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Die Rolle der Finanzpolitik

  • Horst Tomann
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Finanzpolitik als Politik der Einkommenddtabilisierung Keynesianische Finanzpolitik zielt auf Stabilisierung des Einkommensstromes. In methodischer Hinsicht ist sie auf ein flow-Gleichgewicht, d.h. ein Gleichgewicht am Gütermarkt ausgerichtet. Dabei verfolgt sie kurzfristig — bei rigiden Güterpreisen — eine Steuerung der Mengenkonjunkturen über die Beeinflussung der aggregierten Nachfrage. Unter keynesianischen Annahmen finden die Märkte nach einer Störung nicht rasch zu einem neuen Gleichgewicht. Ein Störimpuls, etwa ein “falscher„ Zins, der die Investitionsentscheidungen beeinflußt, oder ein exogener Nachfrageschock, kann sich vielmehr im Prozeß der Einkommensbildung kumulativ verstärken. Die Aufgabe der Finanzpolitik ist, diesen kumulativen Prozessen der Einkommensbildung, die ein gesamtwirtschaftliches Ungleichgewicht vergrößern, entgegenzuwirken, sie zumindest nicht zu unterstützen. Daß sie dabei kurzfristig an der Nachfrage ansetzt (demand management) folgt aus der Annahme rigider Preise. Diese Annahme impliziert, daß die Finanzpolitik die Angebotsbedingungen gar nicht oder jedenfalls nicht kurzfristig beeinflussen kann. Insbesondere in Phasen eines konjunkturellen Abschwungs ist die Finanzpolitik gefordert, einer Einkommenskontraktion entgegenzuwirken und über expansive Impulse auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage Produktion und Beschäftigung zu stabilisieren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • Horst Tomann
    • 1
  1. 1.Institut für Wirtschaftspolitik und WirtschaftsgeschichteFreie Universität Berlin Fachbereich WirtschaftswissenschaftBerlinGermany

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