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Morphologie der Ganglienzelle

  • Max Bielschowsky
Part of the Handbuch der Mikroskopischen Anatomie des Menschen book series (MIKROSKOPISCHEN, volume 4 / 1)

Zusammenfassung

In morphologischer Hinsicht ist die Ganglienzelle von allen übrigen Körperzellen durch die Mannigfaltigkeit ihrer Gestalt und durch beträchtliche Unterschiede im Volumen ihres Zelleibes sehr verschieden. In den kleinsten Exemplaren, wie wir sie in den Körnern der Kleinhirnrinde und der granulierten Schicht des Bulbus olfaetorius vor uns haben, beträgt der Durchmesser des Zellkörpers nur etwa 7 µ. Diesen winzigen Gebilden stehen die großen motorischen Zellen in den Vorderhörnern des Rückenmarks, im Deitersschen Kern und in der Substantia reticularis der Medulla oblongata gegenüber, deren größter Durchmesser — abgesehen von den Fortsätzen — 70 µ und darüber erreicht. Man hat selbstverständlich zu erklären versucht, welche Faktoren diese Differenzen veranlassen, und glaubte nach dem Vorgange von Pierret, daß ein proportionales Verhältnis zwischen der Größe des Zellkörpers und der Länge des aus ihm hervorgehenden Achsenzylinders bestehe. Für diese Annahme sprachen besonders Vergleiche zwischen den funktionell gleichwertigen motorischen Elementen in den verschiedenen Höhen des Rückenmarks. Tatsächlich sind die motorischen Zellen in der Cervical- und Lendenanschwellung, deren Achsenzylinder weite Strecken durchlauten müssen, um an die ihnen zugehörigen Muskelfasern zu gelangen, viel größer als diejenigen im Dorsalsack, für welche die zugehörigen Muskelelemente viel näher gelegen sind. Vergleicht man aber Zellform und Axonlänge an nicht homologen Elementen des Nervensystems, so sieht man, wie Ramón y Cajal mit Recht betont, daß diese Rechnung nicht ganz stimmt.

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© Verlag Von Julius Springer 1928

Authors and Affiliations

  • Max Bielschowsky
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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