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Französische und englische Kriegschirurgie

  • Georg Fischer

Zusammenfassung

Vom Untergange des römischen Reiches bis zu den Zeiten der Kreuzzuge hörte man nichts von Militairchirurgie; sie schlummerte, um zuerst in Frankreich wieder zu erwachen. Als Ludwig der Heilige nach dem gelobten Lande wallfahrtete, war Pitard der Erste, welcher mit einigen anderen Chirurgen, die fast alle Mönche oder Priester neben ihren geistlichen Functionen auch die ärztliche Behandlung übernahmen, das Heer begleitete. Die späteren Generationen bekümmerten sich wenig um die Sorge für den verwundeten Krieger. Nur für ihre eigene Person nahmen Frankreichs Könige, Barone und Feldherrn in den Krieg Chirurgen mit, welche hie und da gegen Vergütung auch die Officiere behandelten, aber durchaus nicht dazu verpflichtet waren. Der gemeine Soldat blieb auf Quacksalber angewiesen, die im Gefolge des Heeres mit ihren Wundbalsamen und Geheimmitteln Wucher trieben. Auf den Schlachtfeldern wirthschafteten Weiber; sie legten Verbände an und sogen die Wunden aus. So war es in Frankreich und überall. Obwohl durch die Einfiihrung der Schusswaffe eine grosse Veränderung sowol im Kampfe, welcher nicht mehr zwischen Einzelnen, sondern zwischen grossen Massen stattfand, als in der Art der Verletzungen eintrat, und die Zahl der Verwundeten ausserordentlich zunahm, wurden noch immer keine Militairärzte in den Heeren angestellt. Erst Ambr. Paré, der während der Kriege von 1536–1569 ebenfalls nur im Dienst einzelner Fürsten stand, liess in ausgedehntem Maasse auch den verwundeten Soldaten seine Hülfe angedeihen, kann daher als der erste eigentliche Militairarzt angesehen werden. Welch’ grosses Ansehn dieser Chirurg im französischen Heere genoss, zeigte sich in der hart bedrängten Festung Metz, deren ganz entmuthigte Besatzung seine Ankunft als die grösste Hülfe ansah, welche ihr zu Theil werden konnte. Sein König, Carl IX., rettete ihn, den Reformirten, in der Bartholomäusnacht.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 1978

Authors and Affiliations

  • Georg Fischer
    • 1
  1. 1.HannoverDeutschland

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