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Soziokulturelle Anforderungen an den Ingenieur

  • Ulrich Wengenroth
Conference paper
Part of the Technik, Wirtschaft und Politik book series (TECH.WIRTSCHAFT, volume 35)

Zusammenfassung

Die beruflichen Anforderungen an Ingenieure unterliegen derzeit einem raschen Wandel. Fortschreitende Tertialisierung und Globalisierung der Wirtschaft schaffen ständig neue und erweiterte Anforderungsprofile (Winkler/Grüning/Die 1996). Ingenieurwissenschaftliche Arbeit findet zunehmend in Dienstleistungsketten statt, die nationale Grenzen ebenso überschreiten wie die Grenzen zwischen Unternehmen und politischer Arena oder öffentlicher Verwaltung. Neben der Erzeugung technischer Produkte und Systeme nimmt das Management und die Neugestaltung soziotechnischer Systeme immer größeren Raum ein. Zugleich werden das Gelingen der medialen Vermittlung neuer Technologien, des Dialoges zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit sowie der Binnenkommunikation mit den eigenen Mitarbeitern über die gesellschaftliche Dimension der Unternehmensziele immer mehr zur Voraussetzung langfristiger Planungssicherheit. Die zunehmende Verquickung technischer Systeme mit sozialen und rechtlichen Prozessen, sowie die in den vergangenen Jahrzehnten erfolgte Politisierung der Technik sind nicht rückgängig zu machen. Vertrauen in Technik ist nicht mehr normativ zu regeln, wie es das hilf- und gedankenlose Jammern nach „Technikakzeptanz“ immer noch einklagt, sondern muß in einer funktionierenden Demokratie aktiv und intersubjektiv produziert werden. Es ist notwendiger Bestandteil einer im gesellschaftlichen Raum — und damit überhaupt — funktionierenden Technik. Die im Verwissenschaftlichungsprozeß des 20. Jahrhunderts rasch auseinanderklaffende technisch-naturwissenschaftliche Kompetenz von Produzenten auf der einen und Nutzern bzw. Objekten technischer Systeme auf der anderen Seite hat bei fortschreitender Demokratisierung hier ganz erhebliche Legitimationsdefizite entstehen lassen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

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  • Ulrich Wengenroth

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