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Bahnbrecher der deutschen technischen Chemie

  • Paul Walden

Zusammenfassung

Nannten wir vorhin die wissenschaftlichen Baumeister der organischen Chemie — „Topfgucker der Natur“, „Herren vom Tiegel und der Retorte“ nennt sie A. Schopenhauer —, so wollen wir jetzt auch aus der Ehrenliste der technischen Chemie einige Namen anführen — „Industriekapitäne“ nannte man sie einst. Es war wohl das 20jährige Ringen um die Indigosynthese, das gleichzeitig wissenschaftlichen Scharfsinn, wirtschaftliche Opferfreudigkeit und technischen Wagemut herausforderte und den Grund zu der in den Dauerzustand übergegangenen Symbiose von chemischer Wissenschaft und chemischer Technik legte: Dieser Zustand wirkte befruchtend auf beide Partner, und die entstandene Lebensgemeinschaft erhob die deutsche Farbstoffindustrie zu einer Monopolstellung in der Welt. Aus jener denkwürdigen und an hervorragenden Gestalten reichen Zeit am Ende des neunzehnten Jahrhunderts nennen wir einige der schöpferischen und organisatorischen deutschen Farbstoffchemiker, die die Traditionen der kämpferischen Zeit hinüberleiteten in das scheinbar ruhige neue Jahrhundert: Aug. Bernthsen (1855–1931), René Bohn (1862–1922), Heinr. v. Brunck (1847–1911), Heinr. Caro (1834 bis 1910), Carl Duisberg (1861–1935), P. Friedländer (1857 bis 1923), C. Glaser (1841–1935), P. Julius (1862–1931), Bernh.

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Biographisches

  1. A. Bernthsen: Fünfzig Jahre Tätigkeit in chemischer Wissenschaft und Industrie. 1925.Google Scholar
  2. R. Bohn (entdeckte 1901 Indanthren und Flavanthren) s. a. Vortrag B. 43, 757, 987 (1910); Nekrolog B. 56, A. 13 (1923).Google Scholar
  3. H. v. Brunck: Technische Durchführung des künstlichen Indigos, B. 44, 3571 (1911); Nachruf von C. Glaser B. 46, 353–389 (1913).Google Scholar
  4. Über H. Caro, Nietzki, Witt vgl. Graebe I.Google Scholar
  5. C. Duisberg: Meine Lebenserinnerungen, 1933; Nachruf von A. Stock B. 68, A. 111–148 (1935).Google Scholar
  6. P. Friedländer1): Thioindigo; Nekrolog von A. v. Weinberg B. 57, A. 13 bis 29 (1924). Friedländer begründete das Werk “Fortschritte der Teerfarbenfabrikation”, Teil 1–15 (1888–1926), seitdem fortgesetzt von H. E. Fierz-David (Teil 21 vom Jahre 1937).Google Scholar
  7. C. Glaser: Nekrolog B. 68, A. 166 (1935).Google Scholar
  8. P. Julius: B. 64, A. 49 (1931). Julius schuf das klassische Werk “Farbstofftabellen” (1888), das nachher gemeinsam mit Gust. Schultz und in 7. Aufl. (1929 bis 1933; 1. u. 2. Erg.-Bd. 1934 u. 1939) von L. Lehmann herausgegeben worden ist.Google Scholar
  9. Fr. Oppenheim: Nekrolog von R. Willstätter B. 64, A. 133 (1931).Google Scholar
  10. E. Nölting: Nekrolog. Helv. ch. A. 6, 110; F. Reverdin: Nachruf von F. Ulimann B. 64, A. 106 (1931).Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Paul Walden

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