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Wahl des Vorspanngrades

  • Fritz Leonhardt

Zusammenfassung

Der Vorspanngrad κ wird zweckmäßig so definiert, daß er bei Biegeträgern für volle Vorspannung gleich 1, 0 wird. Volle Vorspannung bedeutet, daß bei voller Gebrauchslast im Zustand nach Spannkraftverlusten durch Schwinden und Kriechen die Betonspannung an der äußeren Biegezugfaser σb = 0 ist. Das Biegemoment infolge voller oder teilweiser Gebrauchslast, welches zusammen mit V die Randspannung σb = 0 ergibt, wird als Dekompressionsmoment MD bezeichnet. Demnach ist der
$$ Vorspanngra{{d}_{\kappa }} = \frac{{Dekompressionsmoment\;infolge\;g + \Delta p + {{V}_{\infty }}}}{{volles\;Gebrauchslastmomment}} = \frac{{{{M}_{D}}}}{{\max {{M}_{{g + p}}}}} $$
B. Thürlimann, Schweiz, hat eine andere Definition eingeführt, die gelegentlich nützlich ist. Er wählt das Verhältnis des im Biegezuggurt vorhandenen Spannstahlquerschnittes zur Summe von Spannstahl + Betonstahl, je mit der zugehörigen Festigkeit multipliziert. Demnach ist der
$$ Vorspanngrad\,\lambda = \frac{{{A_Z}{\beta_{Z,0,2}}}}{{{A_Z}{\beta_{Z,0,2}} + {A_s}{\beta_{s,S}}}} $$
Dieser Vorspanngrad λ kann auch für Zugstäbe benützt werden. Er hängt von den Festigkeiten der gewählten Stahlarten ab und gibt bei Biegeträgern erst über Umwege Auskunft darüber, bis zu welchem Belastungsgrad Beton zugspannungen vermieden werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1980

Authors and Affiliations

  • Fritz Leonhardt
    • 1
  1. 1.Universität StuttgartDeutschland

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