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Aus der Arbeit der Universitätsinstitute

Das Historische Seminar
  • Werner Conze
  • Dorothee Mußgnug
Conference paper
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 23)

Zusammenfassung

Geschichte als modernes Fach mit beamteten Universitätsprofessoren und Gymnasiallehrern ist in Deutschland — nach bedeutender Vorgeschichte im 18. Jahrhundert — seit Beginn des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Philosophischen Fakultäten eingeführt worden 1). Mit dieser Einordnung wurden Forschung und Lehre der Geschichte in enge Verbindung zur Philologie mit ihren sich differenzierenden Fächern gebracht. Die Fakultätsgrenzen wirkten sich gegenüber anderen historischen Fächern trennend aus, so gegenüber den Kirchenhistorikern in der Theologischen, den Rechtshistorikern in der Juristischen und den Medizinhistorikern in der Medizinischen Fakultät. Auch die Verbindung zu den im 18. Jahrhundert ausgebildeten, im 19. Jahrhundert allmählich auslaufenden „Staatswissenschaften“, damit besonders zur Nationalökonomie, schwächte sich ab. Das solcherart eingeengte Fach mit dem gleichwohl allumgreifenden Namen umfaßte anfangs ungetrennt die gesamte antik-europäische Geschichte, spaltete sich aber um die Mitte des 19. Jahrhunderts in alte, mittelalterliche und neuere Geschichte mit den entsprechenden Lehrstühlen auf. Dabei wurde es zum Bedürfnis, sog. Seminare zu gründen. Merkmale dieser anfangs privaten „Exercitationes historicae“wurden allmählich: ein staatlich gewährter Etat, ein oder mehrere Sitzungs- und Arbeitsräume sowie eine im Ausmaß begrenzte Seminarbibliothek. Die in solchen Seminaren abgehaltenen „Übungen“sollten dem Erlernen der historischen Methode, nicht aber vornehmlich der Vermittlung von Kenntnissen dienen. Aus Seminaren sollten Forscher hervorgehen: Universitäts- und Gymnasiallehrer.

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Literatur

  1. 2).
    Vgl. Hermann Heimpel: Über Organisationsformen historischer Forschung in Deutschland. Hist. Zschr. 189, 1959, S. 139 ff.Google Scholar
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    Gothein und Hampe waren eng befreundet, Hampe betonte aber bezeichnenderweise in seinem Nachruf in Hist. Zschr. 129, 1924, S. 476 vornehmlich die historischen und humanistischen Interessen und Neigungen Gotheins, weniger die Nationalökonomie und Wirtschaftsgeschichte.Google Scholar
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    Dem in Heidelberg geübten „schönen Brauch gemäß, daß dem nächststehenden Fachgenossen die Pflicht erwächst, den Dahingeschiedenen wissenschaftlich zu würdigen“(vor der Beerdigung) hielt Dietrich Schäfer die Gedenkrede. Hist. Zschr. 87, 1901, S. 56 ff.Google Scholar
  5. 6).
    Durand war ebenso wie damals auch Oberstudiendirektor Professor Dr. Emil Vierneisel noch einmal in den 50er Jahren Lehrbeauftragter am Historischen Seminar.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Werner Conze
  • Dorothee Mußgnug

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