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Wirkungen einzelner Gene

  • L. S. Penrose
Chapter
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Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 4)

Zusammenfassung

Die Aufgabe der Chromosomen vom Standpunkt des dazugehörenden Organismus aus ist die eines Speichers von Informationen. Der Gebrauch, den das Tier von ihnen macht, kann am besten an Hand von analogen Vorgängen aus der Technik klargemacht werden. Angenommen, jemand benutzt ein Telefon, um einen Freund einzuladen. Er wählt eine Nummer, und die Folge davon wird sein, daß er sofort durch die entsprechende Leitung mit ihm verbunden wird. Nach einer Reihe von Ereignissen, die neben dem Telefon noch von vielen Dingen abhängen, wird der Freund zur geeigneten Zeit am verabredeten Ort erscheinen. Es ist außerdem zu erwähnen, daß dasselbe Endergebnis, wenn vielleicht auch umständlicher, auch auf andere Weise hätte erreicht werden können, z. B. durch einen Brief. Wenn wir uns die Wirkung eines bestimmten Gens, des kleinen einheitlich wirkenden Abschnittes eines Chromosoms, auf ein bestimmtes Merkmal ansehen, finden wir eine ähnliche Kette von Ursachen und Wirkungen. Das unmittelbare Ergebnis der Genwirkung, wie das Wählen der Telefonnummer, ist im hohen Grade spezifisch. Die Nummer nur einer Person, oder im Falle der Gene eine biochemische Reaktion, wird für den gemeinten Zweck gewählt. Wenn man sich aber die Wirkkette, die bei der ersten Ursache in Gang gesetzt wurde, ansieht, so stellt man fest, daß sie weniger und weniger spezifisch für den anfänglichen Befehl wird. Je größer die Zahl der Zwischenschritte, desto schwieriger wird die Zuordnung des Endergebnisses zur anfänglichen Ursache. Schließlich wird ein Punkt erreicht, wo viele alternative Anfangsursachen zu gleichen Ergebnissen geführt haben könnten. In der Genetik stellt man manchmal fest, daß ein Merkmal, das einem genbedingten ähnelt, auf Grund irgendeiner ungewöhnlichen Umweltursache auftritt. Einige Mißbildungen oder Besonderheiten der Entwicklung z. B., die beim Menschen auftreten, werden durch Erbfaktoren bedingt, andere, ganz ähnliche, scheinen nicht von Genen abzuhängen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1973

Authors and Affiliations

  • L. S. Penrose
    • 1
  1. 1.Galton LaboratoryUniversity CollegeLondonUK

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