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EDV-gestützte Planung des selektiven Gebäuderückbaus

  • Frank Schultmann
  • Otto Rentz
  • Marc Ruch
  • Valérie Sindt
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Zusammenfassung

Das Recycling von Bauschutt hat vor dein Hintergrund hoher Anfallmengen (ca. 30 Millionen Tonnen Bauschutt pro Jahr in Deutschland) sowie einer zunehmenden Verschärfung gesetzlicher Anforderungen an die Ablagerung von Abfällen in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Betroffen hiervon sind unter anderem auch rückzubauende Gebäude. Erfolgt ein Gebäudeabbruch unselektiv, so liegen die Materialien anschließend als heterogenes Stoffgemisch vor. Eine qualitativ hochwertige Verwertung vermischten Bauschutts ist aufgrund von Belastungen durch qualitätsmindernde und umweltget ihrdende Stoffe jedoch nur sehr eingeschränkt durchführbar. Aufbereitete Baustoffe, die aus dem Abbruch von Gebäuden stammen, werden daher derzeit vorwiegend in niederwertigen Optionen, etwa im Bereich des Straßenbaus und zum Bau von Lärmschutzwällen eingesetzt. Um die Aufbereitungsqualität verwertbarer Bestandteile des Bauschutts aus dem Abbruch von Gebäuden zu verbessern, sollte dem eigentlichen Recycling von Bauschutt eine Demontage von Gebäuden vorgelagert sein, bei der Wertstoffe zurückgewonnen und Schad-sowie Störstoffe gezielt getrennt werden können. Während die gesamte Mengenrelation der bei einem solchen „selektiven Rückbau“ entstehenden Stoffgruppen durch die Bausubstanz des rückzubauenden Gebäudes fest vorgegeben ist, läßt sich der Vermischungsgrad der einzelnen Reststoffe, der entscheidenden Einfluß auf die Verwertungsqualität und -kosten hat, durch die Demontagetiefe bzw. die Selektivität des Gebäuderückbaus gezielt beeinflussen. So kann etwa durch den frühzeitigen Ausbau schadstoftbelasteter Bauteile ein Schadstoffeintrag in die verbleibenden aufzubereitenden Stoffe vermieden werden. Modellrechnungen am Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung (DFIU) zeigen, daß sich bei Anwendung des selektiven Rückbaus die Verwertungsquoten für Bauschutt aus dem Abbruch von Gebäuden deutlich erhöhen lassen und damit ein wesentlicher Beitrag zur Schonung von Naturrohstoffen geleistet werden kann (Spengler et al. 1995, Rentz et al.1996).

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Frank Schultmann
    • 1
  • Otto Rentz
    • 1
  • Marc Ruch
    • 1
  • Valérie Sindt
    • 1
  1. 1.Deutsch-Französisches Institut für UmweltforschungUniversität Karlsruhe (TH)KarlsruheGermany

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