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Bewußte und unbewußte Handlungssteuerung aus neuropsychologischer Sicht

  • Werner X. Schneider
Conference paper
Part of the Technik, Wirtschaft und Politik book series (TECH.WIRTSCHAFT, volume 35)

Zusammenfassung

In diesem Aufsatz soll die Frage, wie Bewußtsein und Handlungssteuerung zusammenhängen, aus neuropsychologischer Sicht angegangen werden. “Neuropsychologisch“ meint, daß neben genuin psychologischen Befunden und Theorien auch neurobiologische berücksichtigt werden, besonders solche, die sich auf Patienten mit Hirnschädigungen beziehen (Kolb & Whishaw 1990). Ich werde meine Ausführungen über den Zusammenhang zwischen Handlungssteuerung und Bewußtsein auf die visuelle Modalität, d.h. das Sehen und die damit verbundenen Handlungen beschränken — die visuelle Modalität kann als die bisher am besten verstandene höhere Hirnfunktion angesehen werden (Zeki 1993; Crick 1994; Goldstein 1997, als aktuelle Einführungen). Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist das Faktum, daß sich beim Sehvorgang im Gehirn des Menschen und seines nächsten Verwandten, des Affen, mannigfaltige, hochdifferenzierte Repräsentationen der visuellen Welt ausbilden (Zeki 1993; Milner & Goodale 1995). Licht trifft auf die Netzhäute der beiden Augen und erzeugt ein Aktivitätsmuster in den etwa 130 Millionen Photorezeptoren jedes Auges. Das Gehirn konstruiert auf der Basis dieses Aktivitätsmusters in einer Reihe von Verarbeitungsschritten eine interne “visuelle Welt“. Wie später noch ausgeführt wird, ist nur ein geringer Teil dieser intern angelegten visuellen Repräsentationen bewußt. Visuelle Verarbeitung im Gehirn umfaßt erheblich mehr, als dies unser bewußter Seheindruck glauben machen will. Die Leitfragen dieses Aufsatzes sollen nun sein, welcher Teil dieser internen visuellen Repräsentationen bewußt ist und welcher nicht, und wie diese unterschiedlichen Repräsentationen zur Steuerung von visuell-basierten Handlungen beitragen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Werner X. Schneider

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