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Der Rationalismus in der Wirtschaftstheorie

  • Irving Kristol
Chapter

Zusammenfassung

Es wird weitgehend zugegeben, daß es so etwas wie eine „Krise in der Wirtschaftstheorie“ gibt, aber über das Ausmaß und die Ursache dieser Krise bestehen außerordentlich große Meinungsunterschiede. Die etablierteren und bedeutenderen Führer der sogenannten „neoklassischen“ Schule — der nunmehr seit einem halben Jahrhundert herrschenden Schule — würden behaupten, daß die Krise nichts mehr ist als eine Art von Verwirrung, in die jede wissenschaftliche Disziplin zwischenzeitlich gerät, wenn sie versucht, tiefer in die Mysterien natürlicher Prozesse einzudringen. Andere Kritiker behaupten, daß die gesamte keynesianische makroökonomische Theorie — oder sogar die ganze Idee der Makroökonomie selbst in irgendeinem genaueren Sinn dieses Wortes — gegenwärtig ernsthaft in Frage gestellt wird. Wieder andere betonen, daß wir uns auf einem Irrweg in unserem Verständnis sowohl der Makro- als auch der Mikroökonomie bewegen, solange wir nicht auf die fundamentalen Konzepte der Wirtschaftstheorie, wie wir sie in den Schriften der marginalistischen Schule (ca. 1870 – 1910) oder in den Schriften von Karl Marx oder von Ricardo oder Adam Smith vorfinden. Ja, es gibt sogar welche (und ihre Zahl nimmt laufend zu), die noch weiter zurückgehen wollen und die Wirtschaftswissenschaften wieder in den Rang einer Unterdisziplin der politischen Philosophie zurückversetzen wollen — obwohl sie als professionelle Wirtschaftswissenschaftler ihre eigenen Spekulationen wahrscheinlich als die neueste Version einer „neuen Wirtschaftstheorie“ beschreiben würden.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • Irving Kristol

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