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Zusammenfassung

Die baltischen Gebiete gehörten seit dem 18. Jahrhundert zum russischen Zarenreich. Die Entwicklung der Autonomie- und später Unabhängigkeitsbestrebungen wurde wesentlich durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, der russischen Februarrevolution von 1917 und der Oktoberrevolution von 1917 beeinflußt, in deren Ergebnis das kaiserliche Deutschland und das zaristische Rußland zusammenbrachen. Die baltischen Gebiete gerieten abwechselnd unter deutsche und russische Besetzung und Herrschaft, was schließlich zum Streben nach Unabhängigkeit führte.

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Notes

  1. 1.
    Vgl. Wittram, Die taltische Frage als Problem der Russischen Provisorischen Regierung, in: von Hehn/von Rimscha/Weiss (Hrsg.), Von den baltischen Provinzen zu den baltischen Staaten, S. 88.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Sedych, Estland, S. 7.Google Scholar
  3. 3.
    Die 62 Plätze des Landtages waren von Vertretern folgender Parteien eingenommen worden: Bolschewiken 5, Estnische Sozialdemokraten (früher Menschewiken) 9, Estnische Sozialrevolutionäre 8, Arbeiterpartei 11, Demokraten 7, Radikale Demokraten 4, Agrarliga 13, deutsche und schwedische Minderheiten 2, Parteilose 3. Vgl. Raun, Estonia and the Estonians, S. 100.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Rutenberg, Die baltischen Staaten und das Völkerrecht, S. 24.Google Scholar
  5. 5.
    Lenin und Stalin haben ihre Konzeption in verschiedenen Aufsätzen und Werken dargelegt. Die wichtigsten Aussagen wurden von Meissner dokumentarisch wiedergegeben in: Meissner, Sowjetunion und Selbstbestimmungsrecht, S. 151 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Abgedruckt in: Istorija Sovetskoj Konstitucii, S. 19; deutsche Übersetzung in: Achapkin (Hrsg.), Wladimir Uljanow Lenin, S. 35 f.; vgl. hierzu: Meder, Das Sowjetrecht, S. 40.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Raun (Anm. 3), S. 104.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Meissner, Paltic States, in: EPIL, 1 (1992), S. 330.Google Scholar
  9. 9.
    RT, 1918, Nr. 1; englische Übersetzung in: Rei, Nazi-Soviet Conspiracy and the Baltic States, No. 6, S. 23 f. Dort heißt es: „As from today, Estonia in her historical and ethnic frontiers is declared to be an independent democratic Republic.“Google Scholar
  10. 10.
    CTS, vol. 223, p. 97; RGBl. 1918, 480.Google Scholar
  11. 11.
    Abgedruckt in: Rei (Anm. 9), No. 7, S. 24 f. Art. 7 lautet: „Russia, taking account of the condition at present existing in Estonia and Livonia, renounces sovereignty over these regions, as well as all interference in their internal affairs. Their future fate shall be decided in agreement with their inhabitants.“Google Scholar
  12. 12.
    LNTS, vol. 11, p. 29, abgedruckt in: Freund, Rußlands Friedens-und Handelsverträge 1918/23, S. 45.Google Scholar
  13. 13.
    Art. II lautet: „Ausgehend von dem von der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik verkündeten Rechte aller Völker auf freie Selbstbestimmung bis zur vollständigen Trennung vom Staate, zu deren Bestände sie gehören, erkennt Ruβland unbedingt die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Estnischen Staates an und verzichtet freiwillig und für ewige Zeiten auf alle Souveränitätsrechte, die Ruβland hinsichtlich des estnischen Volkes und Landes kraft der früheren Rechtsordnung und auf Grund internationaler Verträge zustanden, die in dem hier bezeichneten Sinne för die Zukunft ihre Kraft Verlierern Aus der früheren Zugehörigkeit zu Rußland erwachsen für das estnische Volk und Land keinerlei Verpflichtungen gegenüber Ruβland.“Google Scholar
  14. 14.
    CTS, vol. 225, p. 188; RGBl: 1919, 687.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Meissner (Anm. 8), S. 331.Google Scholar
  16. 16.
    In der Literatur auch als Molotow-Ribbentrop-Pakt bezeichnet. Ausführlich zu den Verhandlungen und ihren Hintergründen vgl. Repecka, Der gegenwärtige völkerrechtliche Status der baltischen Staaten unter besonderer Berücksichtigung der diplomatischen Vorgeschichte der Eingliederung dieser Staaten in die Sowjetunion, S. 49 ff.; Fabry, Der Hitler-Stalin-Pakt 1939–1941, S. 71 ff.; Rosenbusch/Schützler/Striegnitz, Schauplatz Baltikum, S. 8 ff. Eine ausführliche rechtliche Würdigung des Hitler-Stalin-Paktes bei Gornig, Der Hitler-Stalin-Pakt — Eine rechtliche Würdigung-, in: ROW, 37 (1989) 7, S. 395 ff.Google Scholar
  17. 17.
    Text des Nichtangriffsvertrages, in: RGBl. 1939 II, 968; Text des geheimen Zusatzprotokolls abgedruckt in: Seidl, Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion 1939–1941, S. 90 f.Google Scholar
  18. 18.
    Text des Grenz-und Freundschaftsvertrages, in: RGBL 1940 II, 4; Text des geheimen Zusatzprotokolis abgedruckt in: Seidl (Anm. 17), S. 125.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Meissner, 40 Jahre Besetzung und Annexion der baltischen Staaten durch die Sowjetunion, in: Jahrbuch les baltischen Deutschtums, 28 (1981), S. 176.Google Scholar
  20. 20.
    Abgedruckt in: Seidl (Anm. 17) S. 126.Google Scholar
  21. 21.
    Im geheimen ZP vom 23. August 1939 heißt es: „1. Für den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung in den zu den basischen Staaten (Finnland, Estland, Lettland, Litauen) gehörenden Gebieten bildet die nördliche Grenze Litauens zugleich die Grenze der Interessensphären Deutschlands und der UdSSR.…“ Ziff. 1 wurde durch das Geheime ZP vom 28. September 1939 „dahin abgeändert, daß das Gebiet des Litauischen Staates in die Interessensphäre der UdSSR fallt, weil andererseits … (polnische) Woywodschaft(en) in die Interessensphäre Deutschlands fallen.“Google Scholar
  22. 22.
    Zur völkerrechtlichen Beurteilung der deutsch-sowjetischen Interessenabgrenzung vgl. Meissner, Die Sowjetunion, die baltischen Staaten und das Völkerrecht, S. 181 ff.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. hierzu grundlegend Baade, Intertemporales Völkerrecht, in: JflR, 7 (1956), S. 229 ff.Google Scholar
  24. 24.
    RGBl. 1919,717. Art. 10 lautet: „Die Bundesmitglieder verpflichten sich, die Unversehrtheit des Gebiets und die bestehende politische Unabhängigkeit aller Bundesmitglieder zu achten und gegen jeden äußeren Angriff zu wahren….“Google Scholar
  25. 25.
    Wegen der Auslösung des russisch-finnischen Winterkrieges von 1939/40 wurde die Sowjetunion 1940 aus dem Völkerbund wieder ausgeschlossen. Vgl. Epping, Internationale Organisationen, in: Ipsen, Völkerrecht, Rdnr. 18, S. 353.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Verdross, Völkerrecht, S. 200 ff.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. ebenda, S. 202 f.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Gornig (Anm. 16), S. 403.Google Scholar
  29. 29.
    LNTS, vol. 94, p. 57 ff., abgedruckt in: Bruns (Hrsg.), Politische Verträge, S. 248 ff.; RGBl. 1929 11,97. In Art. I heißt es: „ The Contracting Parties solemnly declare … that they condemn recourse to war for the solution of international controversies, and renounce it as an instrument of national policy in their relations with one another.“Google Scholar
  30. 30.
    Durch das „Litwinow-Protokoll“ vom 9. Februar 1929 wurde der Briand-Kellogg-Pakt zwischen der Sowjetunion und Estland sowie anderen Staaten vorzeitig in Kraft gesetzt. Vgl. hierzu Hartlieb, Das politische Vertragssystem der Sowjetunion 1920–1935, S. 50 ff.; Text des Litwinow-Protokolls abgedruckt in: Bruns (Hrsg.) (Anm. 29), S. 271 ff.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. Schweisfurth, Ausgewählte Fragen der Staatensukzession im Kontext der Auflösung der UdSSR, in: AVR, 32 (1994), S. 100.Google Scholar
  32. 32.
    Abgedruckt in: Bruns (Hrsg.) (Anm. 29), S. 314 ff. Art. 1 lautet: „Chacune des Hautes Parties contractantes garantit à l’autre Partie l’intégrité des frontières existant entre elles, telles qu’ elles out été fixées par le Traité de paix signé le 2 février 1920, et s’engage à s’abstenir de tout acte d’agression ainsi que de toutes mesures de violence dirigées contre l’intégrité et l’inviolabilité du territoire ou contre l’indépendance politique de l’autre Partie contractante, qu’un tel acte d’agression ou que de telles mesures soient entrepris individuellement ou en commun avec d’autres Puissances, avec ou sans déclaration de guerre.“ Zum Nichtangriffsvertrag der Sowjetunion mit Estland vgl. Hartlieb (Anm. 30), S. 88, 131 ff. Der Palt wurde 1937 erneuert, so daß er 1939/40 in Kraft war. Vgl. Gornig, Hitler-Stalin-Pakt. Eins völkerrechtliche Studie, S. 78 ff.Google Scholar
  33. 33.
    LNTS, vol. 131, p. 309 ff:; englische Übersetzung in: Rei (Anm. 9), No. 16, S. 31 f.Google Scholar
  34. 34.
    LNTS, vol. 147, p. 67 ff., abgedruckt in: ZaöRV, IV (1934), S. 115 ff.Google Scholar
  35. 35.
    Nach Art. II fallen folgende Handlungen unter eine Aggression: „1. Kriegserklärung an einen anderen Staat; 2. Invasion (der) Streitkräfte, auch ohne Kriegserklärung, in das Territorium eines anderen Staates; 3. Angriff seiner Land-, See-und Luftstreitkräfte, auch ohne Kriegserklärung, auf das Territorium, die Schiffe oder Flugzeuge eines anderen Staates; 4. Seeblockade … 5. Unterstützung der bewaffneten Banden ….“Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. Verdross (Anm. 26), S. 97.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Rapoport, Susnost sovremennogo meždunarodnogo prava, in: SGP (1940) 5-6, S. 153.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. Gornig (Anm. 16), S. 407.Google Scholar
  39. 39.
    Zur Vorgeschichte des Beistandspaktes vgl. Repecka (Anm. 16), S. 36 ff.; Meissner (Anm. 22), S. 57 ff.Google Scholar
  40. 40.
    Die Sowjetunion war um die außenpolitische Lage der drei baltischen Staaten vor allem aus Gründen ihrer Selbstverteidigung und-erhaltung besorgt. Beunruhigend war für sie die Flucht des nach dem estnischen „Gesetz über die Neutralität“ vom 3. Dezember 1938 internierten polnischen U-Bootes „Orzel“ aus dem Revaler Hafen. Zur sowjetischen Darstellung vgl. Levin, Razvitie sovetskoj gosudarstvennosti v Èstonii, S. 45; Text des Neutralitätsgesetzes in: RT, 1938, Nr. 99, Pos. 860; deutsche Übersetzung in: ZaöRV, IX (1939/40), S. 172 ff.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. Laar/Valk/Vahtre, Očerkiistorii èstonskogo naroda, S. 153.Google Scholar
  42. 42.
    V SSSR, 1939, Nr. 37; deutsche Übersetzung in: ZaöRV, IX (1939/40), S. 925 f.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. Meissner (Anm. 19), S. 177.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. Verdross (Anm. 26), S. 88.Google Scholar
  45. 45.
    Abgedruckt in: Langer, Seizure of Territory, S. 58.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. Reinkemeyer, Völkerrechtsauffassung, sowjetische, in: Strupp/Schlochauer, Wörterbuch des Völkerrechts, S. 663.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. Schweisfurth, Der internationale Vertrag in der modernen sowjetischen Völkerrechtstheorie, S. 209.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. Meissner (Anm. 22), S. 188.Google Scholar
  49. 49.
    Aber gerade das Nichtbestehen eines funktionierenden Sicherheitssystems wird als eine Ursache für den Verlust der staatlichen Unabhängigkeit gewertet. So Loeber, Die Staatsverträge der baltischen Staaten mit Rußland von 1920 und 1991, in: Sprudzs (Hrsg.), The Baltic Path to Independence, S. 371.Google Scholar
  50. 50.
    Englische Übersetzung in: Rei (Anm. 9), No. 41, S. 46 f.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. Orally Transmitted Part of Ultimatum, englische Übersetzung in: ebenda, No. 42, S. 47.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. Meder, Werdegang und Ende der baltischen Staaten, in: ZOR.NF, 7 (1940/41), S. 143.Google Scholar
  53. 53.
    Obwohl Mitglieder der ehemaligen Regierung Estlands ins Ausland geflüchtet waren, haben sie keine Exilregierung gegründet. Vgl. Baade, Baltische Staaten, in: Strupp/ Schlochauer, Wörterbuch des Völkerrechts, S. 149.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. Meder (Anm. 52), S. 144.Google Scholar
  55. 55.
    Das Ultimatum ist eine eindeutige, letztmalige Mitteilung eines oder mehrerer Staaten an einen anderen Staat, die meist Fragen oder Forderungen enthält; dieser Mitteilung muß beigefügt sein eme Fristsetzung zur Stellungnahme bzw. Erfüllung sowie eine Androhung des Verhaltens des Absendesfaates im Ablehnungsfalle.“ Asbeck, Das Ultimatum im modernen Völkerrecht, S. 12.Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. ebenda, S. 30, 34 f.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. ebenda, S. 25.Google Scholar
  58. 58.
    Abs. 3, Halbsatz 2 lautet: „…that any signatory Power which shall hereafter seek to promote its national interests by resort to war should be denied the benefits furnished by this Treaty;“.Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. Asbeck (Anm. 55), S. 55.Google Scholar
  60. 60.
    Zur Völkerrechtswidrigkeit der sowjetischen Forderungen vgl. auch Meissner (Anm. 22), S. 195.Google Scholar
  61. 61.
    Vgl. ebenda, S. 84 ff. Die Ergebnisse der „Scheinwahlen“ sollen von der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS bereits zwölf Stunden vor dem Beginn der Stimmenauszählung in Estland bekanntgegeben worden sein. Vgl. Levits, Die Entwicklung seit 1940, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, S. 8.Google Scholar
  62. 62.
    Nach sowjetischer Darstellung lag die Wahlbeteiligung bei 84,1% wobei die Wahlliste des „Verbandes des werktätigen Volkes“ 92,8% der Stimmen auf sich vereinigt hatte. Die angeblichen Ergebnisse der Wahlen in: Levin (Anm. 40), S. 51.Google Scholar
  63. 63.
    Am 4. Juli 1940 wurde das Verbot der Kommunistischen Partei von 1924 aufgehoben. Die Zahl ihrer Mitglieder stieg von 1.344 im September 1940 auf 3.732 im Juni 1941. Vgl. hierzu Laar/Valk/Vahtre (Anm. 41), S. 162.Google Scholar
  64. 64.
    RT, 1940, Nr. 74, Pos. 733; deutsche Übersetzung in: Meissner (Anm. 22), S. 88 f.Google Scholar
  65. 65.
    RT, 1940, Nr. 76, Pos. 743; deutsche Übersetzung in: Meissner (Anm. 22), S. 89 f.Google Scholar
  66. 66.
    Die Abgeordnetenkammer und der Staatsrat bildeten die zwei Kammern der Staatsversammlung, die mit dem Staatspräsidenten und der von ihm ernannten Staatsregierung zu den wichtigsten Staatsorganen zählte. Das Zweikammersystem wurde durch die Verfassung von 1937 eingeführt Vgl. Meder, Die Verfassung Estlands vom 17. August 1937, in: ZOR.NF, 4 (1937) 4, S. 207.Google Scholar
  67. 67.
    Vgl. Uibopuu, Die völkerrechtliche Stellung der baltischen Staaten, S. 16.Google Scholar
  68. 68.
    Vgl. Garanin, Völkerrecht, S. 53; Barsegov, Territorija v meždunarodnom prave, S. 88; Starusenko, Princip samoopredelenija narodov i nacij vo vnešnej politike sovetskogo gosudarstva, S. 99.Google Scholar
  69. 69.
    Abgedruckt in: Istorija Sovetskoj Konstitucii, S. 345; deutsche Übersetzung in: Roggemann, Die Staatsordnung der Sowjetunion, S. 89 ff.Google Scholar
  70. 70.
    Sedych (Anm. 2), S. 113 f.Google Scholar
  71. 71.
    ESSR wurde auf estnisch mit ENSV abgekürzt. Die Gegner der neuen Regierung deuteten diese Abkürzung als enne nälg, siis viletsus (zuerst Hunger, dann Armut).Google Scholar
  72. 72.
    V SSSR, 1940, Nr. 28; deutsche Übersetzung in: ZOR.NF, 7 (1940/41), S. 182 f.Google Scholar
  73. 73.
    Die „Eingliederung“ Estlands in die UdSSR erfolgte nicht auf der Grundlage eines Unionsvertrages wie der völkerrechtliche Vertrag über die Bildung der UdSSR vom 30. Dezember 1922 zwischen der RSFSR, der Ukrainischen SSR, der Weißrussischen SSR und der Transkaukasischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik. Mit Datum vom 7. August 1940 wurde das „Gesetz zur Abänderung und Ergänzung der Art. 13, 23 und 48 der Verfassung der UdSSR“ angenommen. Zusammen mit der ESSR wurden die Litauische SSR, die Lettische SSR und die Moldauische SSR in die UdSSR aufgenommen. Text des Gesetzes in: V SSSR vom 22. August 1940, Nr. 28; deutsche Übersetzung in: ZOR.NF, 7 (1940/41), S. 183.Google Scholar
  74. 74.
    Zur rechtlichen Beurteilung der Einverleibung Estlands in die UdSSR vgl. Uibopuu, Die Verfassungs-und Rechtsentwicklung der baltischen Staaten 1988–1990, S. 33 fGoogle Scholar
  75. 75.
    Vgl. Jennings/Watts (eds.), Oppenheim’s International Law, § 75, S. 248.Google Scholar
  76. 76.
    RT, 1937, Nr. 71; deutsche Übersetzung in: Staats-und Verwaltungsrecht. Estland, in: ZaöRV, 8(1938), S. 544.Google Scholar
  77. 77.
    Vgl. Meissner (Anm. 22), S. 248.Google Scholar
  78. 78.
    § 101 der Verfassung von 1937 lautete: „Der Präsident der Republik schließt und ratifiziert Verträge mit auswärtigen Staaten.“Google Scholar
  79. 79.
    In § 102 der Verfassung von 1937 hieß es: „Die Bestätigung der völkerrechtlichen Verträge erfolgt durch einen diesbezüglichen Beschluß der Staatsversammlung …“Google Scholar
  80. 80.
    Vgl. Meissner (Anm. 22), S. 248 ff.Google Scholar
  81. 81.
    Vgl. Bindscheller, Annexation, in: EPIL, 1 (1992), S. 168 f.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. Epping (Anm. 25), Rdnr. 5, S. 364.Google Scholar
  83. 83.
    Vgl. Fischer, Friedenssicherung und friedliche Streitbeilegung, in: Ipsen, Völkerrecht, Rdnr. 7, S. 877.Google Scholar
  84. 84.
    Vgl. Gloria, Der Staat im Völkerrecht, in: Ipsen, Völkerrecht, Rdnr. 43, S. 268.Google Scholar
  85. 85.
    Vgl. z.B. Asbeck (Anm. 55), S. 54; Oppenheim, International Law, S. 184.Google Scholar
  86. 86.
    Vgl. Tunkin, Das Völkerrecht der Gegenwart, S. 79 f.Google Scholar
  87. 87.
    Vgl. Lenin, Dekret über den Frieden, S. 240; Barsegov (Anm. 68), S. 77.Google Scholar
  88. 88.
    Abgedruckt in: Langer (Anm. 45), S. 62 f.Google Scholar
  89. 89.
    Vgl. Verdross (Anm 26), S. 88.Google Scholar
  90. 90.
    Vgl. Gloria (Anm. 84), Rdnr. 45 f., S. 269 f.Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. hierzu Baade (Anm. 53), S. 149.Google Scholar
  92. 92.
    Šilde, „Im Namen der Weltrevolution“, in: AB, XXIII (1983), S. 102.Google Scholar
  93. 93.
    Vgl. Laar/Valk/Vahtre (Anm. 41), S. 164.Google Scholar
  94. 94.
    Vgl. ebenda, S. 190 ff.Google Scholar
  95. 95.
    Von Sommer 1941 bis Januar 1944 war Estland von deutschen Truppen besetzt.Google Scholar
  96. 96.
    Zur Russifizierang vgl. Bukšs, Die Russifizierung in den baltischen Ländern, S. 163 ff.Google Scholar
  97. 97.
    Vgl. Pullerits, The Estonian Year-book 1927, S. 13; Statistical Office of Estonia, Statistical Yearbook of Estonia, S. 55.Google Scholar
  98. 98.
    Vgl. Stalin, Über die politischen Aufgaben der Universität der Völker des Ostens, in: Stalin, Werke Bd. 7, S. 119.Google Scholar
  99. 99.
    Vgl. Feldbrugge, Art. 36, in: Fincke (Redigiert), Handbuch der Sowjetverfassung, Rdnr. 24 ff., S. 4631Google Scholar
  100. 100.
    Vgl. hierzu Kapitel 2 C. I. 1.Google Scholar
  101. 101.
    Deutsche Übersetzung in Fincke (Redigiert) (Anm. 99).Google Scholar
  102. 102.
    Vgl. XXIV. Parteitag der KPdSU, Moskau 1971, S. 3 ff.Google Scholar
  103. 103.
    Pkt. (V) Abs. 4 der Präambel lautete: „Dies ist eine Gesellschaft …, in der auf der Grundlage der Annäherung aller Klassen und sozialen Schichten, der juristischen und tatsächlichen Gleichheit aller Nationen und Völkerschaften … eine neue historische Menschengemeinschaft entstanden ist: das Sowjetvolk.“Google Scholar
  104. 104.
    Vgl. Feldbrugge (Anm. 99), Rdnr. 36, S. 466.Google Scholar
  105. 105.
    Vgl. ebenda, Rdnr. 35, S. 466.Google Scholar
  106. 106.
    Deutsche Übersetzung in: Gelseimdekret aus Moskau über die Russifizierung der Unionsrepubliken mit nationaler Minderheitenbevölkerung, in: AB, XXII (1982), S. 40 ff.Google Scholar
  107. 107.
    Vgl. Halbach, Ethnische Beziehungen in der Sowjetunion und nationale Bewußtseinsprozesse bei Nichtrussen, S. 7.Google Scholar
  108. 108.
    Die „Perestrojka“ umfaßte die Reform des Wirtschaftssystems, des politischen Systems, des Rechts und der Nationalitätenpolitik. Die „Glasnost“ bedeutete eine neue Informationspolitik. Vgl. Leonhard, Sowjetreformen: Ergebnisse, Probleme, Perspektiven, S. 16 f.Google Scholar
  109. 109.
    Vgl. Simon, Die Desintegration der Sowjetunion durch die Nationen und Republiken, S. 14.Google Scholar
  110. 110.
    Nach der 1. Verfassungsrevision vom l Dezember 1988 substituierte der Kongreß der Volksdeputierten den Obersten Sowjet der UdSSR. Zur Verfassungsreform vgl. Schweisfurth, Perestrojka durch Staatsrecht. Die erste Etappe der Reform des politischen Systems der sowjetischen Gesellschaft durch die Verfassungsrevision vom 1. Dezember 1988, in: ZaöRV, 49 (1989) 4, S. 711 ff.Google Scholar
  111. 111.
    V SSSR 1989, Nr. 29, Pos. 579; deutsche Übersetzung in: Benz, 50 Jahre danach, in: AB, XXVII (1989), Dok. 6, S. 50 ff.Google Scholar
  112. 112.
    Vgl. hierzu Loeber, Volksdeputiertenkongreß in Moskau erklärt Geheimprotokolle des Hitler-Stalin-Parts für ungültig, in: Baltica, (1990) 1, S. 31 ff Über die politische und rechtliche Bewertung des sowjetisch-deutschen Nichtangriffsvertrages von 1939, in: Materialien des II. Kongresses der Volksdeputierten der UdSSR, Dezember 1989, Moskau 1990, S. 23 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Carmen Thiele
    • 1
  1. 1.Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)Frankfurt (Oder)Germany

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