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Menschenwürde und Menschenleben

Zum Auseinanderdriften zweier fundamentaler Werte als Ausdruck moderner Tendenzen zur Relativierung des Menschen
  • Eduard Picker
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Zusammenfassung

Der Satz von der Unantastbarkeit der Würde des Menschen liegt als Bekenntnis auf aller Lippen. Als Grund-Satz, der den Text der Verfassung eröffnet, ist er von der Gesellschaft, die diese Verfassung bis zum Internalisierungsgrad eines sozialen Glaubensguts verinnerlicht hat, in allen Kreisen mental rezipiert - mag man ihn oft auch eigenartig positivistisch gebrauchen, so, als könnte ohne das Grundgesetz etwas anderes gelten. Die „Menschenwürde“, darüber herrscht bei den Rechtsgenossen so gut wie fraglose Einigkeit, steht als oberstes Tabu außer Zweifel. Sie ist - sieht man ab von einzelnen störenden Stimmen, die sie respektlos als „Leerformel“ qualifizieren1- nach geschlossenem Chor ein „oberster Wert“2, ein„tragendes Konstitutionsprinzip“3, sogar die „vielleicht oberste Leitidee“3sowie das „Fundament des Normengeftiges unserer Verfassung“. Und sie bildet damit - der sprachliche Kraftakt verrät die Emphase - den „zentralsten“ Wert6der geltenden Ordnung. Dementsprechend bestimmt man auch den Schutz dieses Guts: Die „Würde“ als die vom Substrat abgelöste „Idee“ des Menschen, als das Humanum schlechthin, ist nach der Verfassung, darüber hinaus aber auch nach heute selbstverständlicher Sicht jedem wertenden, damit relativierenden Zugriff entzogen7. Sie ist - anders als ihre Träger - ein Absolutum.

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Literatur

  1. 1.
    So etwaHoersterJuS 1983, 93, 96; 1985, 743; ZRP 1988, 185, 186; s. auchDenningerStaatsrecht, Bd. I, 1973, S. 25 ff.; vor der in einer Wertordnung denkenden Anwendung von Art. 1, die als Wert-, nicht mehr Rechtsfindung statt rationalen Erkennens voluntatives Wählen eröffnen würde, warntBaduraJZ 1964, 340 ff.Google Scholar
  2. 2.
    So u. ähnlich BVerfGE 5, 85, 204; 27, 1, 6; 30, 173, 193; 45, 187, 227; 54, 341, 357; 61, 126, 137; s. auchLorzModernes Grund-u. Menschenrechtsverständnis u. die Philosophie der Freiheit Kants, 1993, S. 271 f.Google Scholar
  3. 3.
    So BVerfGE 6, 32, 36; 45, 187, 227; 87, 20,), 228; ähnlich etwaSternDas Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, Bd. III/1, 19e 8, S. 18 f.Google Scholar
  4. 4.
    SoWertenbruchGrundgesetz und Menschenwürde, 1958, S. 33.Google Scholar
  5. 5.
    SoMaihoferMenschenwürde im Rechtsstaat, in: Maihofer/Behrendt, Die Würde des Menschen - I, 1967, S. 8; ähnlichJarassin: Jarass/Pieroth, Grundgesetz, 4. Aufl., 1997, Art. 1 GG, Rn. 2:wichtigste Wertentscheidung?Häberlein: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Bd. I, 1987, § 20, Rn. 56:Staatsfundamentalnorm“; s. fernerHorst Dreierin: ders. (Hrsg.), Grundgesetz-Kommentar, Bd. 1, 1996, Art. 1 GG, Rn. 32 m. w. Nachw.Google Scholar
  6. 6.
    SoWintrichZur Problematik der Grundrechte, 1957, S. 14.Google Scholar
  7. 7.
    S.Sachs/HöflingGrundgesetz, 1996, Art. 1 GG, Rn. 23: für die insoweit exempl. Gentechnik. Ausführlich zur Entwicklung des MenschenwürdebegriffsEndersDie Menschenwürde in der Verfassungsordnung, 1997, S. 25 ff., bes. S. 41 ff., 54 ff., zur Uneinschränkbarkeit S. 101 ff., 110; s. ferner etwa nochStarck,in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG, 3. Aufl., 1985, Art. 1 Abs. 1 GG, Rn. 20.Google Scholar
  8. 8.
    S. dazu die Beispiele u. unter A II 1 b; B II 1, 2, 3; C III 2, 3.Google Scholar
  9. 9.
    S. zu dem durch drei Instanzen getriebenen Streit um die richtige Schreibweise eines Namens VG Frankfurt, DVB1 1966, 383 f.; HessVGH, DÖV 1968, 356 f.; BVerwGE 31, 236, 237 f.; dazu etwaDenninger(o. Fn. 1), S. 13; s.Sachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 14 mit Fn. 47.Google Scholar
  10. 10.
    Vor dieser naturgemäß primär in der Praxis geübten Haltung - s. dazu Text u. Nachw. der Vornote - warnte schonDürigin: Maunz/Dürig, Grundgesetz, Art. 1 GG, Rn. 29; s. ferner etwaGraf VitzthumJZ 1985, 201, 202; ZRP 1987, 33;SachslHöfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 9;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 35 mit Fn. 75; s. auch BFH NJW 1990, 1871 f. zur Pfändung eines Farbftrnsehgerätes; s. zum ganzen auch noch u. C I 2.Google Scholar
  11. 11.
    S. dazu etwaSachs/H6fling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 17 m. w. Nachw.; zu der mehr oder minder weit getriebenen Tendenz s. außer den in der Vornote Genannten etwa nochJarass(o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 4 u. 10;Graf Vitzthum, MedR 1985, 249, 252;Zippelius,in: Dölzer/Vogel (Hrsg.), Bonner Kommentar zum Grundgesetz, Art. 1 Abs. 1 u. 2 GG, Rn. 16. Exemplarisch für diese Minimalisierung des Normgehaltes der Menschenwürde etwaLerche, Verfassungsrechtl. Aspekte der Gentechnologie, in: Lukes/Scholz (Hrsg.), Rechtsfragen der Gentechnologie, 1986, S. 88 ff., bes. S. 101 u. 111; s. dazu auch noch Folgenote sowie noch u. unter C III 1, 2, 3.Google Scholar
  12. 12.
    Das droht etwa, wenn z.B.ForsthoffDer Staat 18 (1969), 524, die Menschenwürde als einenallgemein-empirische(n)“ Begriff versteht, unter dennicht subsumiert werden kann“ s. fernerStarck Gutachten A für den 56. DJT, 1986, S. A 14;ders.(o. Fn. 7), Art. 1 Abs. 1 GG, Rn. 11 u. 20;Sachs/Höfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 12;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 47 ff., 56 ff.Google Scholar
  13. 13.
    Zu diesem Befund s. nur etwaSachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 9;Enders, Menschenwürde (o. Fn. 7), S. 377 ff., bes. S. 388 ff.; auchLöw, in: Bastian (u. Fn. 29), S. 89 f.;Cancik, in: Funke (Hrsg.), Utopie u. Tradition, 1987, S. 75 f. (abgedruckt jetzt auch inCancik, Antik-Modern, Beitr. zur röm. u. dt. Kulturgeschichte, 1998, S. 267 ff.); konkrete Belege im weiteren Text; s. auch noch u. bei Fn. 93.Google Scholar
  14. 14.
    S. dazu nur etwaSachslHöfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 10;Enders,Menschenwürde (o. Fn. 7), S. 101 ff.; wohl deshalb bleiben Bereiche wirklich absoluten Schutzes in der Gesamtkonzeption des Würdeschutzes eher theoretische Möglichkeiten. Zu Bemühungen, bestimmte Positionen durch Subsumtion unter Art. 1 Abs. 1 GG der Verfassungsänderung zu entziehenSachslHöfling, a.a.O., Art. 1 GG, Rn. 18 Fn. 65 mit Verweis auf BVerfGE 88, 203, 215 f Für die Begrenzbarkeit der Würde einer Person durch die einer anderenStarck(o. Fn. 7), Art. 1 Abs. 1 GG, Rn. 21; weitergehendKloepfer,Festgabe für BVerfG, Bd. II, 1976, S. 405, 412 fGoogle Scholar
  15. 15.
    S. zu dieser Auffassung - freilich bei Mitbeachtung des hiervor Gesagten - nur etwa SachslHöfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 6, 10;Graf VitzthumMedR 1985, 249, 253.Google Scholar
  16. 17.
    S. dazu nur etwa BVerfGE 39, 1, 42; 88, 203, 252.Google Scholar
  17. 18.
    Das wird als wesentlicher Unterschied zu anderen Grundrechten betont etwa beiSachs/-Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 10 f.;Spiekerkötter, Menschenwürde als Verfassungsbegriff, 1990, S. 83;Jarass(o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 10;Podlech,in: Alternativkommentar zum Grundgesetz, 1984, Art. 1 Abs. 1 GG, Rn. 73.Google Scholar
  18. 19.
    S. dazu schonPickerSchadensersatz fur das unerwünschte eigene LebenWrongful Life“, 1995, S. 81 f.Google Scholar
  19. 20.
    S. dazu m. Nachw. u. unter B II 1.Google Scholar
  20. 21.
    S. dazu etwaPickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 26 ff., bes. S. 92 ff., 95 ff. m. w. Nachw.Google Scholar
  21. 23.
    S. sogleich u. unter A II 1 c u. 2.Google Scholar
  22. 26.
    Zu Recht werden diese Zusammenhänge betont etwa beiDörnerTödliches Mitleid, 3. Aufl., 1993, bes. S. 10 ff. mit einleuchtender Rückführung auf einen totalitären Effizienzgedanken, der freilich monistisch überspitzt wird (s. dazu u. Fn. 213);Spaemannin: Stössel (Hrsg.), Tüchtig oder tot, 1991, bes. S. 144 ff.;ders.in: Spaemann/Fuchs (o. Fn. 25), S. 12 ff.; s. auch das Zitat u. bei Fn. 200;Fuchs,das., S. 31 ff.; s. dazu auch noch u. unter B III 2 b bb (3) sowie in Fn. 28.Google Scholar
  23. 27.
    Zum Phänomen wie zu seiner zunehmend besorgten Erfassung s.PickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 89 ff. m. w. Nachw.Google Scholar
  24. 30.
    S. zuNorbert Hoersteraus der Vielzahl seiner einschlägigen Schriften etwa Abtreibung im säkularen Staat, 2. Aufl., 1995; Neugeborene u. das Recht auf Leben, 1995; JZ 1982, 265 ff.; JuS 1989, 172 ff. u. 1031 f.; 1991, 190 ff.; JZ 1991, 503 ff.; in: Sass (Hrsg.), Medizin u. Ethik, 1989, S. 287 ff.; NJW 1997, 773 ff.Google Scholar
  25. 31.
    HoersterNeugeborene, a.a.O., Widmung S. 10; zu den Abweichungen von Singer im Folg.; zu Singer u. Kuhses Annäherung an ihn s.Kuhse/SingerKind (o. Fn. 28), S. 251 ff.Google Scholar
  26. 32.
    So Singers eigene Etikettik’ung, s. etwa Ethik (o. Fn. 29), schon S. 17 ff. u. insbes. dann S. 128 ff., 135 f., 168 ff., 210, 221 f., 249 ff.; zu Hoersters ständigen verbalen Distanzierungen vom Utilitarismus s. L Fn. 102.Google Scholar
  27. 34.
    S.Singera.a.O., S. 120, unter freilich noch überprüfungsbedürftiger Berufung auf John Locke.Google Scholar
  28. 35.
    SoSingera.a.O., S. 123; zu den wichtigsten Konsequenzen noch im späteren Text. - Exemplarisch dafür, wie weit die Distinktion zwischenMensch“ u.Person“ anhand dieser Kriterien schon eingespielt, wie breit sie geradezu schon selbstverständlich ist, etwaDreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 50, nach dem - aus dem konkreten Kontext gelöst -Ich-Bewußtsein, Vernunft, Fähigkeit zur Selbstbestimmung… für die Menschenwürde konstitutiv“ sein sollen;Tooleyin: Leist (o. Fn. 28), S. 160 ff.;Hare,das., S. 382; s. auch o. Fn. 24;Dworkin (o. Fn. 25), etwa S. 27 f.Google Scholar
  29. 36.
    S. dazu etwaSingera.a.O., S. 27 f., 122 f., 223 f., 337 ff.;KuhselSingerKind (o. Fn. 28), S. 169 ff.; ebenso der Ausgangspunkt Hoersters, zuletzt wieder Neugeborene (o. Fn. 30), S. 11 f.Google Scholar
  30. 37.
    Konkret gestattet diePraktische Ethik“ deshalb in weitem, alle heute auch nur entfernt erwogenen Fälle überschreitendem Umfang die Vernichtung von Leben. U. in gleichfalls weit gezogenen Grenzen läßt sie folgerichtig auch medizinische Therapieversuche zu, die die derzeit h.M. noch durchgängig ablehnt: Sie verteidigt prämissenkonform etwa Versuche an menschlichen Embryonen u. verficht aus derselben Haltung heraus etwa die Verwendung von Fötenzellen zur Heilung lebender Menschen; zu diesen - hier nicht mehr prinzipiell zu verfolgenden - Postulaten s.Singera.a.O., etwa S. 178 ff., 203 ff., 212 ff.Google Scholar
  31. 38.
    Das gilt etwa für so viel zitierte, auch in ihrem Kontext gelesen noch gewollt schockierende Äußerungen wie etwa die vom geringeren Lebenswert eines Neugeborenen als dem etwa eines Schweins; s. dazu Ethik (o. Fn. 29), 1. Aufl. 1979, S. 169 sowie, mit vollem Zitat, u. bei u. in Fn. 197.Google Scholar
  32. 39.
    S.Kuhse/SingerKind (o. Fn. 28), namentlich die Passagen S. 27 ff., 53 ff., 75 ff., 105 ff., 188; s. dazu auch noch u. in Fn. 49.Google Scholar
  33. 40.
    S. dazuKuhselSingera.a.O., etwa S. 53 ff, bes. S. 65 ff.Google Scholar
  34. 41.
    S. dazuKuhselSingera.a.O., etwa S. 96 ff.; thematisiert wird das Ersetzbarkeits-Thema dann bes. S. 207 ff.; s. dazu auchSinger Ethik (o. Fn. 29), S. 138 ff., 160 ff., 198 ff. mit dem für sich sprechenden Bergurlaubs-Beispiel, S. 201, 236 ff.Google Scholar
  35. 42.
    SoKuhse/Singera.a.O., S. 47 ff. als Kapitelüberschrift.Google Scholar
  36. 43.
    Dieselbe Offenheit findet sich ferner auch etwa bei der Bestimmung der entscheidenden Ziele, wennKuhselSingera.a.O., etwa S. 24 in betonter Antithese zurNazi-‘Philosophie’“ formulieren, es gehe ihnenum das Wohlergehen einzelner Menschen“: Offensichtlich deckt das beide hier erörterten Interessenkategorien ab; wieder aber wird zunächst eine streng altruistische Blickrichtung suggeriert.Google Scholar
  37. 44.
    S.KuhselSingera.a.O., S. 188 ff., 196 ff., 215 ff.; Zitat S. 188.Google Scholar
  38. 45.
    S. die Kapitelüberschrift vonKuhselSingera.a.O., S. 205 ff.Google Scholar
  39. 46.
    SoKuhselSingera.a.O., S. 196.Google Scholar
  40. 47.
    SoKuhselSingera.a.O., S. 206.Google Scholar
  41. 48.
    SoKuhselSingera.a.O., S. 205 mit näherer Darstellung dieser Interessen im weiteren Text.Google Scholar
  42. 50.
    SoKuhselSingera.a.O., S. 219.Google Scholar
  43. 51.
    S. dazuKuhselSingera.a.O., bes. S. 218 ff.Google Scholar
  44. 52.
    SoKuhselSingera.a.O., S. 227, dort zwar konkret auf die mangelnde Leistungsbereitschaft der Regierungen bezogen, ausweislich des vorangegangenen Textes aber (s. bes. S. 215 ff., 226 f.) wie o. im Text beschrieben gemünzt.Google Scholar
  45. 53.
    S. dazuKuhselSingera.a.O., S. 196 ff.Google Scholar
  46. 54.
    SoKuhse/Singera.a.O., nach den einschlägigen Ausführungen gegen das Lebensrecht neugeborener Menschen (s. S. 160 ff.) S. 188 im Principium des 7. Kapitels, das sich mit der Frage befaßt, welche Interessen gegen das Kindesleben maßgeblich seien, u. das die hier verfolgte plötzliche Öffnung für lebenskonträre Drittinteressen vornimmt. Zur näheren Begründung und zum genaueren Inhalt dieser Thesen s. u. B III 2 b aa.Google Scholar
  47. 55.
    SoKuhselSingera.a.O.; im dortigen Text wird dann weiter präzisiert, daß ein Interesse fehle, „das es uns zur moralischen Pflicht macht, Leben auf jeden Fall zu erhalten“, eine Einschränkung, die gleichfalls an der im obigen Text verfolgten Unlogik krankt, die damit aber auch ihrerseits anschaulich zeigt, wie sehr man die Reichweite der eigenen Thesen verschleiert.Google Scholar
  48. 57.
    S.KuhselSingera.a.O., S. 205 ff.; Zitate S. 205.Google Scholar
  49. 58.
    Diese Deutung liegt deshalb näher, weil Singer in seinerpraktischen Ethik“ die hier verfolgte Weiterung immer wieder durchblicken läßt; beachte dazu namentlich die durch SingersTotalansichts-“ u.Ersetzbarkeitsthesen“ (s. o. Fn. 41) eröffneten Erweiterungsmöglichkeiten.Google Scholar
  50. 59.
    Eher wohl ungewollt wird das ferner auch bei den Autoren deutlich, wenn sie, freilich im Zusammenhang immer mit dem schwerstbehinderten Kind, formulieren, man solle „bei der Entscheidung, ob wir ein Kind am Leben halten oder nicht“, die Interessen des Kindes, der Familie, des „nächsten Kindes” u. der Gemeinschaft als ganzer berücksichtigen(Kuhse/SingerKind (o. Fn. 28), S. 228): Dieser Maßstab erfaßt wieder jedes „störende“ Kind. In seinem Hauptwerk läßt denn auch Singer, wie noch zu zeigen (s. u. etwa B III 2 b bb (2)), nicht den geringsten Zweifel daran, daß seine Thesen nicht nur behinderte Kinder erfassen, eine Beschränkung, die ja im übrigen auch unter dem Maßstab von „lebenswert” oder „-unwert“ nicht leicht durchführbar wäre; s. auch noch u. Fn. 148 u. 150.Google Scholar
  51. 60.
    Diese Weiterung aufzuzeigen, ist ein Hauptthema der vorliegenden Abhandlung; s. hier nur erst etwaSingerEthik (o. Fn. 29), S. 181 ff., 218 ff., 232ff.; Hoersteretwa JuS 1989, 178; 1991, 191; Abtreibung (o. Fn. 30), S. 128 ff.Google Scholar
  52. 61.
    So in der Tat auch den Worten nach, wenn freilich auch unmittelbar in anderem ZusammenhangSingerEthik (o. Fn. 29), etwa S. 235, 241, wo es bezüglich der Annahme, es sei das Leben Behinderter „weniger lebenswert“ als das Nichtbehinderter, heißt: „Wer leugnet, daß dies im Durchschnitt gesehen so ist, verkennt die Realität”; dabei darf die auch hier zunächst gewählte Perspektive des Leidensbetroffenen selbst wiederum nicht darüber täuschen - schon die Folgeseite bestätigt das! -, daß das Urteil auch aus der Perspektive Dritter gelten soll; s. auch noch etwa S. 273.Google Scholar
  53. 64.
    Insgesamt trifft angesichts dieses Diskussionsstandes das Urteil, „die Debatte um die Thesen Peter Singers“ falle in Deutschland „sehr heftig, sehr polemisch u. über weite Strecken ausgesprochen unsachlich” aus (soHegselmannin:Hegselmann/Merkel (o. Fn. 29), S. 198), weithin die Realitäten. Die Kontroverse ist also in der Tat „nicht gerade das Beispiel einer sachlichen u. vernünftigen Auseinandersetzung“ (soU. Wolf Analyse u. Kritik 1990, 149). Vielmehr indiziert bereits die Kritik, wie eingangs als ihr Charakteristikum angedeutet, einen gleichsam noch vorwissenschaftlichen Zustand: Statt präziserGoogle Scholar
  54. 65.
    ZutreffendLohnerin: Reiter/Keller (o. Fn. 29), S. 293.Google Scholar
  55. 66.
    Das belegen die öffentlichen Reaktionen auf Singer, s. a. Fn. 62; aufschlußreich auch die durch die Tagespresse (s. etwa Schwäbisches Tagblatt v. 22.4.1998, S. 3) gehende Nachricht, daß in einer Klasse von 14–15 jährigen Gymnasiasten, denen als einzige Argumentationsgrundlage das o. referierte Buch von Kuhse u. Singer vorgelegt worden war, von 25 Klausuren 15 für eine schmerzfreie Tötung behinderter Kinder unmittelbar nach der Geburt votierten.Google Scholar
  56. 67.
    So für die als repräsentativ aufgeführte Lehre SingersHoersterNJW 1986, 1786, 1788; JZ 1991, 503; s. fernerders. Neugeborene (o. Fn. 30), S. 57 ff. mit dem Vorschlag für die „Praxis“, daß „das Recht auf Leben… jedes geborene menschliche Individuum mit einemGesamtalter von mindestens 28 Wochen” erhält; Hervorheb. i. O.Google Scholar
  57. 68.
    S. dazu etwaSingerEthik (o. Fn. 29), S. 27 f., 122 f., 223 f., 337 ff.;KuhselSingerKind (o. Fn. 28), S. 169 ff.; ebensoHoerster,Neugeborene (o. Fn. 30), S. 11 f.Google Scholar
  58. 69.
    SoHoersterNJW 1986, 1786, 1788.Google Scholar
  59. 71.
    S. o. unter A II 2.Google Scholar
  60. 72.
    S.SingerEthik (o. Fn. 29), S. 90 ff.; allgemein zur Tötung von Tieren a.a.O., S. 172 ff.Google Scholar
  61. 73.
    S. dazuSingerEthik (o. Fn. 29), bes. S. 94 ff.; das. auch die obigen Zitate; s. auch noch Fn. 73.Google Scholar
  62. 74.
    SoSingera.a.O., S. 86.Google Scholar
  63. 76.
    S. o. A II 1 b.Google Scholar
  64. 78.
    So BGHZ 86, 240, 248; s. zum Ursprungsfall LG Itzehoe FamRZ 1969, 90 f.; s. ferner etwa zur Sterilisation BGHZ 76, 249 ff.; 76, 259 ff.; BGH NJW 1981, 630 ff.; 2002 ff.; 1984, 2625 f.; zum Schwangerschaftsabbruch s. BGHZ 86, 240 ff.; 89, 95 ff.; 95, 199 ff.; BGH NJW 1985, 671 ff.; VersR 1985, 1068 ff.; 1986, 869 f.; 1988, 155 f.; zur fehlerhaften genetischen Beratung BGHZ 124, 128 ff.; weitere Nachw. beiLangeSchadensersatz, 2. Aufl., 1990, S. 328 Fn. 161; zu einem neueren FallPickerFrankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.1.1996, S. 39.Google Scholar
  65. 79.
    So BVerfGE 88, 203, 296, unter D V 6 der Gründe; zur abweichenden Meinung zweier Richter S. 338, 358.Google Scholar
  66. 80.
    S. BGHZ 124, 128 ff.; BGH NJW 1995, 1609 ff.; 2407 ff.; offengelassen in OLG Zweibrücken MedR 1997, 360 f. m. Anm.Quass. Google Scholar
  67. 81.
    S. BVerfG NJW 1998, 519 ff.; s. dazu jüngstLaufsNJW 1998, 796 ff.; zum Streit über die Bedeutung der Haftungsfrage als „tragender Grund“ für die Abtreibungsentscheidung des 2. Senats des BVerfG - s. o. Fn. 77 - s.meinevom 1. Senat falsch angeführte, Stellungnahme in AcP 195 (1995), 522 sowie jetztStürnerJZ 1998, 319.Google Scholar
  68. 82.
    So BGHZ 124, 128, 140 f.; das Zitat davor a.a.O., S. 139; s. auch schon BGH NJW 1984, 2625 f.Google Scholar
  69. 83.
    Diese Dialektik hat der BGH von Anfang an praktiziert, s. etwa BGHZ 76, 249, 253; NJW 1984, 2625, 2626; BGHZ 124, 128, 138 ff.; s. dazuPickerAcP 195 (1995), bes. S. 483, 503 ff.Google Scholar
  70. 84.
    S. dazuPickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 27 ff., bes. S. 31 ff.;ders.AcP 195 (1995), 438, 503 ff.; jew. m. w. Nachw., dort S. 523 auch zu den ideellen u. psychosomatischen Folgen für das Kind, namentlich aber auch S. 535 ff. zu den sozialmentalen Konsequenzen für die Haltung der Gesellschaft.Google Scholar
  71. 85.
    S.PickerAcP 195 (1995), 483, 501 ff., 535 ff.;ders.Wrongful Life (o. Fn. 19), S. 26 ff.; s. außer den dortigen Nachw. jetzt namentlich auch nochZimmermannJZ 1997, 131 f.;EichenhoferDie Sozialgerichtsbarkeit, 1997, 51 f.;LaufsNJW 1998, 796ff.; StürnerJZ 1998, 317 ff.Google Scholar
  72. 86.
    S. BVerfG NJW 1998, 519, 522; BGHZ 124, 128, 142 f.; s. namentlich auch schon BGHZ 76, 249, 255, wonach die Unterhaltsleistungen des haftenden Arztes sogar geeignet seien, „eine positive Einstellung der Eltern zu dem zusätzlichen Kind zu fördern“; so nunmehr auch ausdrücklich BVerfG, a.a.O.; dazuPickerAcP 195 (1995), 483, 524 ff.Google Scholar
  73. 87.
    S. Vornote; ferner dazu etwaA. RothFuR 1993, 305, 307;PickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 35.Google Scholar
  74. 88.
    So repräsentativ etwaHeidrichJuS 1969, 455, 459;GiesenJZ 1994, 286, 292;HarrerZivilrechtl. Haftung bei durchkreuzter Familienplanung, 1989, S. 22 ff.; s. dazu fernerPickerAcP 195 (1995), 483, 524 ff. m. w. Nachw.Google Scholar
  75. 89.
    S. nur etwaPickera.a.O., S. 483, 520 ff.; ausdrücklich, freilich ohne jede Begründung rein behauptend ablehnend dagegen BVerfG NJW 1998, 519, 522.Google Scholar
  76. 90.
    Zu dem heftig geführten Streit über die Berechtigung des Slogans „Kind als Schaden“ s.Pickera.a.O., S. 483, 502 f., 515 f.; s. etwa auch BGHZ 124, 128, 140.Google Scholar
  77. 91.
    S. zu diesen Bereichen, die namentlich auch den der sog. Fortpflanzungsmedizin umfassen, dabei speziell zur „verbrauchenden Forschung“, mit entschiedener AblehnungGraf VitzthumARSP, Beiheft N.F. 33, 1988, S. 119, 137;ders.,MedR 1985, 249, 256;ders.Universitas 1986, 810, 822 ff.;SachslHöfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 21 f.; a.A.Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 59.Google Scholar
  78. 92.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 7 u. 15.Google Scholar
  79. 93.
    Zur theoretischen Anerkennung dieser schon durch den Verfassungsaufbau nahegelegten interpretatorischen Ausstrahlung von Art. 1 Abs. 1 GG s. nur etwa die Bemerkung beiGraf VitzthumARSP (o. Fn. 89), S. 119, 125;ders., Universitas 1986, 810, 816 ff.; s. demgegenüber aber auch o. bei u. in Fn. 16.Google Scholar
  80. 94.
    So, wie schon o. bei u. in Fn. 7 zit.Sachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 23.Google Scholar
  81. 95.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 13.Google Scholar
  82. 96.
    Gegen eine solche Nach-u. Unterordnung der einen Existenzdimension gegenüber der anderen zu Recht, freilich ohne nähere Konkretisierung der FolgenGraf VitzthumARSP (o. Fn. 89), S. 119, 137.Google Scholar
  83. 97.
    S. zum Meinungsstand etwaGraf Vitzthuma.a.O., S. 119, 137 f.;ders.MedR 1985, 249, 256 f.;SachslHöfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 23; fernerKohlFestschrift für Hubmann, 1985, S. 161, 171 ff., 177 ff.;StarckGutachten (o. Fn. 12), S. A 46 ff.Google Scholar
  84. 98.
    S. zu dieser Formel, die bezeichnenderweise gerade im hier behandelten Bereich gern benutzt wird, nur etwaSachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 23, schon o. bei u. in Fn. 7, 92.Google Scholar
  85. 99.
    S. zum Folgenden auch schonPickerAcP 195 (1995), 483, 523 ff., 535ff.; ders.Wrongful Life (o. Fn. 19), S. 84 ff. mit Fn. 177, 94 f., 127 ff., dort auch dazu, daß selbst schon die sublime geistig-gedankliche Relativierung des Menschen, die ihn zunächst nur indirekt-theoretisch in seiner absoluten Werthaftigkeit in Frage stellt, in einer kochentwickelten u. dadurch hochsensibilisierten Gesellschaft über kurz oder lang die atavistische Furcht wieder aufbrechen läßt, die die friedens-u. freiheitsstiftende Unbefangenheit des Zusammenlebens wieder gefährdet. Zur Korrespondenz von privatem Gewaltverzicht u. staatlicher Schutzpflicht eindringlichIsenseeDÖV 1983, 565 ff.Google Scholar
  86. 100.
    Als eindrucksvoller empirischer Beleg können die sich mehrenden Berichte gelten, daß in Ländern, die, wie etwa Holland u. Australien, die aktive Sterbehilfe von Gesetzes wegen gestatten, die angstdiktierten Reaktionen der Menschen, namentlich deren Selbstschutzmaßnahmen sprunghaft ansteigen. - Generell zur Lage in Holland, zur dort zunehmenden Abkehr vom Willen des Patienten u. zur wachsenden Kluft in der Bewertung der Euthanasie bei Alten u. Jungen s. den eindrucksvollen Bericht vonFuchsin: Spaemann/Fuchs (o. Fn. 25), S. 36 ff., bes. S. 50 f.; zur Lage in Australien s. etwa den Bericht vonHanbold in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 29.7.1996, S. 33; s. auch die vonDworkin (o. Fn. 25), S. 263 berichtete Entwicklung, daß „die alten Menschen im Land anfangen, die Ärzte als ihre Feinde zu betrachten“.Google Scholar
  87. 101.
    S. o. unter A II 2 u. B III 2.Google Scholar
  88. 102.
    S. o. bei u. in Fn. 36; fernerSingerEthik (o. Fn. 29), S. 31 f., 130 ff., 134 ff.;HoersterVerteidigung des Rechtspositivismus, 1989, S. 26 ff.; s. ferner noch u. unter B III 2 b aa (2).Google Scholar
  89. 103.
    S. o. unter A II 3 c; s. auch noch hiernach u. B III 2 b aa (1) u. (2).Google Scholar
  90. 104.
    So betont namentlich etwa Hoerster, nicht „Anhänger einer Form des Utilitarismus zu sein“; s. etwaHoersterJuS 1989, 174, 178 Fn. 23; Abtreibung, S. 12, 86 f., 134 f.; Analyse u. Kritik 1990, 226 ff., bes. S. 232, 240, 243; zuletzt wieder Neugeborene (o. Fn. 30), S. 130, 134. Da er jedoch die praktischen Resultate Singers so gut wie vollständig teilt u. da er sich namentlich auch bis hin zur Anerkennung seiner Inspiration durch diesen Autor immer wieder ausdrücklich zu dessen philosophischen Fundamenten u. ethischen Thesen bekennt, ändert dieser Vorbehalt nichts in der Sache. Entsprechende Äußerungen dürfen deshalb als aparte klassifikatorische Reserviertheit im Folgenden vernachlässigt werden; s. ferner auch noch die Zitate u. unter B III 2 b aa (2).Google Scholar
  91. 105.
    S.SingerEthik (o. Fn. 29), S. 32.Google Scholar
  92. 106.
    SoSingera.a.O.Google Scholar
  93. 107.
    A.a.O., S. 29; s. auch S. 32.Google Scholar
  94. 108.
    A.a.O., S. 31.Google Scholar
  95. 109.
    A.a.O., S. 128 f.Google Scholar
  96. 110.
    S. nur etwa a.a.O., S. 31 f., 130 ff., 134 ff. sowie die Nachw. in den Folgenoten; s. ferner die einschlägigen Hinweise im späteren Text.Google Scholar
  97. 111.
    S. etwa a.a.O., S. 32.Google Scholar
  98. 112.
    S. außer den sogleich folg. Texten u. Nachw. sowie den späteren Ausführungen nur etwa a.a.O., S. 31 f., 130 ff., 134 ff.; s. auch schon o. bei Fn. 99.Google Scholar
  99. 113.
    So a.a.O., S. 130, Hervorheb. i.O.Google Scholar
  100. 114.
    So a.a.O., S. 129; s. auch noch S. 134 ff.Google Scholar
  101. 115.
    So a.a.O., S. 135.Google Scholar
  102. 116.
  103. 117.
    SoHoersterVerteidigung (o. Fn. 100), S. 271.Google Scholar
  104. 118.
    So a.a.O., S. 26.Google Scholar
  105. 119.
    So a.a.O., S. 28; Hervorheb. i.O.Google Scholar
  106. 120.
    S. der Sache nach schon a.a.O., bes. S. 28 ff.; ferner etwa ZRP 1988, 1 ff.; speziell zur Notwendigkeit einer präferenzutilitaristischen Begründung etwa ZRP 1988, bes. S. 3 f., dazu noch im späteren Text; s. zum Ganzen namentlichLohnerin: Reiter/Keller (o. Fn. 29), bes. S. 310.Google Scholar
  107. 121.
    S. o. unter A II 2 b, c.Google Scholar
  108. 122.
    S. dazu namentlich etwaHoersterin: Sass (o. Fn. 30), S. 287, 290 f.; Abtreibung (o. Fn. 30), bes. S. 55 ff., 103 ff.; s. auch schon das Zitat aus Verteidigung (o. Fn. 100), S. 26 im unmittelbar vorangegangenen Text bei Fn. 116.Google Scholar
  109. 123.
    S. dazu u. bei u. in Fn. 165 f. sowie auch Fn. 144.Google Scholar
  110. 124.
    So etwa Abtreibung (o. Fn. 30), S. 56 f. u. ständig wieder; Neugeborene (o. Fn. 30), bes. S. 13 ff.Google Scholar
  111. 125.
    S. dazu Abtreibung, a.a.O., bes. S. 14 ff., 114 ff.; das alles wie das Folg. wird immer wieder auch in zahlr. anderen Schriften Hoersters vertreten.Google Scholar
  112. 126.
    S. dazu a.a.O., S. 121 ff.Google Scholar
  113. 127.
    S. a.a.O., S. 16 ff.Google Scholar
  114. 128.
    So a.a.O., S. 64 f.; s. auch schonSingerEthik (o. Fn. 29), S. 121: Die Bemühung der „`Einzigartigkeit des Menschen“` sei „eine biologische Trivialität, die ebenso wie auf den Menschen auch auf andere Lebewesen” - etwa das „Katzenindividuum“ - zutreffen soll.Google Scholar
  115. 129.
    So Abtreibung (o. Fn. 30), S. 19.Google Scholar
  116. 130.
    So a.a.O., S. 20; Hervorheb. i.O.Google Scholar
  117. 131.
    So a.a.O., S. 21 f.; Hervorheb. i.O.; s. auch S. 144; sachlich übereinstimmend in: Sass (o. Fn. 30), S. 291; NJW 1986, 1786, 1788.Google Scholar
  118. 132.
    S.HoersterZRP 1988, 1, 3 u. übereinstimmend in: Sass (o. Fn. 30), S. 291.Google Scholar
  119. 133.
    SoSingerEthik (o. Fn. 29), S. 221; s. auch schon a.a.O., S. 124 f. u. dazu sogleich noch im Folg. in Text u. Fn.Google Scholar
  120. 134.
    SoSingera.a.O., S. 124 f.; Hervorheb. i. O.; „indirekt“ nennt Singer den Grund, „weil er sich nicht auf direktes Unrecht bezieht, das der getöteten Person zugefügt wird, sondern eher auf eine Konsequenz dieser Tötung für andere Leute”.Google Scholar
  121. 135.
    S. z.B.HoersterJZ 1991, 503 f.;Singer a.a.O., S. 244 ff.; näher zu ihren Vorstellungen im folg. Text.Google Scholar
  122. 136.
    SoHoersteretwa JuS 1991, 191. Zum Nachfolgenden s. auch die z.T. in ähnliche Richtung zielenden Kritiken etwa vonStürnerJZ 1991, 505 ff.;Hruschka,JZ 1991, 507 ff.;J-C. Wolf Analyse u. Kritik 1990, 219 ff.;Wittmannin: flegselmann/Merkel (o. Fn. 29), S. 249 ff., 257 ff.;SpaemannPersonen (o. Fn. 29), S. 252 ff.;TröndleGoltdammer’s Archiv 1995, bes. S. 252 ff.;Rhonheimer (o. Fn. 29), S. 11 ff.Google Scholar
  123. 137.
    SoHruschkaJZ 1991, 507.Google Scholar
  124. 138.
    Im gleichen Sinne wohl auchHruschkaa.a.O.Google Scholar
  125. 139.
    S. o. bei u. in Fn. 121.Google Scholar
  126. 140.
    S. zu diesen gleichfalls schon mehrfach angeklungenen Weiterungen noch hiernach unter B III 2 b bb.Google Scholar
  127. 141.
    S. außer den schon zitierten u. noch zu zitierenden Stellen, namentlich u. bei u. in Fn. 151, nur etwaSingerEthik (o. Fn. 29), S. 181 ff., 218 ff., 232 ff.;Hoerster etwa JuS 1989, 172, 178; 1991, 190, 191; Abtreibung (o. Fn. 30), S. 128 ff.; JZ 1991, 503, 504.Google Scholar
  128. 142.
    Singera.a.O., S. 244 ff., s. auch schon S. 230 sowie den noch folg. Text.Google Scholar
  129. 143.
    SoSingera.a.O., S. 244 f.Google Scholar
  130. 144.
    So etwaHoersterz.B. ZRP 1988, 1, 3; JZ 1991, 503, 504; s. auch etwaSteiglederin: Wils (o. Fn. 73), bes. S. 117 ff.; s. ferner schon o. unter A II 2.Google Scholar
  131. 145.
    SoHoersterAbtreibung (o. Fn. 30), S. 141.Google Scholar
  132. 146.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 121, sowie u. bei u. in Fn. 165 f.; zu Singers Eingeständnis, daß es keine klare Zäsur gebe, s. Ethik (o. Fn. 29), etwa S. 181 ff., 222 f., 238, 243; s. fernerKuhselSinger(o. Fn. 28), S. 250 f.; zur AnnäherungSingersanHoersterin dieser Frage s. o. Fn. 31.Google Scholar
  133. 147.
    SoHoersteretwa JuS 1989, 178.Google Scholar
  134. 149.
    S. zur Übernahme entspr. Beispiele in diese deutsche Diskussion die - freilich vorsichtig wägende - Argumentation etwa vonGeilenZStW 103 (1991), 850; s. aber auchTröndleGoltdammer’s Archiv 1995, 254 ff.Google Scholar
  135. 150.
    S. dagegenSingerEthik (o. Fn. 29), etwa S. 138 ff., 163 ff., 198 ff., 236 ff., 243 f.;Hoersteretwa Abtreibung (o. Fn. 30), S. 24 ff., 124 f.; s. auch noch u. Fn. 150.Google Scholar
  136. 151.
    So - öfter dann wieder aufgegriffen -Singera.a.O., S. 199; zum letzteren Beispiel auch etwaRhonheimer (o. Fn. 29), S. 66 ff.;LenzenAnalyse u. Kritik 1990, 199;TröndleGoltdammer’s Archiv 1995, 255 f.Google Scholar
  137. 152.
    S.Singera.a.O., S. 198. Die weitere Argumentation a.a.O., S. 200 ff., die, kurz skizziert, den Schwangerschaftsabbruch als wertneutral zu erwägen versucht, weil anstelle des abgetriebenen i.d.R. eben ein anderes Kind zur Welt gebracht werde (s. dazu auch noch o. Fn. 59 u. 148), gibt den angeblich opferbezogenen Präferenz-Utilitarismus mit geradezu brutal zu nennender Nonchalance wieder auf u. bestätigt damit einmal mehr die hier verfolgte Grundkritik.Google Scholar
  138. 153.
    Alle Zitate beiSingera.a.O., S. 245; s. i.ü. schon o. bei u. in Fn. 139 ff. sowie noch u. bei u. in Fn. 167.Google Scholar
  139. 154.
    S. dazu schon o. A II 2 sowieSingera.a.O., S. 177 ff., 218 ff., 232 ff.;HoersterAbtreibung (o. Fn. 30), bes. S. 79 ff., 128 ff., letzteres immer mit der Maßgabe, daß der Infantizid alleine aus den genannten „pragmatischen“ Gründen ausgeschlossen sein soll.Google Scholar
  140. 156.
    S. hiervor bei u. in Fn. 131.Google Scholar
  141. 157.
    S.SingerEthik (o. Fn. 29), S. 245.Google Scholar
  142. 158.
    SoSingera.a.O., S. 221.Google Scholar
  143. 169.
    SoSingera.a.O., S. 221; ähnlich auch S. 245; zu der zitierten Stelle sowie der Lehre Benthams insgesamt u. unter B III 2 b bb (3) (a).Google Scholar
  144. 160.
    SoSingera.a.O., S. 125.Google Scholar
  145. 161.
    SoSingera.a.O., S. 246. 169 SoSingera.a.O., S. 221.Google Scholar
  146. 162.
    SoSingera.a.O., S. 246.Google Scholar
  147. 163.
    SoSingera.a.O., S. 124; s. auch S. 245 f.Google Scholar
  148. 164.
    SoSingera.a.O., S. 246; Versuchen, diesem theoriebestimmenden Angstargument zu begegnen, etwa mit „einem Verfahren…, das denjenigen, die die nicht freiwillige Euthanasie unter keinen Umständen wünschen, ermöglicht, ihre Weigerung schriftlich festzulegen“ (soSingera.a.O.), mißt der Autor offensichtlich selbst keinen Wert bei.Google Scholar
  149. 165.
    S. dazu schon o. B III 2 b aa (2) sowie hiernach in der Folgenote.Google Scholar
  150. 166.
    S.HoersterAbtreibung (o. Fn. 30), S. 55 Fn. 16, 128 ff. mit Überschrift S. 134, wo, wie stets, die Kindestötung als eine „pragmatische“ Frage erörtert wird, ferner S. 142; s. etwa auch JuS 1989, 172, 178; s. auch die der Singer’schen Argumentation entsprechende Begründung in JZ 1991, 503, 504; ferner Neugeborene (o. Fn. 30), S. 22 ff., 25 ff., 49 ff., 57 ff.; s. auch schon o. bei u. in Fn. 121.Google Scholar
  151. 167.
    S.HoersterAbtreibung (o. Fn. 30), S. 141.Google Scholar
  152. 168.
    SoHoersterJZ 1991, 503, 504; s. zum Zusammenhang auch schon o. Fn. 151.Google Scholar
  153. 169.
    S. zu der vonHoerstersonst durchweg bestrittenen Möglichkeit von Rückschlüssen aus der Nazi-Zeit etwa ZRP 1988, 1, 3; in: Sass (o. Fn. 30), S. 287, 292 f.; NJW 1986, 1786, 1791; s. aber auch schon JZ 1991, 503, 504 sowie im Folg. u. B III 2 b bb (3) (b).Google Scholar
  154. 170.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 62, namentlich beiAnstötz, Hegselmannjew. a.a.O. sowie u. Fn. 251.Google Scholar
  155. 171.
    S. etwaU. WolfAnalyse u. Kritik 1990, 149, 155; die Ausführungen finden sich - ebenso wie die im folg. Text - auch in: Hegselmann/Merkel (o. Fn. 29), hier S. 181 ff.Google Scholar
  156. 172.
    So UWolfa.a.O., bes. S. 157 u. passim.Google Scholar
  157. 173.
    SoU. Wolfa.a.O., 149, 157.Google Scholar
  158. 174.
    SoAnstötzAnalyse u. Kritik 1990, 131, 136; s. auchders.in: Hegselmann/Merkel (o. Fn. 29), S. 276 ff.Google Scholar
  159. 175.
    So UWolfAnalyse u. Kritik 1990, 149, 155.Google Scholar
  160. 176.
    SoU. Wolfa.a.O., 149, 155.Google Scholar
  161. 177.
    SoU. Wolfa.a.O., 149, 157.Google Scholar
  162. 178.
    SoBirnbacherin: Hegselmann/Merkel (o. Fn. 29), S. 25, 39 f.; Analyse u. Kritik 1990, 205, 211; s. auchHoersterNeugeborene (o. Fn. 30), S. 41 ff.Google Scholar
  163. 179.
    SoBirnbachera.a.O., S. 25, 40.Google Scholar
  164. 180.
    SoBirnbachera.a.O.Google Scholar
  165. 181.
    SoBirnbachera.a.O., S. 25, 37, 41; s. dort S. 43 ff. auch die Kritik an Kuhse u. Singer, die sich der Sache nach darin erschöpft, beide hätten auf die Gefühle der nicht gleichermaßen tief reflektierenden Bevölkerung zu wenig Rücksicht genommen, also gleichsam zu unverblümt die Wahrheit gesagt. Immerhin werden hier die „indirekt“ diskriminierenden Effekte der Selektion (so S. 45) nicht gänzlich übergangen.Google Scholar
  166. 182.
    SoBirnbachera.a.O., S. 25, 40.Google Scholar
  167. 183.
    SoBirnbachera.a.O., S. 25, 42 f.; das. auch die Zitate; s. auch o. in Fn. 180; zur entspr. Haltung s. ferner auch etwaHoersterAbtreibung (o. Fn. 30), S. 137.Google Scholar
  168. 184.
    SoBirnbachera.a.O., S. 25, 40, Hervorheb. ü. O.; s. auchU. Wolf Analyse u. Kritik 1990, 149, 157; ähnlich etwaKindlPhilosoph. Bewertungsmöglichkeiten der Abtreibung, 1996, S. 178 ff., der zwar mögliche „fatale gesellschaftliche Folgen“ (so S. 180 Fn. 8 in der Kritik am „Pragmatismus” Hoersters) offenbar sieht, sie aber glaubt verhindern zu können durch die Konzentration auf das „Phänomen Schwangerschaft“, u. der alle noch zu berührenden Gewöhnungseffekte u. Ökonomisierungsgesetzlichkeiten außer Betracht läßt; zu Kindl s. näher etwa die Rezension vonBreuerZeitschrift für Lebensrecht 1997, 66 ff.Google Scholar
  169. 185.
    S. dazu als exempl. Belege nur etwa Passagen wie die o. unter B III 2 b aa (3) (b) (cc) (ccc) sowie u. unter B III 2 c erörterten.Google Scholar
  170. 186.
    S.Jeremy BenthamThe Theory of Legislation, Ausgabe Littleton, Colorado 1987, Kapitelüberschrift S. 264.Google Scholar
  171. 187.
    SoBenthama.a.O., S. 265.Google Scholar
  172. 188.
    SoBenthama.a.O.; s. zu der Stelle auch nochWestermarkUrsprung u. Entwicklung der Moralbegriffe, 1907, S. 605 Fn. 121.Google Scholar
  173. 189.
    Bezüglich der Völker, die solche Infantizide praktizieren, heißt es beiBenthama.a.O., S. 264: „I do not justify these nations“. Bezüglich der strafrechtlichen Bewertung heißt es das.: „But it ought to be punished as an introduction to crimes and as furnishing a proof against the character of those who commit it.”Google Scholar
  174. 190.
    Zur entscheidenden Beobachtung der inneren Haltung für die hier verfolgten Bewertungsprobleme eingehend u. unter C I 3 u. II.Google Scholar
  175. 191.
    BenthamTheory (o. Fn. 185), S. 264.Google Scholar
  176. 192.
    S. exemplarisch etwaSingerEthik (o. Fn. 29), z.B. S. 163 ff., 231, 237 ff.;HoersterJZ 1991, 503, 504; s. namentlich auch schon o. unter A II 2 b u. c.Google Scholar
  177. 193.
    S. den Text hiervor sowie bei u. in Fn. 131 ff.Google Scholar
  178. 194.
    S.o. bei u. in Fn. 168.Google Scholar
  179. 195.
    SoHoersterJZ 1991, 503 gegenStürnerJZ 1990, 709 ff.Google Scholar
  180. 197.
    S.BenthamTheory (o. Fn. 185), S. 52 f.Google Scholar
  181. 198.
    SoSingerEthik, 1. Aufl., S. 169; diese Passage ist in der 2. Aufl., S. 219, nicht unerheblich abgewandelt u. abgeschwächt worden! S. auch schon o. Fn. 38.Google Scholar
  182. 199.
    Als ein deutliches Indiz kann etwa die in der Tagespresse verbreitete Meldung dienen, daß trotz weiterer hoher Spendenfreudigkeit die Bereitschaft, für alte u. insbesondere alte kranke Menschen zu spenden, stark zurückgeht (s. etwa Schwäbisches Tagblatt v. 20.12.1995, S. 1).Google Scholar
  183. 200.
    S. außer dem Hinweis hiervor nur etwa den o. Fn. 98 zit. Bericht von Fuchs.Google Scholar
  184. 201.
    SoSpaemannin: Spaemann/Fuchs (o. Fn. 25), S. 13 f.; s. in diesem Zusammenhang namentlich auchDörnerin: Bastian (o. Fn. 29), bes. S. 25 ff.;ders. (o. Fn. 26), bes. S. 21 ff.Google Scholar
  185. 202.
    S. o. bei u. in Fn. 165.Google Scholar
  186. 203.
    S. die Nachw. o. Fn. 29.Google Scholar
  187. 204.
    S. aber etwaLohnerin: Reiter/Keller (o. Fn. 29), bes. S. 293, 298 ff., 308 f., s. freilich auch S. 300.Google Scholar
  188. 205.
    S. dazu näher u. Fn. 275.Google Scholar
  189. 206.
    S. zu dieser Wendung Singers o. Fn. 111.Google Scholar
  190. 207.
    S. in diesem Sinne etwa, auch bei Kritik an Singer u. HoersterBirnbacherin: Hegselmann/Merkel (o. Fn. 29), S. 25, 31 f. (Singer als Nachfahre Mills!); Hegselmanndas., S. 197, 219; Wittmanndas., S. 249; U. WolfAnalyse u. Kritik 1990, 113, 150; Lenzendas., 190; Rostin: Bastian, Denken (o. Fn. 29), S. 65; Lohnerin: Reiter/Keller (o. Fn. 29), S. 293.Google Scholar
  191. 208.
    S. dazu bes.Lohnera.a.O., S. 315 ff.Google Scholar
  192. 209.
    SoSingerEthik (o. Fn. 29), S. 135 (Hervorheb. von mir); s. dazu auchLohnera.a.O., S. 293, 297 ff.Google Scholar
  193. 211.
    So SingerEthik (o. Fn. 29), S. 397.Google Scholar
  194. 212.
    SoSingera.a.O., S. 418.Google Scholar
  195. 213.
    S. dazuSingera.a.O., bes. S. 398 ff.Google Scholar
  196. 216.
    SoSingera.a.O., etwa S. 406 u. bes. S. 407 ff.Google Scholar
  197. 217.
    SoSingera.a.O., S. 411 ff.Google Scholar
  198. 218.
    SoSingera.a.O., S. 412.Google Scholar
  199. 219.
    SoSingera.a.O., S. 415 ff.Google Scholar
  200. 220.
    SoSingera.a.O., S. 416.Google Scholar
  201. 221.
    SoSingera.a.O., S. 416 ff.Google Scholar
  202. 222.
    SoSingera.a.O., S. 418.Google Scholar
  203. 223.
    SoSingera.a.O., S. 418 f.Google Scholar
  204. 224.
    SoSingera.a.O., S. 418 (Hervorheb. i. O.).Google Scholar
  205. 225.
    S.Singera.a.O., S. 419 ff.Google Scholar
  206. 226.
    SoSingera.a.O., S. 422.Google Scholar
  207. 227.
    S.Singera.a.O., S. 419.Google Scholar
  208. 228.
    SoSingera.a.O., S. 419.Google Scholar
  209. 229.
    SoSingera.a.O., S. 419.Google Scholar
  210. 230.
    SoSingera.a.O., S. 419 f.Google Scholar
  211. 231.
    SoSingera.a.O., S. 420.Google Scholar
  212. 232.
    SoSingera.a.O., S. 420.Google Scholar
  213. 233.
    SoSingera.a.O., S. 422.Google Scholar
  214. 234.
    SoSingera.a.O., S. 420.Google Scholar
  215. 235.
    SoSingera.a.O., S. 420.Google Scholar
  216. 236.
    SoSingera.a.O., S. 420.Google Scholar
  217. 237.
    SoSingera.a.O., S. 422.Google Scholar
  218. 238.
    SoSingera.a.O., S. 422 f.Google Scholar
  219. 239.
    SoSingera.a.O., S. 423.Google Scholar
  220. 240.
    SoSingera.a.O., S. 423.Google Scholar
  221. 241.
    S. aber die Bemerkung etwa vonBastian/Rostin: Bastian, Denken (o. Fn. 29), S. 65.Google Scholar
  222. 242.
    SoSingerEthik (o. Fn. 29), S. 422.Google Scholar
  223. 243.
    S. dazu schonSingera.a.O., S. 412 ff. u. schon hiervor unter B III 2 c aa (1) (b) (aa).Google Scholar
  224. 244.
    S. die hiervor bei Fn. 210 zitierte Einleitung zu dem Kapitel „Warum moralisch handeln?“.Google Scholar
  225. 245.
    SoSingerEthik (o. Fn. 29), S. 15.Google Scholar
  226. 246.
    S.Singera.a.O., S. 24 ff. u. dazu schon o. unter B III 2 b aa.Google Scholar
  227. 247.
    S. dazu das Zitat hiervor bei Fn. 228 u. 229.Google Scholar
  228. 248.
    SoSingerEthik (o. Fn. 29), S. 422.Google Scholar
  229. 249.
    S. hiervor bei Fn. 240.Google Scholar
  230. 250.
    S. zu diesen BegriffenSingerEthik (o. Fn. 29), S. 416 sowie hiervor bei Fn. 235.Google Scholar
  231. 251.
    S. dazu hiervor bei Fn. 211.Google Scholar
  232. 252.
    S. zu alledem sowie zu den wiederaufgenommenen Zitaten hiervor bei Fn. 235 ff.Google Scholar
  233. 253.
    Vor allem wohl hier liegt denn auch ein entscheidender Grund für die Schärfe u. den Furor der Reaktionen (s. o. bei u. in Fn. 62 u. 169): Diese entspringen augenscheinlich weniger einem klar gefügten Gegenprogramm als einer Abwehrhaltung aus Unsicherheit, Argwohn u. Angst. Man kämpft gegen eine explizit als „praktische“ Lebensanleitung entworfene Ethik, die die sicherheitsstiftende Regel der Sakrosanktheit des menschlichen Lebens durchbricht, die diese These jedoch oft nur verdeckt u. unscharf entwickelt. Man glaubt, den Gegner nicht fassen zu können; man vermutet weitere, unausgesprochene Konsequenzen, u. man wehrt sich deshalb mit der plan-u. ziellosen Heftigkeit dessen, der die Bedrohung nur schemenhaft wahrnimmt. Die Kritik - so ist zusammenzufassen - reflektiert in ihrem heutigen Stand die Defizite der Kritisierten.Google Scholar
  234. 254.
    Solche Argumentationen finden sich bald mehr, bald minder betont nahezu überall dort, wo man einer möglichst ungehinderten Forschungsfreiheit das Wort redet, s. außer den in der Tendenz durchaus entsprechenden o. unter A I 2 b u. unter C II 3 c u. III erörterten Lehren nur etwa trotz aller Nachdenklichkeit gegenüber der ProblematikKöbl(o. Fn. 95), S.161, 189;van den Daele, KritV 1991, 257, 276.Google Scholar
  235. 255.
    Treffend insoweit die Diagnose vonvan den DaeleMensch nach Maß?, 1985, S. 201 ff., bes. S. 203, auch S. 206; zu den Folgerungen des Autors s. aberPickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 124 ff.Google Scholar
  236. 256.
    S. auch dazu schonPickera.a.O., bes. S. 123 ff. sowie noch im Folg. unter cc.Google Scholar
  237. 257.
    S. zu letzterem mitsamt den genannten Begriffen etwavan den DaeleKritV 1991, 257, 276 f.Google Scholar
  238. 258.
    So, in plastischer Beschreibung der Grundproblematik unserer Zeit, exemplarisch für zahlreiche meist weniger treffend u. zugespitzt formulierte Stimmenvan den Daelea.a.O., sowie differenzierterders.in: Hesse/Kreibich/Zöpel (Hrsg.), Zukunftsoptionen - Technikentwicklung in der Wissenschafts-und Risikogesellschaft, 1989, S. 91 ff.;Kuh-sein: Leist (o. Fn. 28), S. 102 f.; s. auchPickerWrongful Life (o. Fn. 19), S. 125 Fn. 225.Google Scholar
  239. 259.
    S. auch dazu schonPickera.a.O., S. 125.Google Scholar
  240. 260.
    S. nur o. Fn. 251 m. den dortigen w. Nachw.Google Scholar
  241. 261.
    Zur Verfassungsgefährdung einer solchen Entwicklung m. w. Nachw.IsenseeDÖV 1983, 565 ff.; zum Grundphänomen s. auch schon o. unter A III 2 c, 3.Google Scholar
  242. 262.
    Zu der weitgehenden Außerachtlassung der Tatsache, daß die Verwirklichung der durch den medizinischen Fortschritt eröffneten Optionen in weiten Bereichen unmittelbar auf Kosten Dritter geschieht, s. schonPickerWrongful Life (o. Fn. 19), bes. S. 126 ff. m. w. Nachw.; s. ferner nur etwa den o. unter A II 2 beschriebenen Prozeß der Perspektivenveränderung.Google Scholar
  243. 263.
    So anschaulichBlankenagelKJ 1987, 379, 387; zur Kritik solcher inflationärer „Würde“-Bemühungen s. ferner etwa auch schon o. bei u. in Fn. 10; s. fernerStruckARSP, Beiheft N.F. 33, 1988, S. 110 ff.; Beispiele für offenkundig freigebige Gewährungen von Würdeschutz etwa beiNipperdeyDie Würde des Menschen, in: Grundrechte, Bd. 2, 2. Aufl., 1968, S. 11 ff., 26 ff., 35 ff.; Bericht derBenda-Kommissionin: Riesenhuber (Hrsg.), In-vitro-Fertilisation, Genomanalyse u. Gentherapie, 1985, Nr. 2.4.2.1.1.Google Scholar
  244. 264.
    S. dazu etwaStern(o. Fn. 3), S. 39 ff.;Blankenagel, a.a.O., 379, 386 ff.;Sachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 60;Dreier(o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 48.Google Scholar
  245. 265.
    Zu Recht betonen das etwaStruckARSP (o. Fn. 261), S. 110, 111;Sachs/Höfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 11;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 48;Blankenagela.a.O., 379, 386 f.; s. auch die o. Fn. 10 Genannten.Google Scholar
  246. 266.
    Jedenfalls im Bereich der Humangenetik offenbar ganz gegen eine solche Implantation etwaLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 88, 110;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 51, 62, allgemein Rn. 97; s. dazu schon o. unter A I 2 b u. II 1 a mit Fn. 16 sowie noch u. unter C II 3 c u. III.Google Scholar
  247. 267.
    S. o. unter A I 2 c mit Fn. 14.Google Scholar
  248. 268.
    S. o. unter B III 2, insbes. auch unter b bb (3) (a) das.Google Scholar
  249. 269.
    So etwaE. FechnerJZ 1986, 653, der dann freilich etwa die Humangenetik großzügig aus dem Würdeschutz ausnimmt; verfehlt dort freilich z.T. auch die Vergleiche, etwa der mit dem Soldaten.Google Scholar
  250. 270.
    S. dazu, zumeist freilich in der Ausrichtung auf die eher weniger elementare Bedingung der Sicherung sozialer Mindeststandards, etwaPodlechAlternativkommentar (o. Fn. 18), Art. 1 GG, Rn. 18, 23 ff.Google Scholar
  251. 271.
    So etwa BVerfGE 40, 121, 133; 45, 187, 228; 48, 346, 361;Sachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 19;Lerche, Gentechnologie (o. Fn. 11), S. 88, 102 f., der dann freilich, wie noch zu zeigen, gleichfalls den Würdeschutz etwa im Bereich der Humangenetik stark restriktiv deutet.Google Scholar
  252. 272.
    Eingehend zu der Beziehung von Sicherheit und FreiheitIsenseeDas Grundrecht auf Sicherheit, 1983, bes. S. 21 ff.Google Scholar
  253. 273.
    Diese steht als das bestimmende Gegeninteresse offenbar durchgängig hinter den Bemühungen um eine Begrenzung der Argumentation mit der Würde, s. dazu die Nachw. o. Fn.16 u. 264.Google Scholar
  254. 274.
    S. schon o. unter B II 3 b.Google Scholar
  255. 275.
    Zur Bedeutung dieses Wandels tü’ r die „Würde“ u. konkret zur Objektformel Dürigs s. noch u. bei u. in Fn. 285. - Den derzeit vielleicht eindrucksvollsten Beleg für die unmittelbare Realität dieser Entwicklung liefert die o. bei u. in Fn. 24 dargestellte Eröffnung einer einwilligungsunabhängigen fremdnützigen Forschung am Menschen durch die europ. Bioethik-Konvention.Google Scholar
  256. 276.
    S. zu diesem Phänomen auch noch u unter C II 3 c cc; gerade die starre Haltung zur Würde gibt diese dem Zeitgeschmack pi eis.Google Scholar
  257. 278.
    S. dazu namentlich den in den Schutzbereich der „Würde“ einbezogenen Sozialschutz u. dazu etwaPodlechAlternativkommentar (o. Fn. 18), Art. 1 GG, Rn. 18, 23 ff.;Häberlein: Isensee/Kirchhof (o. Fn. 5), Rn. 28 zum Bereich des Arbeitsrechts u. Rn. 78 zur schulischen Erziehung;ders.Rechtstheorie 11 (1980), 389, 414 f.;SpaemannScheidewege, Bd. 15 (1985/86), S. 34; s. aber ferner auchBaduraJZ 1964, 337 ff., bes. 339 ff.Google Scholar
  258. 280.
    Zur Tatbestandsmäßigkeit einer Verletzui g, die „Ausdruck der Verachtung des Wertes (ist), der dem Menschen kraft seines Person eins zukommt“, s., freilich in anderem konkreten Zusammenhang, BVerfGE 30, 1, 27; aas. das Zitat; ferner etwaPodlechAlternativkommentar (o. Fn. 18), Art. 1 GG, Rn. 15; Sachs/Höfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 23;Stern (o. Fn. 3), S. 24 f. Man muß im Zitat des BVerfG nur das nach seinem umgangssprachlichen Sinn zu hoch greifende Moment der „Verachtung” ergänzen um das der fremdzweckbezogenen „Nutzbarmachung“, „Indienstnahme” oder „Unterordnung“ bzw. einen verwandten Begriff, um die hier verfolgte Schutzfunktion der „Würde” zu erfassen.Google Scholar
  259. 281.
    S. zu dieser Einordnung als WürdeverletzungDürigin: Maunz/Dürig (o. Fn. 10), Art. 1 GG, Rn. 28.Google Scholar
  260. 282.
    S. o. unter B II 3 b.Google Scholar
  261. 284.
    S. zu solchen Verweisen mit der Tendenz eines restriktiven Verständnisses der „Würde“ etwa v. Mangoldt/Klein/Starck (o. Fn. 7), Art. 1 Abs. 1 GG, Rn.7; StarckGutachten (o. Fn. 12), S. A 14;EndersMenschenwürde (o. Fn. 7), S. 25 ff., 501 ff.;Ba-duraJZ 1964, 341;NeumannARSP (o. Fn. 16), S. 141 ff.;SachslHöfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 18;Cancik (o. Fn. 13), S. 73 ff.Google Scholar
  262. 285.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 62.Google Scholar
  263. 286.
    S. o. unter A II 1 c u. 2.Google Scholar
  264. 288.
    S. zu solchen Kritiken an der Objektformel etwaHoersterJuS 1983, 93 ff.;Sachs/-Höfling (o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 14;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 39;Denninger (o. Fn. 1), S. 25 ff.;Birnbacherin: Leist (o. Fn. 28), S. 266, 276 ff.Google Scholar
  265. 289.
    S. dazu o. in u. bei Fn. 15.Google Scholar
  266. 290.
    SoSachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 1 GG, Rn. 16, 17; ähnlich etwaJarass(o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 4 u. 10;Starck, Gutachten (o. Fn. 12), S. A 14; s. ferner schon o. bei u. in Fn. 10 ff.Google Scholar
  267. 291.
    SoBlankenagelKJ 1987, 379, 387.Google Scholar
  268. 292.
    SoLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 102 f.; ähnlich auchEndersEuGRZ 1986, 241, bes. 250 ff.Google Scholar
  269. 293.
    SoPodlechAlternativkommentar (o. Fn. 18), Art. 1 GG, Rn. 15, s. auch noch Rn. 20 u. 68.Google Scholar
  270. 294.
    So einer der Umschreibungsversuche vonBirnbacherin: Leist (o. Fn. 28), S. 277 (Hervorheb. von mir).Google Scholar
  271. 295.
    Deutlich aber etwaLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 88, bes. S. 109ff.; Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 62; s. ferner etwaStruckARSP (o. Fn. 261), S. 110 ff.;Neumanndas., S. 143 ff.;KohlFestschr. für Hubmann (o. Fn. 94), S. 161, 185 ff.;EndersEuGRZ 1986, 241, 249 u. 250 ff.;BlankenagelKJ 1987, 379, 386 ff.; s. auch schon Fn. 11; s, demgegenüber aber die bemerkenswert unbefangene Einzelfallprtifung u. -entscheidung vonHäberlein: Isensee/Kirchhof (o. Fn. 5), Rn. 84 ff.Google Scholar
  272. 296.
    Das belegen mehr oder minder deutlich alle hiervor Genannten.Google Scholar
  273. 297.
    SoLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 88, 111; s. fernerEndersEuGRZ 1986, 241, 242 ff.;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 62.Google Scholar
  274. 298.
    SoStruckARSP (o. Fn. 261), S. 110, 117; ähnlich auch der Verhaltensvorschlag vonKöbl (o. Fn. 95), S.189 ff.Google Scholar
  275. 299.
    SoLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 88, 110; in vergleichbarem Sinne äußern sich ferner etwaBlankenagelKJ 1987, 379, 389 ff.;MaihoferMenschenwürde (o. Fn. 5), S. 80.Google Scholar
  276. 300.
    SoLerchea.a.O., S. 110 f.Google Scholar
  277. 301.
    SoLerchea.a.O., S. 111; s. auch noch u. bei u. in Fn. 303.Google Scholar
  278. 302.
    SoLerchea.a.O., S. 111; s. ferner ähnlichEndersEuGRZ 1986, 241, 251 f.;NeumannARSP (o. Fn. 16), S. 139, 151;Dreier (o. Fn. 5), Art. 1 GG, Rn. 62.Google Scholar
  279. 303.
    So - in Anlehnung anErnst BlochNaturrecht u. menschliche Würde, 1961, S. 81 ff.- MaihoferMenschenwürde (o. Fn. 5), S. 80 (ohne die Hervorheb. i. O.); dagegen etwaSpaemannScheidewege, Bd. 15 (1985/86), S. 29 ff.; s. dazu o. Fn. 275.Google Scholar
  280. 304.
    S. dazu o. bei u. in Fn. 282; s. ferner etwaStern(o. Fn. 3), S. 18 f.Google Scholar
  281. 305.
    S. dazu noch einmalLercheGentechnologie (o. Fn. 11), S. 111 sowie schon o. bei u. in Fn. 299; treffend betontCancik (o. Fn. 13), S. 76, man dürfe, „da der Staat die Menschenwürde schützen soll, folgern, daß diese antastbar ist“.Google Scholar
  282. 306.
    Zur Terminologie s. schon o. bei u. in Fn. 3.Google Scholar
  283. 307.
    So auch besonders anschaulich - dort freilich im konkreten Zusammenhang mit den Formen künstlicher Insemination -Dürigin: Maunz/Dürig (o. Fn. 10), Art. 1 GG, Rn. 39.Google Scholar
  284. 308.
    S. dazu nur etwaSachs/Höfling(o. Fn. 7), Art. 5 GG, Rn. 223;Graf Vitzthum, MedR 1985, 249, 253;Enders, EuGRZ 1986, 241, 248;Starck, Gutachten (o. Fn. 12), S. A 19; jew. m. w. Nachw.Google Scholar
  285. 309.
    S. o. unter A III 2 c.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Eduard Picker

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