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Zur Frage der ästhetischen Farbbewertung

  • Werner Schultze
Chapter
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Zusammenfassung

Eine Stellungnahme zu ästhetischen Problemen der Farbenwahl und Farbengestaltung soll in diesem Buch nicht erfolgen. Es seien aber vom Standpunkt des Naturwissenschaftlers noch einige Worte gesagt über die mannigfachen Bestrebungen, zu einer Systematik und Bewertung der Farben nach ästhetischen Gesichtspunkten zu gelangen. Die kulturelle und auch wirtschaftliche Bedeutung, die eine solche Ordnung bringen könnte, ist unumstritten. Es wäre in jeder Beziehung wertvoll, von vornherein zu wissen, welche Farben harmonisch zueinander passen, welche Farben und Farbenzusammenstellungen für diesen oder jenen Zweck bevorzugt werden. Nachdrücklich muß aber betont werden, daß — bei voller Würdigung mancher bereits erreichter Ergebnisse — selbst die Grundlagen einer solchen Wertung noch recht umstritten sind, daß noch nicht einmal zwischen einem größeren Kreis von Beteiligten Einigung erzielt ist. Wenn diese Dinge einmal besser gesichert sein sollten, so wäre weiterhin zu prüfen, ob zwischen der auf naturwissenschaftlicher Basis aufgebauten Farbenordnung und den ermittelten Gesetzen oder Regeln der ästhetischen Bewertung ein Zusammenhang aufgefunden werden kann. Es ist aber sicherlich die falsche Reihenfolge, solche Zusammenhänge ermitteln zu wollen, bevor die ästhetische Bewertung überhaupt gesichert ist, oder gar auf Grund vermeintlicher Zusammenhänge die naturwissenschaftlich aufgebaute Farbenordnung umändern zu wollen. Es dürfte im beiderseitigen Interesse liegen, zunächst die getrennten Ziele getrennt zu verfolgen unter gegenseitiger Achtung der Möglichkeiten und Fähigkeiten. Dagegen ist es vernünftig, wenn naturwissenschaftlich aufgebaute Farbordnungen wie das Normvalenzsystem oder eines der anderen Farbsysteme für die Arbeiten auf farbästhetischem Gebiet als eine feste Grundlage zur objektiven Kennzeichnung der Farben benutzt werden. Dadurch werden Mißverständnisse ausgeschaltet, und der Auffindung farbästhetischer Beziehungen wird trotzdem nicht vorgegriffen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Werner Schultze
    • 1
  1. 1.Ludwigshafen/Rh.Deutschland

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