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Organisatorische Grundlagen zur Behandlung chronisch Schmerzkranker

  • H. U. Von Gerbershagen
  • Ch. Panhans
Part of the Klinische Anästhesiologie und Intensivtherapie book series (KAI, volume 18)

Zusammenfassung

An verschiedenen deutschsprachigen Kliniken und Krankenhausern haben sich Schmerzarbeitsgruppen formiert. Sie sind entweder zusammengesetzt aus Ärzten einer medizinischen Disziplin (derzeit etwa je zur Hälfte Anästhesisten und Psychiater bzw. Neuropsychiater) oder aus mehreren Fachgebieten. Gemeinsam erscheint dem Außenstehenden bei der Mehrzahl der Gruppen zu sein, daß ihre Mitarbeiter, anfänglich überschwenglich an der Schmerzproblematik interessiert, die organisatorischen Fragen, die deutlich zum Erfolg oder Mißerfolg beitragen, zürückstellen. In einigen Fallen flihrte dieses Nichtvorausplanen, dieses nicht der Problematik angepaßte Denken zur personöchen Enttäuschung des einzelnen oder zur SchlieBung von Schmerzambulanzen und Schmerzstationen. Sicher sollte heute jeder Arzt vor der Organisation einer Schmerzbehandlungseinheit zwei Grundvoraussetzungen beachten:
  1. 1.

    Die Mehrzahl der chronischen Schmerzsyndrome können aus der Sicht nur eines Fachgebietes und mit den Methoden nur einer Disziplin nicht erfolgreich behandelt werden. Monotherapieformen — gleichgültig, ob invasive oder nichtinvasive Verfahren angewandt werden — werden nur in etwa 45 – 50% glinstige Dauerresultate erzielen. Multifaktorielle und multidiszipänare Therapie dlirften in 65 – 70% der chronischen Schmerzzustände erfolgreich sein.

     
  2. 2.

    Das Ziel jeglicher Schmerzbehandlung muß die Linderung der Schmerzen auf ein ertragliches Maß und nicht die Schmerzfreiheit seine Durch eine falsche Zielsetzung entstehen z. B. bei der medikamentösen Schmerztherapie Medikamentenmißbrauch und -abhängigkeit.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1978

Authors and Affiliations

  • H. U. Von Gerbershagen
  • Ch. Panhans

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