Zur Kritik der Reinen Ökonomie

Die Neoklassik und die Methodenkontroverse
  • Hans Albert

Zusammenfassung

Analogien zwischen neoklassischem Empirismus und neoklassischer Ökonomie Die Lehre von der wissenschaftlichen Erkenntnis und die Lehre vom wirtschaftlichen Handeln scheinen zu ganz verschiedenen Bereichen des Denkens zu gehören. Die eine wird gemeinhin zur Philosophie gerechnet, sie gilt als der am meisten ausgearbeitete Teil der Erkenntnistheorie, als eine Theorie der exakten Erkenntnis, die sich mit der in den Einzel Wissenschaften arbeitsteilig betriebenen Erkenntnis, ihren Kriterien und Methoden befaßt und Gesichtspunkte für ihre Beurteilung bieten will. Die andere scheint zu den Sozialwissenschaften zu gehören. Sie stellt den theoretisch am stärksten entwickelten Teil des sozialwissenschaftlichen Denkens dar, eine Theorie des exakten Handelns1, die sich anscheinend vorwiegend mit bestimmten Aspekten menschlichen Verhaltens befaßt, wie sie in der Wirtschaft, in der arbeitsteilig betriebenen Versorgung der Bevölkerung mit Gütern aller Art, dominieren. Auch sie beschäftigt sich unter anderem mit Kriterien und Methoden und liefert Gesichtspunkte für die Beurteilung der Vorgänge dieses Bereichs. Nun ist aber die arbeitsteilig betriebene Erkenntnis selbst eine Industrie in dem weiten Sinne, in dem dieser Ausdruck im ökonomischen Denken mitunter verwendet wird, und sie gehört deshalb auch in den Gegenstandsbereich der Lehre von der Wirtschaft. Und andererseits gehört natürlich diese Disziplin selbst auch zum Objektbereich der Wissenschaftslehre, vielleicht aber sogar auch das in der Ökonomie analysierte Handeln der Menschen selbst, soweit Erkenntnis in ihm eine Rolle spielt.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Oder vielleicht besser: eine exakte Disziplin vom menschlichen Handeln; vgl. dazu Josef Schumpeter, Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie, 1908, 2. Auflage, Berlin 1970, S. 27 und passim.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. dazu Ludwig v. Mises, Grundprobleme der Nationalökonomie, Jena 1933, S. 7, S. 12; vgl. auch sein Werk: Human Action. A Treatise on Economics, 3rd rev. ed., Chicago 1966.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. dazu Thomas S. Kuhn, Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt 1967.Google Scholar
  4. 4.
    Würde man darüber hinaus verlangen, daß ihre Aussagen sogar logisch wahr sind, so würde das die Situation keineswegs verbessern. Weder in der Wirtschaftslehre, noch in der Wissenschaftslehre ließe sich diese Anforderung aufrechterhalten, ohne diese beiden Disziplinen radikal zu beschneiden.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. dazu Gunnar Myrdal, Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, Berlin 1932. Schon die Beiträge Max Webers zur Analyse der Werturteilsproblematik knüpfen an diese Ambivalenz an.Google Scholar
  6. 6.
    Wie mir scheint, ist die technologische Deutung der Probleme in beiden Fällen ein möglicher Ausweg, vgl. mein Buch: Traktat über rationale Praxis, Tübingen 1978.Google Scholar
  7. 7.
    Das gilt vor allem für die walrasianische Tradition, die heute in die allgemeine Gleichgewichtstheorie der Arrow-Debreu-Sehule ausgemündet ist.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Adorno u.a., Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, Neuwied/Berlin, 1969, 4. Aufl. 1974; mit Herbert Marcuse war allerdings sehr früh schon ein Positivismuskritiker in den USA tätig, der dort eine Version des Neomarxismus vertrat, die mit der Konzeption der „Frankfurter Schule“ andt war.Google Scholar
  9. 9.
    Charakteristisch ist in dieser Beziehung die Einleitung Theodor W. Adornos zu dem in Anm. 8, oben, erwähnten Buch, die zeigt, daß der Verfasser Karl Popper mit den von ihm kritisierten Po-sitivisten identifiziert.Google Scholar
  10. 10.
    Daß Herbert Marcuse von Heidegger beeinflußt ist, ist bekannt. Weniger bekannt ist der Einfluß dieses Philosophen auf Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel, deren z.T. gemeinsam entwickelte trichotome Wissenschaftslehre sich nicht nur in der Aufteilung des Wissens an Max Scheler anlehnt, sondern vor allem durch die Heidegger-Gadamersche universale Hermeneutik inspiriert ist; vgl. dazu meine Apel-Kritik in: Transzendentale Träumereien, Hamburg 1975.Google Scholar
  11. 11.
    Die Kritiker dieser Richtung waren — wie z. B. Norwood Russel Hanson und Stephen S. Toulmin — z. T. stark von Wittgenstein beeinflußt, teils vertraten sie verwandte Positionen, wie z. B. Thomas S. Kuhn, der überdies von Michael Polanyi beeinflußt sein dürfte, sowie von dem ziemlich unbekannten Ludwig Fleck, der der deutschen Hermeneutik nahestand. Paul Feyerabend dagegen argumentierte im Anfang mit Popper gegen den logischen Empirismus, um sich dann später Kuhn und Wittgenstein zu nähern.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. dazu Imre Lakatos/Alan Musgrave, Criticism and the Growth of Knowledge, Cambridge 1970.Google Scholar
  13. 13.
    Sogar sein früherer Hauptvertreter im deutschen Sprachbereich, Wolfgang Stegmüller, ist zu einer — in Anlehnung an Sneedsche Gedanken — formalisierten Version der Kuhnschen Auffassung übergegangen, mit der er gewisse Probleme besser bewältigen zu können meint; vgl. Wolfgang Stegmüller, Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Band II: Theorie und Erfahrung, 2. Halbband: Theorienstrukturen und Theoriendynamik, Heidelberg-New York 1973Google Scholar
  14. 13a.
    vgl. auch Stegmüller, Theoriendynamik und logisches Verständnis, in: Werner Diederich (Hrsg.), Theorien der Wissenschaftsgeschichte, Frankfurt 1974.Google Scholar
  15. 13b.
    Zur Kritik vgl. Lothar Schäfer, Theorien-dynamische Nachlieferungen, Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd. 31, 1977, S. 19ff.Google Scholar
  16. 13c.
    Paul Feyerabend, Changing Patterns of Reconstruction, British Journal for the Philosophy of Science, Vol. 28, 1977, S. 351 ff.CrossRefGoogle Scholar
  17. 14.
    Eine Kunstlehre von der Auslegung oder dem Verstehen ist sogar ein Desiderat einer realistischen Wissenschaftslehre der Sozial- und Kulturwissenschaften; vgl. dazu meinen Aufsatz: Hermeneutik und Realwissenschaft, in: Plädoyer für kritischen Rationalismus, 4. Aufl., München 1975Google Scholar
  18. 14a.
    Siehe auch: Karl Eibl, Kritisch-rationale Literaturwissenschaft, München 1976.Google Scholar
  19. 15.
    Daß die Erklärungsidee auch für die historischen Realwissenschaften bedeutsam ist, läßt sich kritisch gegen den methodologischen Historismus zeigen, der bis vor kurzem in ihnen vorherrschend war; vgl. dazu meinen Aufsatz: Geschichte und Gesetz. Zur Kritik des methodologischen Historismus in: Salamon (Hrsg.), Sozialphilosophie als Aufklärung, Tübingen 1979.Google Scholar
  20. 16.
    Vgl. meinen Beitrag: Erkenntnis, Sprache und Wirklichkeit, in der Festschrift für Gerhard Frey, Sprache und Erkenntnis, Hrsg. von Bernulf Kanitscheider, Innsbruck 1976.Google Scholar
  21. 17.
    Das ist die methodische Grundidee in Karl Poppers „Logik der Forschung“ Wien 1935, 6. Aufl., Tübingen 1976.Google Scholar
  22. 18.
    Etwa: Wenn im Raum Zeit-Gebiet x, y, z, t die Geldmenge rapide angewachsen wäre, dann hätte es in diesem Gebiet eine inflationäre Entwicklung gegeben; wenn man die Friedmansche Version der Quantitätstheorie voraussetzt.Google Scholar
  23. 19.
    Vgl. dazu Michael Küttner, Ein verbesserter deduktiv-nomologischer Erklärungsbegriff, Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie, Band VII, 1976, S. 274 ff.CrossRefGoogle Scholar
  24. 20.
    Der Ausdruck „Idealisierung“ist hier nicht normativ zu verstehen.Google Scholar
  25. 21.
    Vgl. dazu Imre Lakatos, Falsification and the Methodology of Scientific Research Programmes, in dem in Anm. 12, oben, erwähnten Buch, S. 135 f. mit Bezug auf Newtons Erklärung der Planetenbewegungen; dazu Alan Musgrave, Falsification and its Critics (vervielfältigt), S. 16 ff. mit einer Kritik an dem speziellen Gebrauch, den Lakatos von diesem Beispiel im Rahmen seiner Methodologie macht.Google Scholar
  26. 22.
    Ich bin z. Zt. nicht in der Lage festzustellen, inwieweit das v. Wiesersche Verfahren mit dem hier charakterisierten übereinstimmt.Google Scholar
  27. 23.
    Daß „Gedankenexperimente“dieser Art keinen Ersatz für reale Experimente bieten, wurde schon vor langer Zeit erkannt — auch in den Sozialwissenschaften: vgl. dazu: John Neville Keynes, The Scope and Method of Political Economy (1890), 4th ed. 1917, S. 182 — aber immer wieder vergessen.Google Scholar
  28. 24.
    Vgl. Karl Popper, La Rationalité et le Statut du Principe de Rationalité: Le Fondements Philosophiques des Systèmes Economiques. Text de Jacques Rueff et Essays en son Honneur, Paris 1967Google Scholar
  29. 24a.
    Vgl. auch Raymond Boudon, Education, Opportunity and Social Inequality. Changing Prospects in Western Society, New York 1973, S. 11 ff. und passim, für ein Beispiel eines solchen Erklärungsversuchs.Google Scholar
  30. 25.
    Vgl. Friedrich A. v. Hayek, Degress of Explanation, British Journal of the Philosophy of Science, VI, 1955.Google Scholar
  31. 26.
    Lakatos spricht hier von interpretativer Verwendung von Theorien, vgl. seinen oben erwähnten Aufsatz.Google Scholar
  32. 27.
    In der neueren wissenschaftstheoretischen Diskussion spielt in dieser Hinsicht das Beispiel der Optik in bezug auf astronomische Erklärungen eine große Rolle; vgl. Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang, Frankfurt 1976. Für die Sozialwissenschaften könnte die Eruierung soziologisch brauchbarer Daten mit Hilfe von Interviewtechniken eine analoge Bedeutung haben.Google Scholar
  33. 28.
    Vgl. Carl G. Hempel, Typologische Methoden in den Sozialwissenschaften, in: Ernst Topitsch (Hrsg.), Logik der Sozialwissenschaften, Köln/Berlin 1965, S. 85 ff.Google Scholar
  34. 28a.
    sowie William F. Barr, A Syntactic and Semantic Analysis of Idealizations in Science, Philosophy of Science, 38, 1971, und derselbe, A Pragmatic Analysis of Idealizations in Physics, Philosophy of Science, 41, 1974. Als Beispiel wird häufig das Boylesche Gesetz angeführt. Dieses Gesetz wurde bald nach seiner Formulierung als Idealisierung betrachtet, obwohl man die in Betracht kommenden idealen Bedingungen noch nicht spezifizieren konnte. Man konnte nur feststellen, daß es in gewissen Fällen eher zur Erklärung geeignet war als in anderen, daß also unter gewissen Bedingungen eine bessere Approximation erreichbar war; vgl. Barr, a.a.O., 1975, S. 54 f.Google Scholar
  35. 29.
    Die Konditionalisierung des Boyleschen Gesetzes durch Spezifizierung der betreffenden idealen Bedingungen wurde erst durch die Formulierung der kinetischen Gasttheorie erreicht, aus der sich eine entsprechende Aussage ableiten läßt; vgl. Hempel, a.a.O. und Barr, a.a.O.Google Scholar
  36. 30.
    So Barr, a.a.O., 1974, S. 60ff. unter Kritik an Hempel und Rudner.Google Scholar
  37. 31.
    Vgl. dazu schon Michael Polanyi, Personal Knowledge (1958), New York 1962, S. 20 u. S. 292 f., Thomas Kuhn, a.a.O., Paul Feyerabend, a.a.O., Imre Lakatos, a.a.O., der sogar von einem „Ozean von Anomalien“spricht; vgl. aber schon Josef Schumpeter, Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie, 1908, a. a. O., S. 60 und S. 528, wo das Anomalienpro-blem gesehen und methodologisch analysiert wird.Google Scholar
  38. 32.
    Es gibt auch Ratschläge dieser Art in der Wissenschaftslehre, wie z. B. den Dinglerschen Vorschlag der „Exhaustion“, der bei Thomas Kuhn de facto in bezug auf die sogenannte Normalwissenschaft wieder auftaucht.Google Scholar
  39. 33.
    Vgl. dazu etwa Morton Grosser, Entdeckung des Planeten Neptun, Frankfurt 1970, wo die Geschichte einer astronomischen Anomalie und ihrer Beseitigung im Rahmen des Newtonschen Systems analysiert wird.Google Scholar
  40. 34.
    Natürlich bin ich mir klar darüber, daß die Bezeichnung „neoklassisch“ganz verschieden verwendet wird und daß auch die Charakterisierung des Übergangs zum Grenznutzendenken als einer „Revolution“strittig ist; vgl. etwa R. D. Collison Black/A. W. Coats/Craufurd D., W. Goodwin, The Marginal Revolution in Economics, Durham 1973.Google Scholar
  41. 35.
    Vgl. dazu meinen Aufsatz: Individuelles Handeln und soziale Steuerung. Die ökonomische Tradition und ihr Erkenntnisprogramm, in: Hans Lenk (Hrsg.), Handlungstheorien interdisziplinär, IV. Band, München 1977, S. 184 ff.Google Scholar
  42. 36.
    Vgl. den ersten Abschnitt, oben.Google Scholar
  43. 37.
    Vgl. Léon Walras, Elements of Pure Economics or the Theory of Social Wealth, New York 1969, S. 40 und passim.Google Scholar
  44. 38.
    Vgl. dazu Walras, a.a.O., S. 71, 84, 211, 224, 282, 310, 381. Das gilt auch für andere Theoretiker, wie z. B. Cairnes, Pareto, Menger, Knight und Hicks.Google Scholar
  45. 39.
    Vgl. dazu meinen in Anm. 35 genannten Aufsatz.Google Scholar
  46. 40.
    In dieser Hinsicht brauche ich von meiner früheren — in mancher Beziehung defekten und überzogenen — Kritik nichts zurückzunehmen; vgl. meine Schrift: Ökonomische Ideologie und politische Theorie, Göttingen 1954.Google Scholar
  47. 41.
    Insofern ist auch gegen die Friedmansehe Verteidigung ökonomischer Idealisierungen nichts einzuwenden; vgl. Milton Friedman, The Methodology of Positive Economics, in seinem Aufsatzband: Essays in Positive Economics, Chicago 1953Google Scholar
  48. 41a.
    vgl. dazu aber: Terence W. Hutchison, The Significance and Basis Postulates of Economic Theory, 1938, 2nd ed. New York 1960, die erste Kritik am ökonomischen Denken unter Gesichtspunkten der modernen Wissenschaftslehre, weiter: Ernest Nagel, Assumptions in Economic Theory, American Economic Review, LIII/2, 1963Google Scholar
  49. 41b.
    Karl Brunner, „Assumptions“and the Cognitive Quality of Theories, Synthese, 20, 1969Google Scholar
  50. 41c.
    Hans Albert, Probleme der Theoriebildung, in: Theorie und Realität, Tübingen 1964, S. 32 ff.; und William F. Barr, 1971, a.a.O., S. 268 ff.Google Scholar
  51. 42.
    Vgl. dazu S. 16 ff., oben.Google Scholar
  52. 43.
    Das Dilemma der Friedman-Samuelson-Kontroverse über diese Fragen wird von Boland folgendermaßen ausgedrückt: „I think first of all, the perfect competition theory of the firm is simply false, and secondly, the imperfect competition theory, which is merely a generalization of the former, is at best pointless“; vgl. Lawrence A. Boland, Conventionalism, and Economic Theory, Philosophy of Science, 37, 1970, S. 244; das bedeutet, daß die letztere ihren „Realismus“durch ad hoc-Anpassungen erreicht, wobei sie eine Komplexität erreicht, die echte Erklärungen unmöglich macht. Bolands Lösung ist insofern radikal, als er das ganze Problem der Bewertung von Theorien als uninteressant zurückweist,Google Scholar
  53. 43a.
    vgl. dazu auch: Boland, Methodology as an Exercise in Economic Analysis, Philosophy of Science, 38, 1971, S. 105 ff., wo bestimmte Analogien zwischen Wohlfahrtsökonomie und Wissenschaftslehre betont werden.Google Scholar
  54. 44.
    In dieser Beziehung kann man Hayeks Argumenten zustimmen, vgl. Friedrich A. v. Hayek, Wirtschaftstheorie und Wissen, (1937) in seinem Aufsatzband, Individualismus und wirtschaftliche Ordnung, Erlenbach-Zürich, 1952, S. 49 ff., vgl. auch T. W. Hutchison, a.a.O., S. 104 ff., dessen Argumente keineswegs von der strengen Version des Falsifikationismus abhängen, die er damals vertrat.Google Scholar
  55. 45.
    Vgl. dazu Frank Knight, Risk, Uncertainty and Profit, 1921, New York 1964, S. 76–93, über die Annahmen der Konkurrenztheorie; zur Interpretation der Knightschen Darstellung, vgl. Barr, 1971, a.a.O., S. 266 f.Google Scholar
  56. 46.
    Wenn man zum Beispiel die Aussage: „Alle Personen handeln vollkommen rational“, als eine Konditionalaussage formuliert — also: „(x)(Px→ Rx)“, wobei als Wenn-Komponente: „Px“(„x ist eine Person“) auftritt -, muß, wie man leicht sieht, das Modell auf alle sozialen Phänomene ohne Einschränkung anwendbar sein, soweit diese Aussage in Betracht kommt.Google Scholar
  57. 47.
    Vgl. außer dem o.a. Buch von Hutchison den Aufsatz von Emile Grunberg, Bemerkungen über die Verifizierbarkeit ökonomischer Gesetze, in: Theorie und Realität, 2. Aufl., Tübingen 1972; und Spiro J. Latsis, Situational Determinism in Economics, British Journal for the Philosophy of Science, 23, 1972, besonders S. 219: „... the simplicity and ideal character of the model makes it difficult to locate and identify anomalies; for the fundamental assumptions and the initial conditions which have to be fulfilled, if the model is to be tested, are never exactly realizedCrossRefGoogle Scholar
  58. 47a.
    There is little guidance to indicate how much divergence is tolerable“. Lehrbücher, die solche Fragen analysieren, sind sehr selten. Eines davon ist das von Richard G. Lipsey, An Introduction to Positive Economics, London 1963, vgl. a.a.O., S. 55, S. 99–101, S. 266.Google Scholar
  59. 48.
    Vgl. dazu die Analyse Kurt W. Rothschilds in seinem Aufsatz, Price Theory and Oligopoly, Economic Journal, Vol. LVII, 1947, abgedruckt in: George Stigler/Kenneth Boulding (eds), Readings in Price Theory, London 1953, die einer solchen Orientierung entspricht und auf die Überwindung des neoklassischen Denkens gerichtet ist.Google Scholar
  60. 49.
    Vgl. dazu die Kritik Hutchisons in: „Crisis“in the Seventies: the Crisis of Abstraction, in seinem Aufsatzband: Knowledge and Ignorance in Economics, Oxford 1977, S. 62 ff., besonders S. 81 ff. zu F. H. Hahn. Methodisch besonders fragwürdig scheint mir das Bemühen zu sein, das ohnehin problematische Konkurrenzgleichgewicht aus möglichst schwachen Annahmen herzuleiten, ein Bemühen, das bei rein mathematischer Orientierung interessant sein mag, aber ansonsten im Gegensatz zu dem für die theoretischen Realwissenschaften charakteristischen Streben steht, möglichst starke Hypothesen zu finden, um damit viel erklären zu können.Google Scholar
  61. 50.
    Vgl. dazu den in Anm. 48 erwähnten Aufsatz Kurt Rothschilds und andere seiner Arbeiten; sowie etwa Erich Preiser, Besitz und Macht in der Distributionstheorie, in: Edgar Salin (Hrsg.), Synopsis, Heidelberg 1948, S. 331 ff.Google Scholar
  62. 51.
    Vgl. dazu die betreffenden Arbeiten in: Eirik G. Furubotn/Svetozar Pejovich, The Economics of Property Rights, Cambridge/Mass. 1974; im Rahmen des österreichischen Zweiges der Grenznutzenschule gab es übrigens schon vorher Hinweise dieser Art, z. B. bei Carl Menger und Eugen v. Böhm-Bawerk, und früher schon bei Vertretern der klassischen Ökonomie und der schottischen Moralphilosophie, die eine ihrer wesentlichen Quellen war. Vgl. dazu meinen in Anm. 35 oben erwähnten Aufsatz.Google Scholar
  63. 52.
    Vgl. etwa Anthony Downs, Ökonomische Theorie der Demokratie, Tübingen 1968Google Scholar
  64. 52a.
    Albert Breton, The Economic Theory of Representative Government, London 1974Google Scholar
  65. 52b.
    William A. Niskanen, Bureaucracy and Representative Government, Chicago/New York 1971.Google Scholar
  66. 53.
    Jedenfalls für diejenige Entwicklung, die — im Gegensatz zum Formalismus der allgemeinen Gleichgewichtstheorie — auf eine Überwindung neoklassischer Schwächen abzielt.Google Scholar
  67. 54.
    Vgl. dazu meine Kritik in: Erwerbsprinzip und Sozialstruktur, Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Band 19, 1968.Google Scholar
  68. 55.
    Vgl. dazu schon James S. Duesenberry, Income, Saving, and the Theory of Consumer Behavior, Cambridge/Mass., 1949, wo u. a. versucht wird, die Theorie des Anspruchsniveaus zu verwertenGoogle Scholar
  69. 55a.
    Sowie Harvey Leibenstein, Beyond Economic Man. A New Foundation for Microeconomics, Cambridge/London 1976Google Scholar
  70. 55b.
    Tibor Scitovsky, Psychologie des Wohlstands. Die Bedürfnisse des Menschen und der Bedarf des Verbrauchers, Frankfurt/New York 1977.Google Scholar
  71. 56.
    Vgl. dazu Harvey Leibenstein, a.a.O., aber auch die Arbeiten der eigentumsrechtlichen Richtung.Google Scholar
  72. 57.
    Z.B. noch in: John R. Hicks, Value and Capital (1939), 2nd ed., Oxford 1946; vgl. dazu meinen in Anm. 35 oben erwähnten Aufsatz, S. 189 f.Google Scholar
  73. 58.
    Vgl. schon Frank H. Knight, Risk, Uncertainty and Profit (1921) New York 1964Google Scholar
  74. 58a58b.
    Oskar Morgenstern, Wirtschaftsprognose, Wien 1928. Friedrich A. Hayek, Wirtschaftstheorie und Wissen, in seinem Aufsatzband: Individualismus und wirtschaftliche Ordnung, Erlenbach-Zürich 1952Google Scholar
  75. 58c.
    Natürlich John Maynard Keynes, The General Theory of Employment, Interest and Money, London 1936Google Scholar
  76. 58d.
    Dazu auch G. L. S. Shackle, Epistemics and Economics, Cambridge 1972.Google Scholar
  77. 59.
    Vgl. Axel Leijonhufvud, On Keynesian Economics and the Economics of Keynes, New York/London/Toronto 1968; und derselbe, Keynes and the Classics, Occasional Paper 30, Institute of Economic Affairs, London 1971.Google Scholar
  78. 60.
    Vgl. dazu vor allem Fred Hirsch, Social Limits to Growth, Cambridge/Mass. 1966, wo der soziale Kontext der Bedürfnisbefriedigung und des Verhaltens betont wirdGoogle Scholar
  79. 60a.
    Vgl. auch das o. a. Buch von Scitovsky und meinen Aufsatz: Zur Theorie der Konsumnachfrage, Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Band 16, 1965.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Hans Albert

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