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Zwei Variationen des Themas

  • Stefan Homburg
Part of the Studies in Contemporary Economics book series (CONTEMPORARY)

Zusammenfassung

Eine geschlossene Volkswirtschaft, in der keinerlei Erbschaften hinterlassen werden — das ist sicher nicht der Rahmen, in dem die Alterssicherung in der wirklichen Welt stattfindet. Damit wird die bisherige Analyse jedoch nicht per se wertlos: richtig gestellt lautet die Frage vielmehr, inwieweit die bisher abgeleiteten Ergebnisse gültig bleiben, wenn Außenhandel und Erbschaften in die Analyse einbezogen werden. Ihrer Beantwortung ist das vorliegende Kapitel gewidmet.

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Literatur

  1. 1.
    Das Land muß im gleichen Sinne “klein” sein im Vergleich zum Rest der Welt wie ein Anbieter bei vollständiger Konkurrenz im Vergleich zu den übrigen Anbietern; die ökonomischen Aktivitäten des Landes dürfen also keinen Einfluß auf das Gleichgewichtsniveau der Weltmarktpreise haben.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. hierzu die Fußnote 1 auf S. 69.Google Scholar
  3. 1.
    Auf der mehr politökonomischen Ebene wird das oben gezeichnete Panorama weiter durch die Tatsache getrübt, daß bei schwankender Bevölkerung im Kapitaldeckungsverfahren sehr massive internationale Kapitalbewegungen erforderlich werden können, die ex definitione mit ebenso massiven und über lange Zeiträume bestehenden Leistungsbilanzsalden verbunden sind. Sieht die Außenwirtschaftspolitik in der Realität ihre vornehmste Aufgabe in der Verhinderung solcher Salden (eine Attitüde, deren ökonomische Ratio hier nicht verhandelt werden soll), dann kann ein Zinsausgleich unmöglich so problemlos wie oben beschrieben vonstatten gehen.Google Scholar
  4. 1.
    Vgl. hierzu Meyer [1938; 129], im Original gesperrt: “Der internationale Handel garantiert also eine relative Stabilität der Preissysteme im Sparprozeß.”Google Scholar
  5. 2.
    Vgl. jedoch von Weizsäcker [1974], dessen im selben Jahr erschienenes Argument dem von Barro exakt entspricht.Google Scholar
  6. 1.
    Vgl. hierzu Lindbeck und Weibull [1986; 240f.].Google Scholar
  7. 2.
    So gelangt Hurd [1987; 307f.] aufgrund einer empirischen Längsschnittanalyse zu der Schlußfolgerung: “[A]ny bequest motive is not an important determinant of consumption decisions and wealth holdings… Bequests seem to be simply the result of mortality risk combined with a very weak market for private annuities.”Google Scholar
  8. 3.
    Bei einer weiten (Friedmanschen) Fassung des Renditebegriffs, der nichtpekuniäre Erträge einschließt, mag hier mit hineinspielen, daß sichtbare Vermögensobjekte wie vor allem Immobilien gegenüber abstrakten Forderungen wie einer Leibrente höher geschätzt werden.Google Scholar
  9. 1.
    Die Alten bilden hierbei nur dann Ersparnisse im Sinne der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, wenn das Endvermögen s2 t größer ist als das Vermögen s1 t zum Ende der Erwerbsperiode. Dies ist von Dinkel [1984; 167] richtig herausgestellt worden: “Dabei wird in den empirischen Überprüfungsversuchen ein wichtiger Punkt übersehen: In vielen Untersuchungen wird ermittelt, daß gerade Rentner relativ große Teile ihrer Renten ‘sparen’. Diese zurückgelegten Beträge dürfen allerdings nur bei umlagefinanzierten Renteneinkommen als Ersparnis bezeichnet werden. Im Fall von Alterseinkommmen, die aus angesammelten Kapitalbeständen bestehen, stellt jede Entnahme ein Entsparen dar und das ‘Sparen’ eines Teils dieser Einkünfte ist zwar eine Reduktion des Entsparens, aber nach wie vor keine positive Ersparnis.”Google Scholar
  10. 1.
    Vergleiche zu den Einwänden vor allem die ausgezeichnete Arbeit von Hurd [1987], der besagte Tatsache einer methodisch falschen Verwendung von Querschnitt- anstelle von Längsschnittdaten zuschreibt. Es wäre dies das zweite Mal (man denke an Modiglianis ursprüngliches Argument), daß die aus Querschnittdaten resultierenden Aufschlüsse über das Lebenszyklusverhalten irreführend sind.Google Scholar
  11. 1.
    Das wird von Barro [1974; 1100], allerdings in einer Fußnote, auch selbst zugegeben.Google Scholar
  12. 1.
    Barro [1974; 1100]: “Further, it is supposed that a member of generation i can attach a metric on generation i + 1’s indifference surface” (Hervorhebung von mir.)Google Scholar
  13. 2.
    Lindbeck und Weibull bezeichnen die beiden fragwürdigsten Annahmen als “perfect altruism” und “perfect information”; vollständige Information, wohlgemerkt, nicht über Preise oder zukünftige Ereignisse, sondern über die metrischen Wirkungen heutiger Maßnahmen auf den Wohlstand der Nachkommen. Lindbeck und Weibull [1986; 242]: “Such an assumption about the information set strikes us as stretching the idea of ‘rational behaviour’ too far.Google Scholar
  14. 1.
    Solche Fragen werden ausführlich und kontrovers von Barro [1978] und Feldstein [1978] diskutiert. Feldstein hält die “corner solution” bei intergenerativen Transfers für die empirisch bedeutsamste, bei der weder Eltern ihre Kinder noch umgekehrt mit einem geplanten Transfer am Lebensende der Eltern bedenken. Bei einer solchen Ecklösung gilt Barros Argument nicht.Google Scholar
  15. 2.
    Es ist nachgerade paradox, daß die von Ricardo selbst zurückgewiesene These der “Äquivalenz” von Steuer- und Schuldfinanzierung in einer Zeit Anklang zu finden beginnt, der schon vor vier Jahrzehnten vom anerkannt größten Sozioökonomen ein weitgehender Wegfall des altruistischen Erbschaftsmotivs attestiert wurde: “Mit dem Schwächerwerden der im Familienmotiv enthaltenen Antriebskraft schrumpft der Zeithorizont des Geschäftsmannes, grob gesprochen, auf seine Lebenserwartung zusammen.” Schumpeter [1946; 260].Google Scholar
  16. 1.
    Dies wird auch von Ribhegge [1987] betont.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • Stefan Homburg
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUnivesität zu KölnKöln 41Deutschland

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