Wie flexibel ist das Merkmal?

  • Hans Kummer
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 162)

Zusammenfassung

Will man Verhaltensadaptionen in der Natur untersuchen, so bietet sich dazu eine besonders schöne Gelegenheit, wo zwei Arten mit gemeinsamen Vorfahren aber unterschiedlicher Organisationsform miteinander in Berührung kommen. Als wir 1968, zu Beginn unserer zweiten Freilanduntersuchung, erfuhren, der neu gegründete Auasch-Nationalpark in Äthiopien sei sowohl von Mantelpavianen als auch von Anubispavianen bewohnt, entschlossen wir uns kurzerhand, dort zu arbeiten. In den darauffolgenden Tagen kreisten die Diskussionen unseres Teams um die vermutliche Natur der Artgrenze zwischen den familienlebenden Mantelpavianen und ihren familienlosen Verwandten. Warum befand sich diese Grenze in Auasch statt irgendwo anders? Würde eine Analyse der Grenzzone uns Aufschluß über die ökologischen Faktoren geben, welche die spezialisierte Organisation der Mantelpaviane begünstigen? Sollte das Einmanngruppen-System tatsächlich einen ökologischen Vorteil bieten, dann würden die Mantelpaviane sich wahrscheinlich genau so weit nach Westen ausdehnen wie die dieses System fördernden Gegebenheiten des Biotops. Da physische Barrieren fehlen, müßten die Anubispaviane genau dort übernehmen, wo die sich ändernden Umweltfaktoren ihre familienlose Organisation mit großen geschlossenen Gruppen zu begünstigen beginnen. Bevor wir die Arbeit an dem Projekt aufnahmen, entwickelten wir ein einfaches Modell, in dem zwei gegenläufige Erfolgsgradienten sich in einer Zone mit gleichem Überlebenswert für beide Arten trafen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Hans Kummer
    • 1
  1. 1.Zoologisches InstitutUniversität Zürich Ethologie und WildforschungZürichSwitzerland

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