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Der Risikostrukturausgleich aus juristischer Sicht

  • Alexander P. F. Ehlers
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Zusammenfassung

Mit der industriellen Revolution und der parallel einhergehenden Aufspaltung einheitlicher Produktionsprozesse wurden überkommene Strategien der Risikobewältigung, z. B. in Familien oder größeren Gemeinschaften, aufgegeben. Proletarisierung und Verelendung der Lohnarbeiter führten zum Verlust der bisherigen Existenzgrun dlagen. Soziale Konflikte und Kämpfe waren die Konsequenz. Die Bismarckschen Sozialreformen waren der erfolgreiche Versuch, die gesellschaftliche Situation zu stabilisieren. Die Basis der Reformen war die Bismarcksche Trias: Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität. Die Sozialgesetzgebung beschränkte sich auf die Risiken Invalidität, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Unfall und Tod. Nicht überraschend, denn dies waren die existentiellen Risiken für das Individuum und damit auch für den Produktionsfaktor“ Arbeit. Das Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15.6.1883, mit der die Versicherungspflicht nur für Arbeiter eingeführt wurde, mußte damit am Beginn der Sozialversicherung stehen. Aber: Grundsätzlich sollten nur die Risiken der Sozialgemeinschaft und damit der Solidarität überantwortet werden, die im Rahmen der Eigenverantwortung nicht zu tragen waren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Alexander P. F. Ehlers
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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