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Inflation und Beschäftigung

  • Oliver Landmann
  • Jürgen Jerger
Chapter
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Zusammenfassung

Die Übersicht über die verschiedenen Erklärungsansätze der Beschäftigungstheorie in Kapitel 2 führte zur vorläufigen Schlussfolgerung, dass Änderungen der Beschäftigung, soweit sie nicht auf friktionell-strukturell bedingten Verschiebungen der Beveridgekurve beruhen, davon abhängig sind, wie sich das Wachstum der nominalen Gesamtnachfrage und das Wachstum der Nominallöhne zueinander verhalten. Vorläufig war diese Schlussfolgerung allein schon deshalb, weil sie unmittelbar die Anschlussfrage nach den Bestimmungsfaktoren der nominalen Gesamtnachfrage und des Nominallohnniveaus aufwirft. Die nominale Gesamtnachfrage und ihre makroökonomischen Hintergründe sind nicht das Thema dieses Buches, weshalb wir ihr Niveau wie ihre Wachstumsrate im weiteren als Bestandteil des exogenen Datenkranzes — bzw. als Aktionsparameter der staatlichen Geld- und Fiskalpolitik — behandeln werden. Demgegenüber werden Ansätze zur Erklärung der Lohnbildung breiten Raum einnehmen, beginnend mit der Phillipskurve in diesem Kapitel.

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Literatur

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  4. Friedman (1968) nimmt in dieser Ansprache vor der American Economic Association auf die Ergebnisse von Phillips (1958) Bezug und trifft aus theoretischen Überlegungen die Voraussage, dass sich die Phillipskurve verschieben wird, sobald die Wirtschaftspolitik den Zusammenhang ausbeutet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, in dem die Theorie der Realität vorauseilte.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Oliver Landmann
    • 1
  • Jürgen Jerger
    • 1
  1. 1.Institut für allgemeine Wirtschaftsforschung Abteilung für WirtschaftstheorieUniversität FreiburgFreiburgGermany

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