transplantate verwendet. Die Haut wird als Vollhaut oder Spalthaut gewonnen und dient als äußerer Wundverband sowie zum Infektionsschutz. Die Faszie erwies sich als wesentlich genügsamer hinsichtlich der Ernährung und zeigt eine wesentlich geringere Nekroseneigung. Da diese freien Doppeltransplantate insofern einen ungünstigen Nährboden finden, da sie über der lufthaltigen Pauke angebracht werden und nur vom Rande her einen Gefäßanschluß finden können, erfolgt die erste Phase der plasmatischen Ernährung zusätzlich durch eine flüssigkeitsgefüllte Gelatine in der Pauke. Diese Methode nach Wullstein (1952) hilft dem Transplantat in der ersten Ernährungsphase zwischen 15 min und 6 Tagen zu überleben. Anhand experimenteller Untersuchungen von Bandtlow (1967) wird der Einfluß der Gewebedicke auf den Ablauf der Diffusion in menschlicher Vollhaut, die Abhängigkeit der Diffusion innerhalb der Transplantate vom Füllungszustand des Gelatineschwamms sowie die Diffusion in Gewebekombinationen beim Menschen aufgezeigt. Die am 6. Tage bereits nachweisbare Revaskularisierung vom Rande her erfolgt zunächst getrennt in der Faszien- und Hautschicht. Am 20. postoperativen Tag sind bereits deutliche Anastomosen zwischen den beiden Schichten nachzuweisen. An einem klinischen Beispiel wird eine Trommelfellperforation und deren Deckung durch ein kombiniertes Haut-Faszien-Transplantat fotographisch dokumentiert.

Summary

Combined skin-fascie grafts show the best results in the constructing tympanoplastic membrane. The first plasmatic circulation is supported by filling up the middle ear with wet gelatine. This method was introduced in tympanoplasty by Wullstein in 1952. Clinical and experimental investigations in animals by Bandtlow in 1967 have been demonstrated. The plasmatic nutrition began 15 min after transplantation of the skin graft. Revascularisation of the periphery starts 3 to 6 days later. Gelatine is the best method to give the transplantate a good chance of survival in the first 3 days after transplantation.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Werner Prott

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