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Wege zu einer naturwissenschaftlichen Psychiatrie im 19. Jahrhundert

  • W. Janzarik

Zusammenfassung

Die Kontinuität einer wissenschaftlichen Psychiatrie im heutigen Sinne hat sich um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert ausgebildet. Frühe und bedeutende Anfänge reichen zurück in die griechische Medizin. Gleich der Problemgeschichte der abendländischen Psychopathologie in Mittelalter und Neuzeit sind sie neu erschlossen worden durch die umfassende Darstellung von W. Leibbrand und A. Wettley, die auch für den hier versuchten Überblick durch zahlreiche Referate aus den Quellen wichtig gewesen ist. In Verbindung mit humoralpathologischen Vorstellungen erscheint bereits im Corpus Hippocraticum das Gehirn als der Sitz psychischer Krankheit und erscheinen psychopathologische Begriffe, die in abgewandelter Bedeutung bis in die Terminologie der Gegenwart hineinreichen. Es gibt aus der Antike treffende Beschreibungen der Tollwut, der Anfallserkrankungen, der akuten körperlich begründbaren Psychosen (auf denen der Schwerpunkt des Begriffes Phrenitis lag), doch lassen sich sonst Beziehungen zu den heute in der Psychiatrie gebräuchlichen Krankheitseinheiten nur schwer herstellen. Immerhin werden die früher wie später in einem ungleich weiteren Sinne gebrauchten Begriffe Melancholie und Manie — Melancholie verstanden als humoraler Typus, der sich im besonderen in Angst und trauriger Verstimmung ausdrücken kann, Manie als Allgemeinbegriff für Geisteskrankheit — schon bei Aretaeus von Kappadokien in einen Verlaufzusammenhang gebracht und dadurch wechselseitig eingeengt in Richtung auf die Phasen der späteren manisch-depressiven Erkrankung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg · New York 1974

Authors and Affiliations

  • W. Janzarik
    • 1
  1. 1.Psychiatrische Klinik der Universität HeidelbergHeidelbergGermany

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