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Rausch pp 189-235 | Cite as

Wahnsinniger Rausch — Platon über Manie und Eros

  • Knut Eming
Chapter
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 43)

Zusammenfassung

Für Platon entsteht die Bejahung des Rauschs unter den Menschen aus ihrem Streben nach Glück. Menschen wollen glücklich sein, sie wollen glückhafte Zustände erlangen, weil sie diese als Zufriedenheit und Befriedigung erleben. Platons Kritik des Rauschs richtet sich gegen die Verwechslung von Glück und Lust. Da es im Rausch kein Maß gibt, schlägt die angestrebte Lust in Unlust um. Die Wahrheit des Rauschs liegt in seiner Unwahrheit — verstanden als Täuschung: Er verspricht Lust, endet aber in Unlust. Diese Diagnose bezieht Platon auf Räusche wie den Weinrausch,1 den Liebesrausch, das Glücksspiel, ausschweifende Festräusche. Sie entstehen aus der Manie, dem Wahnsinn der Vergrößerung eines Begehrens zum Zwecke und um den Preis der Selbstauflösung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Knut Eming

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