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Kreislaufbeeinflussung durch Beatmung: Hyper-/Hypoventilation

  • R. Gattiker
Conference paper
Part of the Anaesthesiology and Resuscitation / Anaesthesiologie und Wiederbelebung / Anesthésiologie et Réanimatión book series (A+I, volume 80)

Zusammenfassung

Die künstliche Beatmung beeinflußt sowohl den Gesamtkreislauf wie auch die regionale Durchblutung, besonders diejenige des Gehirns. Dabei spielen mechanische und chemische Faktoren eine Rolle. Die mechanischen hängen damit zusammen, daß bei künstlicher Beatmung, sei sie manuell oder maschinell, im Thoraxraum, besonders bei der Inspiration,positive Drucke von 10-20 cm H 2 O entstehen, gegenüber negativen und höchstens wenig über Null ansteigenden bei der Spontanatmung. Dadurch wird der venöse Rückfluuß aus den Venae cavae in den rechten Vorhof, d. h. im intrathorakalen Niederdrucksystem, mehr oder weniger stark gedrosselt. Das zentrale Blutvolumen wird kleiner, das Herzzeitvolumen herabgesetzt. Während der Herz-Kreislaufgesunde eine solche Reduktion seines Herzzeitvolumens ohne weiteres erträgt, kann sie sich beim kardial geschädigten Patienten mit bereits reduziertem Herzzeitvolumen negativ auswirken. Besonders gefährdet sind Patienten mit Pleura-oder Perikardergüssen, deren Niederdrucksystem bereits einem erhöhten intrathorakalen Druck ausgesetzt ist oder solche mit sehr kleinen Herzzeitvolumina, wie bei schweren Mitral-oder Aortenstenosen. Die Bedeutung der mechanischen Komponente des Beatmungseinflusses auf den Kreislauf ist stark abhängig von der Art der Beatmung und des verwendeten Beatmungsapparates. Ist die Inspirationsphase kurz und wird das Strömungsvolumen beschleunigt, wie dies in einem Respirator mit getrenntem Patienten- und Leistungskreis möglich ist, so ist der mechanische Einfluß auf das Herz-Kreislaufsystem auch bei intermittierend positiver Druckbeatmung nur gering.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1974

Authors and Affiliations

  • R. Gattiker

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