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Altersvorsorge und individuelle Ersparnis

  • Stefan Homburg
Part of the Studies in Contemporary Economics book series (CONTEMPORARY)

Zusammenfassung

Nachdem im vorigen Kapitel die Funktionsweisen des Umlage- und des Kapitaldeckungsverfahrens verglichen wurden, beschäftigen wir uns nun für einige Zeit mit der Frage, wie sich ein dem einzelnen auferlegter Versiche­rungszwang auf seine ökonomischen Entscheidungen auswirkt. Dabei ist unbeachtlich, ob sich der Staat auf einen reinen Versicherungszwang beschränkt — es wird vorgeschrieben und kontrolliert, daß jeder Bürger eine gewisse Altersvorsorge trifft — oder ob er eine Zwangsversicherung einführt, mit der jeder zu festgelegten Bedingungen kontrahieren muß. Insbesondere aber kommt es nicht darauf an, ob das Zwangssystem in Form eines Umlage- oder eines Kapitaldeckungsverfahrens organisiert ist. Alle diese Fälle stellen sich aus der Sicht des einzelnen so dar, daß er einen gewissen Teil (b) seines Einkommens abführen muß und im Gegenzug eine Rente (p) erhält; die numerischen Größen dieser Variablen und ihr Verhältnis können je nach Verfahren unterschiedlich sein.

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Literatur

  1. 3.
    Siehe Böhm-Bawerk [1921b; 332]. Die beiden anderen Gründe sind die “Verschiedenheit des Verhältnisses von Bedarf und Deckung in den verschiedenen Zeiträumen” (S.328), wir würden heute von “Wirtschaftswachstum” sprechen, sowie (S.339) die technische Überle­genheit gegenwärtiger gegenüber zukünftigen Gütern. Es mag interessant sein anzumerken, daß der “erste” Zinsgrund im “consumption-loan-model” auf den Kopf gestellt wird: “Böhm-Bawerk’s first cause propably is the reverse of the truth for each mortal man: we can expect to be poorer in the future”. Samuelson [1967; 34].Google Scholar
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    In diesem Sinne schreiben etwa Stigler und Becker [1977; 78]: “[A] consistent application of the assumption of stable preferences implies ... the absence of time preference.”, wäh­rend Olson und Bailey [1981] sich wohl auf den unten angeführten weiteren Begriff der Zeitpräferenz beziehen, wenn sie meinen, diese Auffassung sei “either mistaken or dependent upon definitions of ‘stable preferences’ or ‘time preference’ that appear to be untypical.”Google Scholar
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    Insofern ist nicht nachvollziehbar, wenn Tinbergen [1960; 488] meint: “[I]n the opinion of many economists, such a time discount should not govern a nation’s decisions in contrast with an individual’s decisions, where it should.”Google Scholar
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    In diesem Sinne kommentieren auch Gultekin und Logue [1979;73]: “Therefore, the findings of [Cagan’s and Katona’s] research should not be taken to imply anything about the behaviour of the mass of individuals confronted with fictional retirement wealth.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • Stefan Homburg
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUnivesität zu KölnKöln 41Deutschland

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