Advertisement

Die einfache Mathematik der Alterssicherung

  • Stefan Homburg
Part of the Studies in Contemporary Economics book series (CONTEMPORARY)

Zusammenfassung

Es steht nun ein partialanalytischer Vergleich von Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren an, partialanalytisch in dem Sinne, daß der Einfluß ökonomischer Variablen auf diese beiden Systeme analysiert wird, nicht aber umgekehrt deren Wirkungen auf die Volkswirtschaft. Weil das praktizierte Alterssicherungsverfahren die Wirtschaft — insbesondere den Zins — gemäß einer verbreiteten Meinung nachhaltig beeinflußt, wird die Untersuchung der Rückwirkungen nachgeholt werden müssen; sie steht im Mittelpunkt unserer positiven Theorie. Vorerst geht es darum, einen Einblick in die prinzipielle Funktionsweise des Umlage- und des Kapitaldekkungsverfahrens zu erhalten. Besondere Beachtung finden dabei die Fragen, wie sich die Verfahren aus der Sicht eines einzelnen Haushaltes darstellen, welche Politikoptionen für ihre nähere Gestaltung offenstehen und inwiefern bestimmte Politiken dauerhaft durchführbar sind. Die Erörterung der letzteren Frage bereitet eine spätere Analyse der ökonomischen und politischen Stabilität solcher Alterssicherungssysteme vor. Es sei betont, daß im vorliegenden Kapitel keine normativen Aspekte des Problems angesprochen, sondern nur objektive Wirkungszusammenhänge aufgezeigt werden sollen. Über das Für und Wider kann nicht anhand einer Partialanalyse geurteilt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    In der speziellen Form des “consumption-loan models”, also ohne Produktion, wird es üblicherweise Samuelson [1958] zugeschrieben. Malinvaud [1987] hat jedoch überzeugend dargelegt, daß dieser Modelltyp schon etliche Jahre früher von Allais [1947] eingeführt wurde.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. etwa Richter [1987; 51].Google Scholar
  3. 1.
    Das Generationenmodell ist lange Zeit vorwiegend im makroökonomischen Kontext diskutiert worden. Neuere Arbeiten, etwa von Balasko und Shell [1980], Balasko, Cass und Shell [1980] oder Cass und Benveniste [1986], wenden sich zunehmend mikroökonomischen Formulierung zu.Google Scholar
  4. 1.
    Bösch [1987] passim, vor allem S. 51.Google Scholar
  5. 2.
    Dinkel [1984; 178]: “Die errechneten Formeln machen deutlich, daß sich Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren genau darin unterscheiden, daß beim Umlageverfahren die Bevölkerungsänderungsrate genau jene Rolle spielt, die im Kapitaldeckungsverfahren der Zins hat.” Hervorhebung im Original.Google Scholar
  6. 3.
    Karsch [1987; 221]: “… ist eine nichtfundierte einer fundierten Pensionsversicherung dann überlegen, wenn die Realkapitalverzinsung geringer ist als die reale Wachstumsrate der Wirtschaft plus jener der Bevölkerung.”Google Scholar
  7. 1.
    Zur quantitativen Bedeutung dieses Umstandes für die Bundesrepublik Deutschland vgl. etwa Felderer [1983].Google Scholar
  8. 1.
    Vgl. etwa Kohmaier [1984], Koslowski [1986], Merklein [1986] oder Ferrara [1985].Google Scholar
  9. 1.
    Diese Vermutung wird von Bösch [1987; 52] gar als “Satz” hingestellt und (S.189f.) “bewiesen”. Bösch beweist jedoch nur, daß der Beitragssatz auf Null sinkt, was nicht dasselbe ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • Stefan Homburg
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUnivesität zu KölnKöln 41Deutschland

Personalised recommendations