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Cholesterin pp 277-313 | Cite as

Warum Geht die Myokardinfarktsterblichkeit Zuruck?

  • Hans-Jürgen Holtmeier
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Zusammenfassung

Bekanntlich sind durch die großen Erfolge der Wissenschaften in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts in vielen Bereichen des Lebens (Naturwissenschaften, Technik, Medizin usw.), vor allem aber in den medizinischen Diniplinen in einigen Ländern der Welt viele Krankheiten fast verschwunden oder wesentlich besser heilbar geworden. Dadurch ist die Lebenserwartung stark angestiegen (Seite 186). Man muß sich fragen, ob nicht ein Teil dieser Erfolge Auswirkungen auf den Rückgang der Herzinfarktmortalität gehabt haben könnte. Immerhin sind in den Industrienationen Krankheiten von so globaler Bedeutung wie die Infektionskrankheiten, die einmal zu den Ursachen der multifaktoriell angelegten Atherosklerose zählten (z. B. die Syphilis u. a.), die Verringerung der Umweltverschmutzung durch Rückgang an toxischen Substanzen, das Schwinden der körperlichen Schwerstarbeit (es gibt bei uns unter 0,7% Schwerstarbeiter), welcher Strumpell (1922) noch nach dem ersten Weltkrieg in seinem Lehrbuch caber Pathologie als auslösende Ursache für die Atherosklerose ein großes Kapitel widmete and andere Bereiche, die dem multifaktoriellen Ursachenkatalog der Atherosklerose zuzuordnen sind, stark zurückgegangen. Hierzu gehören auch in vielen Völkern der Welt die allgemein gebesserten Lebens- und Ernährungsverhältnisse. Der Rückgang an Risikokrankheiten and faktoren fur die Atheroskleroseentwicklung diirfte für die Abnahme der Herzinfarktmortalität viel wichtiger sein als die vermutete Verbindung von Lipid- und Cholesterinstoffwechselstörungen, die offensichtlich nur bei der durch einen genetischen Defekt ausgelösten familiären Hypercholesterinämie (und dem „merkantilen Sektor“, Tabelle 11.3) primär eine Rolle zu spielen scheint (Stehbens 1994). Für viele unterentwickelte Länder der Welt treffen die oben zitierten Änderungen nicht zu. Aber häufig kommen tödliche Myokardinfarkte dort wegen der kargen Ernährungs- and Lebensweise seltener vor oder sie besitzen teilweise auch weniger genetische Anlagen zu einer Risikokrankheit (z. B. zum Diabetes mellitus, Seite 282).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Holtmeier
    • 1
  1. 1.GerlingenGermany

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