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Die Stagnation

  • Horst Tomann
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Während in der Konjunkturbewegung die Abweichung von einem (Vollbeschäftigungs-) Gleichgewicht zum Ausdruck kommt, ist Stagnation ein langfristiges Phänomen. Eine Volkswirtschaft kann sehr lange im Zustand der Stagnation verharren. Das Kriterium ist ein Nachlassen des wirtschaftlichen Wachstums, das sich in verminderter Investitionstätigkeit und einer Abschwächung der Expansion des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials spiegelt. Mit Bezug auf den Arbeitsmarkt kann diese Definition noch spezifischer gefaßt werden: Von Stagnation spricht man immer dann, wenn die Wachstumsrate der Produktion geringer ist als die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität, so daß per Saldo das Arbeitsvolumen (die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden einer Periode) sinkt. Dies zeigt eine einfache Komponentenzerlegung: Steht y für das Realeinkommen, A für das Arbeitsvolumen und y/A für die Arbeitsproduktivität, so gilt
$$y = \frac{y}{A}A;$$
(5.1)

In einer solchen Marktkonstellation ist das Kriterium fur Stagnation die Persistenz von Arbeitslosigkeit. Die im Zuge des Strukturwandels freigesetzten Arbeitskräfte finden nicht wieder Beschäftigung. Dabei kann freilich die Arbeitszeit je Beschäftigten (A/E) sinken und die Anzahl der Beschäftigten steigen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Horst Tomann
    • 1
  1. 1.Institut für Wirtschaftspolitik und WirtschaftsgeschichteFreie Universität Berlin Fachbereich WirtschaftswissenschaftBerlinGermany

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