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Die allgemeine Problemlage

  • Lise Meitner
  • Max Delbrück

Zusammenfassung

Die vorangehenden Betrachtungen haben gezeigt, wie man die Begriffe der Quantentheorie benutzen kann, um einen Zugang zur Kernphysik zu erhalten. Dabei ergibt sich der merkwürdige Zusammenhang, daß das Begriffsschema der Quantentheorie zur qualitativen Ordnung der Kernphänomene vollkommen ausreicht, während wir quantitative Aussagen nur für wenige Ausnahmefälle machen können, und zwar immer nur dann, wenn sich der eigentliche Vorgang nicht im Kerninnern, sondern in seiner unmittelbaren Umgebung abspielt. Z. B. wird die quantitative Theorie des α-Zerfalls dadurch ermöglicht, daß wir die Coulombsche Energie auβerhalb des Kernes kennen und alle Aussagen, die wir über den Drehimpuls des Kernes machen, werden ermöglicht durch die Anwendung des Satzes von der Erhaltung des Drehimpulses. Mit seiner Hilfe können wir Rückschlüsse von dem Verhalten der emittierten Teilchen in der Umgebung des Kernes auf den Drehimpuls des Kernes selber ziehen. Daß wir vorläufig in der Dynamik des Kerninnern nicht weiterkommen, liegt daran, daß uns eine fundamentale Größe noch fehlt: das Elementargesetz der Wechselwirkung zwischen Proton und Neutron.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1935

Authors and Affiliations

  • Lise Meitner
  • Max Delbrück

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