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Doctor und Barbier

  • Georg Fischer

Zusammenfassung

Im Hause des deutschen Burgers herrschte im 18. Jahrhundert ein strenges Familienleben. Das Schaffen am häuslichen Herd galt für Frau und Töchter als die höchste Bestimmung und wurde im Haushalt, der in einfachen meist knappen Verhältnissen sich bewegte, auf grosse Ordnung gehalten. Der Mann verlangte von Frau und Kindern ehrerbietige Unterwürfigkeit; sogar den Brüdern gestand man ein gewisses Uebergewicht vor den Schwestern zu. Die Bildung war im Allgemeinen nicht gross, dafür aber Mutterwitz und gesunde Heiterkeit im Hause zu finden. An Festtagen erschien der wohlhabende Burger in einem reich mit Gold und Silber gestickten Sammtrock, weiten Manschetten und feinen Spitzenjabots; auch waren Schuhe und seidene Strümpfe in Damengesellschaft durchaus nothwendig. Jung und Alt trugen an der Seite den Degen. Die Tracht der Frauen glich der heutigen Mode sehr: ein Thurm von Haaren, mit Bändern und Blumen geschmückt, zollhohe Absätze unter den Schuhen, Fischbeincorsets, welche die Taille einschnürten und den Busen vorpressten, grosse Reifröcke, Schleppen, ein geschminktes Gesicht, tout comme chez nous; es fehlen unseren Schönen nur die Pflästerchen auf Wange und Kinn.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 1978

Authors and Affiliations

  • Georg Fischer
    • 1
  1. 1.HannoverDeutschland

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