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Vom alten „Ferment“ zum modernen „Katalysator“

  • Paul Walden

Zusammenfassung

Diese Verknüpfung des Fermentbegriffs einerseits mit der Gärwirkung der Hefe, andererseits mit der Wirkung des philosophischen Steins ist uralt. So lehrten schon die griechisch-alexandrinischen Alchemisten (etwa 300 n. Chr.): Hermes stellte das Xerion (bzw. den Stein der Weisen) her, das seit Äonen Gesuchte, und verwandelte mit ihm die gemeinen Metalle in Gold, wie die körperlich Siechen in Gesunde. Es wirkt nach Art einer Hefe (= ζƲµης χάϱɩv; dazu ζƲµη = Sauerteig, Enzym, Zymase); wie die kleinste Zutat Hefe eine große Menge Teig in Gärung versetzt und umwandelt; so wird auch schon durch eine Kleinigkeit Xerion die ganze Masse fermentiert und zu Gold gewandelt (vgl. E. O. v. Lippmann: Alchemie, S. 80, 84, 345, 366. 1919). Wenn auf Grund einer umgebildeten Lehre des Aristoteles die Metalle gewachsene und wachsende Gebilde und einander nahverwandt sind, so ist es folgerichtig, eine künstliche Umwandlung aus einer niederen Wachstums-oder Entwicklungsstufe in eine höhere für durchführbar anzunehmen bzw. den langsam verlaufenden Naturvorgang abzukürzen oder zu beschleunigen. Das Mittel dazu sollte jenes Xerion, Stein der Weisen, sein, dessen verschiedenen Gütegraden eine verschiedene Umwandlungszeit entsprach (vgl. H.Kopp: Alchemie, Bd. I, S. 188. 1886).

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Paul Walden

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