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Heidelberger Vater-Seminare

Bild und Verständnis des Vaters im Wandel der Zeiten und Kulturen
  • Hubertus Tellenbach
Conference paper
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 20)

Zusammenfassung

Warum findet man als psychiatrischer Kliniker bei jugendlichen Schizophrenen ein Ausbleiben jener ambivalenten Auseinandersetzung mit dem Vater, aus deren Austrag in Opposition und Identifikation die ersten Konturen der Person des Kindes — des Sohnes vor allem — erwachsen? War es väterliche Autorität, die dem Sohn das Feld für den guten Krieg verwehrte? Ich erfuhr meistens Gegenteiliges: die Unverfügbarkeit des Vaters für den Sohn; sei es, daß der Vater zu sehr mit seiner Berufs-Rolle identifiziert war, als daß er sich den natürlichen Identifikationswünschen des Sohnes aufgeschlossen hätte; sei es, daß er die Ehe protestiert hatte; sei es, daß er nie eine Ehe eingegangen war; sei es, daß er schon tot war. — Weshalb — zum anderen — trug am Anfang der Studentenprotest so sehr die Vorzeichen des Vater-Protestes? Und gegen welche Väter war er gerichtet? Gegen die „autoritären“? Mitnichten! Die Verneinung galt vielmehr dem autoritätslosen Vater, der sich entzog, als man ihn aufforderte, sich zu legitimieren; dessen Wertschätzungen inkongruent waren zu seinem Handeln; kurzum: der der Auseinandersetzung nicht zur Verfügung stand. Dieser Vater war, was Blake zynisch einen „nobodaddy“nannte. Der Vater schien mehr denn je zuvor sich aus seiner Paternalität zurückzuziehen; es schien ihm das Sensorium dafür abhanden gekommen, daß er als Vater verloren war, wenn er nicht über seine „Rolle“hinaus sein wollte — falls er nicht überhaupt darauf verzichtete, eine Vaterrolle zu spielen.

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Literature

  1. 1).
    Inzwischen sind die ersten Referate unter dem Titel „Das Vaterbild in Mythos und Geschichte“(Ägypten — Griechenland — Altes Testament — Neues Testament) bei Kohlhammer/Stuttgart in Druck gegangen.Google Scholar
  2. 2).
    Die hier vorgelegte Abbreviatur der Referate entspricht aus Gründen besseren Überblicks nicht ganz der Reihenfolge, in der sie gehalten wurden.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1976

Authors and Affiliations

  • Hubertus Tellenbach

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