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Optische Umkehrerscheinungen („Waldensche Umkehrung“). Der sterische Verlauf der Substitutionsvorgänge

  • Paul Walden

Zusammenfassung

Der heuristische Wert chemiehistorischer Studien und der dadurch ausgelösten Nachprüfung älterer chemischer Beobachtungen findet einen überzeugenden Ausdruck in der Entdeckung der „Waldenschen Umkehrung“. Es war ein wissenschaftliches Unbehagen, das P. Waiden erfaßte, als er dem alten Berichte von A. Kekule (1864) entnahm, wie dieser chemische Meister bei vorsichtiger Arbeit aus der optisch aktiven Äpfelsäure durch Bromwasserstoff eine ebenfalls aktive Brombernsteinsäure darzustellen gedachte und bekennen mußte: „Der Versuch hat leider meinen Erwartungen nicht entsprochen.“ War es hier die Inaktivität der Brombernsteinsäure, so erschien es noch befremdlicher, daß W. H. Perkin (1888) aus Weinsäure durch Phosphor-pentachlorid rechtsdrehende Chlorfumar-und Chlormaleinsäure dargestellt hatte: diese Tatsachen standen aber im strikten Widerspruch zu der Lehre J. H. van’t Hoffs vom asymmetrischen Kohlenstoffatom. Erschien damit nicht diese Lehre problematisch ? Oder waren die Beobachtungen falsch ? Dieses Dilemma lieferte nun die Problemstellung für die Untersuchungen von P. Waiden, die, beginnend mit dem Jahre 1892 und mit der Darstellung der fehlenden optisch aktiven Halogen-bernsteinsäure [B. 26, 210 (1893)], hinüberleiteten zu der Entdeckung des nachstehenden „optischen Kreisprozesses“ [B. 29, 133 (1896)]1):

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© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Paul Walden

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