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Rausch pp 273-292 | Cite as

Der revolutionäre Rausch

Bernward Vespers Roman ‚Die Reise‘ und das psychedelische Bewußtsein von 1968
  • Roman Luckscheiter
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 43)

Zusammenfassung

In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts war ein zunehmendes Interesse an Haschisch und LSD festzustellen. Das vermerkte 1970 die Kulturzeitschrift ‚Merkur‘ und widmete den Drogen ein Themenheft mitsamt einer „Nachschrift eines LSD-Rauschs“.1 Damit war das Thema aus der Subkultur emporgestiegen und im anspruchsvollen Diskussionsforum der westdeutschen Intelligenz angekommen. Drei Jahre zuvor war es noch ein brisanter Aufmacher in der Studentenzeitschrift ‚Konkret‘ gewesen, die für alles zuständig war, was die Linke, die Politik, die Literatur oder die Sexualität betraf. Dort klärte Stefan Aust über die vieldiskutierte Droge LSD auf:2 über Beschaffungswege, Wirkungen, Strafbarkeit und Konsumentenmilieus sowie über die Erfolgsgeschichte der Droge, die 1938 zum ersten Mal synthetisch hergestellt wurde, in Timothy Leary schon in den vierziger Jahren ihren Guru fand, durch die Beatniks popularisiert wurde und mit den Hippies schließlich beim „Fußvolk“ angekommen war. Die Jargonbezeichnung für LSD, „acid“ (engl. für „Säure“), wurde dabei zu einem Signalwort ästhetischen Protests. Eine Rockgruppe taufte sich ‚Acidheads‘ und etwas später, 1969, sammelte der Kölner Underground-Poet Rolf Dieter Brinkmann angelsächsische Beat- und Pop-Texte für eine vielbeachtete Anthologie namens ‚ACID‘.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Roman Luckscheiter

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