Advertisement

Dokumentation und Menschenbild

  • K. Kinzelmann
Chapter
  • 46 Downloads
Part of the Handbuch Gesundheitsmanagement book series (HDB GESUNDHEIT, volume 4)

Zusammenfassung

Die Grundlage für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Dokumentation, deren Sprache und der damit entstehenden Verantwortung wurde von vielen Erlebnissen während meiner nun 18jährigen Tätigkeit als Heilerziehungspflegerin und von der daraus resultierenden fortwährenden Auseinandersetzung mit Sprache und Kommunikation geprägt. Zudem bin ich der Ansicht, daß Sprache Sicht von Welt bestimmt. Durch aktiven Sprachgebrauch, mit seinen übernommenen oder selbstgeformten Sprachbildern, Metaphern, der Art Fragen zu stellen und Antworten zu formulieren, nimmt jeder Mensch aktiv an der Gestaltung seines Umfeldes teil und schafft Räume für Freihet und Entfaltung, oder er schränkt diese ein. Mit Beispielen aus der Geschichte und der aktuellen Diskussion über die maskulin-dominierte Sprache der Berufswelt möchte ich diese These belegen. Die Problematik der ständig im Zwiespalt stehenden Pflegekraft als Schnittpunk zwischen den unterschiedlichsten Auswirkungen von Lebensgeschicten und aktuellen Konflikten, zwischen den Wünschen und Bedürfnissen sowie Strategien der Lebensbewältigung, sowohl von den zu Betreuenden als auch von Kollegen und Vorgesetzten und den eigenen, wenn auch manchmal nur noch vage wahrgenommenen Ansprüchen, wird keinem im pflegerischen Bereich Tätigen unbekannt sein. Hinzu kommen die wechselnden Einflüsse sozial- und gesundheitspolitischer Konstellationen. Den Gedanken an die Absurdität des eigenen Handelns und Wollens, der sich im beruflichen Tun zeitweise aufdrängt, kann ich nicht leugnen. Gute und wichtige konzeptionelle Ansätze in der täglichen Arbeit scheitern oft aus Mangel an Zeit, Mitteln, Konsequenz, fehlender Überzeugung der Beteiligten oder an der ungenügenden Vorbereitung der Umsetzung.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Böttcher H (1975) Sozialpädagogik im Überblick. In: Weinschenk R (Hrsg) Erziehen im Heim. Lambertus, Freiburg.Google Scholar
  2. Bourdieu P (1997) Männliche Herrschaft revisited. Feministische Studien 2.Google Scholar
  3. Capra F (1982) Wendezeit—Bausteine für ein neues Weltbild. Scherz, Bern.Google Scholar
  4. Friedlander H (1996) Der Weg zum NS-Genozid. Berlin, Berlin.Google Scholar
  5. Fromm E (1989) Schritte zum Sein. Psychologie heute 9:35.Google Scholar
  6. Goethe JW von (1867) Faust. Werke, Bd 5. Cotta, Stuttgart, S 3.Google Scholar
  7. Heidenreich K et al. (1996) Pädagogik Training. Grundwissen Pädagogik. Stark, Freising.Google Scholar
  8. Klevinghaus J (ohne Jahr) Hilfen zum Leben—Zur Geschichte der Sorge für Behinderte. Bechauf, Bielefeld.Google Scholar
  9. Koch-Straube U (1997) Fremde Welt Pflegeheim. Eine ethnologische Studie. Huber, Bern.Google Scholar
  10. Martin E, Wawrinowski U (1991) Beobachtungslehre, Theorie und Praxis reflektierter Beobachtung und Beurteilung. Juventa, Weinheim München.Google Scholar
  11. Pusch LF (1998) Liebe Wählerinnen und Wähler. Psychologie Heute (Frauen compact) 2:27ff.Google Scholar
  12. Schmitt R (1997) Der weite Raum. Zeitschrift der Kaiserswerther Mutterhausdiakonie 1:10.Google Scholar
  13. Sternberger D, Storz, G, Süskind WE (1962) Aus dem Wörterbuch des Unmenschen. DTV, München.Google Scholar
  14. Weinschenk R (1987) Geplantes Erziehen im Heim. Lambertus, Freiburg im Breisgau.Google Scholar
  15. Winkler L (1970) Studie zur gesellschaftlichen Funktion faschistischer Sprache. Suhrkamp, Frankfurt.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • K. Kinzelmann

There are no affiliations available

Personalised recommendations