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Der Fehlerbegriff als zentraler Bestandteil der Entwicklungsrisiko-Problematik

  • Frank Kühn-Gerhard

Zusammenfassung

Die Haftung des Herstellers für Entwicklungsrisiken, d.h. für Folgeschäden, die aus einem fehlerhaften Produkt (= Produktfehler) resultieren, ist nach § 1 II Nr.5 ProdHaftG ausgeschlossen, soweit der schadensverursachende Fehler zum Zeitpunkt der Produktinverkehrgabe objektiv nicht erkannt werden konnte. Hiermit wird die Zentralität des Fehlerbegriffs unmittelbar verdeutlicht, obgleich bereits § 1 I S.1 ProdHaftG den „Fehler eines Produktes“ als zentrale Kategorie der Herstellerhaftung nach dem ProdHaftG konstituiert.98 In § 823 I BGB als dem verschuldensabhängigen Pendant der verschuldensunabhängigen Produkthaftung nach § 1 ProdHaftG findet sich ein Fehlerbegriff in der soeben vorgefundenen Zentralität insofern nicht, als im Deliktsrecht nicht für die Fehlerhaftigkeit eines Produktes, sondern für ein fehlerhaftes Verhalten (= Verhaltensfehler) gehaftet wird. Dieser Umstand darf jedoch nicht dahingehend verstanden werden, daß der Fehlerbegriff für das Deliktsrecht nur minder bedeutsam ist. Die weiteren Ausführungen werden genau das Gegenteil zeigen. Zudem ist in den bisherigen Ausführungen verschiedentlich der Fehlerbegriff verwendet worden, ohne näher auf ihn einzugehen. Diese Umstände erfordern eine eingehendere Betrachtung dieses Begriffs. Hierbei bleibt der vertragsrechtliche Fehlerbegriff im Kontext der Entwicklungsrisiko-Problematik unberücksichtigt.99

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • Frank Kühn-Gerhard
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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