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Willensfreiheit, transparente Selbstmodellierung und Anthropologiefolgenabschätzung

  • Thomas Metzinger
Conference paper
Part of the Technik, Wirtschaft und Politik book series (TECH.WIRTSCHAFT, volume 35)

Zusammenfassung

Die Neuro- und Kognitionswissenschaften liefern uns gegenwärtig eine Flut neuer Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen bewußter und unbewußter Handlungssteuerung (Jeannerod 1997, Gerhard Roth und Werner X. Schneider in diesem Band). Für die Philosophie ergeben sich aus diesen Erkenntnissen mindestens drei große Klassen von Fragestellungen. Erstens: Wie entsteht überhaupt ein phänomenales Handlungssubjekt? Also: Wie kann man sich im Lichte unseres erweiterten Wissens die Tatsache verständlich machen, daß wir uns subjektiv unhintergehbar als die Initiatoren unserer eigenen Willkürhandlungen erleben, daß es dem inneren Erleben nach genau die bewußt erlebten Willensakte sind, die solche Handlungen verursachen? Welche inhaltlichen Veränderungen könnten sich durch solche, aus neuen empirischen Erkenntnissen resultierende Einsichten für den Begriff des Handlungssubjekts, also für unser theoretisches Verständnis des Systems „Mensch“ als Ganzes ergeben? Zweitens: Welche Folgen könnten solche semantischen Erweiterungen dann in unserem allgemeinen Bild vom Menschen auslösen, und mit welchen Konsequenzen der Entwicklung muß man rationalerweise auf soziokultureller Ebene rechnen? Worin genau besteht die Relevanz dieser neuen Information aus den Naturwissenschaften für die Ethik und die Moralphilosophie? Und drittens: Spielen die Geisteswissenschaften klassischer Prägung in der historischen und vor allem in der epistemischen Dynamik der soeben angedeuteten Umbruchsituation noch eine wesentliche Rolle? Wenn ja: Worin genau besteht diese Rolle, was ist notwendig, um sie auch tatsächlich zu realisieren?

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Thomas Metzinger

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