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Zusammenfassung

Die TA-Arbeit vollzieht sich an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Politik (Öffentlichkeit). Dabei kommt es zwangsläufig zu einer Konfliktsituation zwischen den Personen und Institutionen, die TA produzieren und den Politikern, die Kraft ihres Amtes politische Einflußnahme als ihr Privileg ansehen. Es ist die Regel, daß die Ergebnisse wissenschaftlicher TA-Studien und Gutachten sich nicht mit den Meinungen bestimmter Einzelpersonen, gesellschaftlicher Gruppierungen oder Parteien decken. Davon dürfen wir uns nicht beirren lassen. Natürlich ist die operationale Autonomie unserer wissenschaftlichen Arbeit - die Unabhängigkeit von Partialinteressen - oberstes Gebot. Es geht bei TA-Studien ja nicht darum, bestimmten Auffassungen entgegenzukommen. Unsere Aufgabe kann nur darin bestehen, nach den Standards der Wissenschaft herauszufmden, was tatsächlich (wahrscheinlich, vermutlich) der Fall ist und dieses Wissen angemessen zu kommunizieren, unbeirrt von äußeren Rücksichten. Dies schließt die Verpflichtung ein, unzutreffende Meinungen über Sachverhalte explizit mit dem Verweis auf Expertenwissen zu korrigieren. Dabei müssen wir in Kauf nehmen, daß wir in das Spannungsverhältnis zwischen Regierung und Opposition hineingeraten, daß wir in Expertendilemmata verwickelt werden und daß betroffene Einzelpersonen, gesellschaftliche Gruppierungen oder Ministerien sich mit Methoden zur Wehr setzen, auf die wir als Wissenschaftler nicht eingestellt sind.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Hans Mohr
    • 1
  1. 1.Akademie für Technikfolgenabschätzung in StuttgartFreiburgGermany

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