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Das Künstlerische in der synthetischen Chemie

  • Paul Walden
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Zusammenfassung

Ist nicht die Natur sowohl Vorbild als auch Erzieherin nicht allein des Künstlers .(des Malers, des Bildhauers usw.), sondern auch des Chemikers, des letzteren in noch höherem Maße, da er sein Ziel weiter steckt? Durch seine Synthese will er die von der lebenden Natur erzeugten chemischen Verbindungen nachschaffen, er will aber auch den Bildungschemismus, den Werdegang dieser Körper in der lebenden Zelle erfassen und nachahmen, und weiterhin will und kann er auch die Natur ergänzen, indem er Stoffe schafft, die von der Natur nicht erzeugt werden. Das Wesen der chemischen Synthese kann ganz allgemein als ein Kunstschaffen gedeutet werden. Man kann, in Weiterentwicklung dieser Gedankenreihe, die erweiterte Frage stellen: Gilt nicht auch für die großen Leistungen der modernen Chemie, was für die großen Werke der nationalen Kunst gilt, daß sie aus der rassischen Eigenart und den schöpferischen Kräften des Volksganzen hervorgehen, zugleich aber den Zeit-und Lebensfragen dieses Volksganzen wesensmäßig verpflichtet sind ?

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Paul Walden

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