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Entwicklung des Beteiligunsmarktes in der Bundesrepublik Deutschland

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Part of the Technik, Wirtschaft und Politik book series (TECH.WIRTSCHAFT, volume 4)

Zusammenfassung

Die rückläufige Tendenz der ohnehin geringen Eigenkapitalausstattung kleiner und mittlerer Unternehmen („Eigenkapitallücke“) sowie die hohe Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, deren Finanzierung nicht ausreichend gesichert erschien, waren Auslöser für die Entwicklung des deutschen Beteiligungsmarktes seit den sechziger Jahren. Die gegenwärtige Situation dieses Marktes wird von der Nachfrage- und Angebotsseite ganz unterschiedlich eingeschätzt. Anbieter von Beteiligungskapital sprechen von einem Angebotsüberhang: Für ausreichend vorhandenes Kapital fehle es an geeigneten Investitionsgelegenheiten. Viele mittelständische Unternehmen und vor allem Neugründungen klagen dagegen über einen Angebotsengpaß an Kapital zu akzeptablen Konditionen. Diese behauptete Diskrepanz wird als Marktversagen auf dem privaten Kapitalmarkt interpretiert, verbunden mit der Forderung an staatliche Instanzen, kompensierend in das Marktgeschehen einzugreifen (z.B. Gerybadze, Müller 1990).

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Literatur

  1. 1).
    Auf ihm ist der Handel mit Finanzierungskontrakten nicht organisiert und daher indizieren keine allgemein bekannten Preise oder Kurse die Qualität von Investitionsprojekten. Finanzierungsbeziehungen kommen auf Basis zufälliger, persönlicher Kontakte direkt zwischen Kapitalgebem und-nehmern zustande. Die Informationen über Kapitalnachfrager beruhen i.d.R. auf Insider-Kenntnissen, die in hohem Maße durch subjektive Einschätzungen geprägt werden. Die geringe Markttransparenz führt zu erheblichen Such-und Informationskosten mit der Gefahr, daß Renditen unter das Niveau auf dem organisierten Kapitalmarkt fallen.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. u.a. Drukarczyk (1991), S. 160 ff., Büschgen (1985a), S. 222, Pütz, Willgerodt (1985), S. 9 ff.Google Scholar
  3. 1).
    Sie erzielte beim Desinvestment ihrer Anteile, für die sie 60.000 $ zahlte, einen Erlös von 400 Mio. $.Google Scholar
  4. 2).
    Zitiert in BVK (1993). Es zeigt die Entwicklung der amerikanischen Venture-Capital-Industrie in den 80er Jahren und im Übergang zu den 90er Jahren. Auf dieser Quelle basieren die nachfolgenden Angaben zum amerikanischen Venture-Capital-Markt.Google Scholar
  5. 3).
    Sie dürfen seit Mitte der siebziger Jahre bis zu fünf Prozent ihres jeweiligen Kapitals in Venture-Capital-Fonds investieren. Von den Pensionsfonds kommt ein Drittel des gesamten Venture Capitals.Google Scholar
  6. 1).
    Die verfolgten nichtfinanziellen Ziele sind z.B.:–Einblick in neue Produkte, Technologien und Märkte (Schaffung eines sogenanntes „window on technology“):–Identifizierung und Heranziehung potentieller Akquisitionsunternehmen für das eigene Wachstum und Diversifikation,–Gewinnung neuer Zulieferer, Abnehmer oder Kooperationspartner.Google Scholar
  7. 2).
    Sie basieren auf dem Small Business Investment Company Act von 1958. Zwischen 1960 und 1962 entstanden 585 solcher staatlich geförderten privaten Beteiligungsgesellschaften. Sie verfügen überwiegend über relativ kleine Fonds. Vgl. BVK (1993), S. 2.Google Scholar
  8. 3).
    Die folgenden Ausführungen basieren auf Mayer, Müller (1991), Gerybadze, Müller (1990) und Bachelier, Mayer (1990).Google Scholar
  9. 1).
    Eine geringe quantitative Stimulanz hat bislang das Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) (seit 1987 in Kraft). Es ermöglicht nicht-börsennotierten mittelständischen Unternehmen den indirekten Zugang zum organisierten Markt und damit eine Verbesserung ihrer Außenfinanzierungsmöglichkeiten sowie die mittelbare Beteiligung eines breiten Anlegerpublikums an mittelständischen Unternehmen. Bei nach diesem Gesetz konzipierten Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBG) handelt es sich im Prinzip um KBG im klassischen Sinne, die sich vor allem bzgl. der Refinanzierung, Rechtsform und Besteuerung von anderen Varianten unterscheiden. Als börsennotierte Aktiengesellschaften stellen sie einen Intermediär auch für Beteiligungen an risiko-und chancenreichen, innovativen (Portfolio-) Unternehmen dar. Sie können sich aber nicht nur über institutionelle Anleger, sondern auch über Kleinanleger refinanzieren. UBG können wie andere KBG die gesamte Breite von Eigenkapitalbeteiligungen abdecken und unterschiedliche Beteiligungspolitiken verfolgen. Wir fassen sie daher nicht als eigenständigen Typ auf.Google Scholar
  10. 2).
    Bereits Anfang der sechziger Jahre erfolgten erste Vorschläge für eine eigenständige Kapitalbeteiligung, die unabhängig vom Kreditgeschäft betrieben werden sollte. Vgl. z.B. den Vorschlag von Persé (1962), in Anlehnung an die Struktur von Investmentfonds Beteiligungsgesellschaften als „Partner-Investmentgesellschaften“ zu gestalten.Google Scholar
  11. 3).
    Zu den Erfahrungen und Ergebnisse der als Modellvorhaben konzipierten WFG vgl. Mayer, Müller (1991).Google Scholar
  12. 4).
    Z.B. Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH (1965), Allgemeine Kapitalunion GmbH & Co. KG (1966) und Beteiligungsgesellschaft für die deutsche Wirtschaft mbH (1969). Daneben wurden weitere KBG von einzelnen Kreditinstituten gegründet.Google Scholar
  13. 5).
    Vgl. Auch Büschgen (1985b), S. 284 ff.; Grisebach (1989), S. 96 ff.Google Scholar
  14. 1).
    Deren Bedeutung ergibt sich aus ihrem Anlagevermögen (Kapitalanlagebestand: 1990 ca. 710 Mrd. DM. Sie unterliegen den Kapitalanlagevorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Hinsichtlich der Vergabe von Beteiligungskapital war es Versicherungen bis 1967 nur erlaubt, bis zu 25 Prozent des gebundenen Vermögens in börsenzugelassene Aktien zu investieren. Für Risikokapitalfinanzierungen blieb nur das sogenannte freie Vermögen, was in etwa mit dem Eigenkapital der Gesellschaft identisch ist. Erst seit der Änderung des § 54 VAG 1987 ist es ihnen (in begrenztem Umfang) möglich, sich sowohl direkt als auch indirekt an der Risikokapitalfinanzierung zu beteiligen. Durch die Änderung des § 54 VAG durch das Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für institutionelle Anleger wurde der Anlagekatalog für das gebundene Vermögen um nicht börsennotierte Aktien erweitert. Weiterhin dürfen Versicherungen GmbH-und Kommandit-anteile sowie stille Beteiligungen halten; diese dürfen jedoch fünf Prozent des gebundenen Vermögens nicht übersteigen. Vgl. Grisebach (1989), S. 106 fGoogle Scholar
  15. 2).
    Z. B. Hannover Finanz GmbH (1979, Tochtergesellschaft des Haftpflichtverbandes der deutschen Industrie), Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Deutschen Versicherungswirtschaft (KDV) (1984, 103 Versicherungsgesellschaften mit einem Kapitalvolumen von 100 Mio. DM).Google Scholar
  16. 3).
    1989 entfielen auf Beteiligungen der Kapitalanlagen von Versicherungen nur vier Prozent vom Gesamtvolumen. Darin enthalten sind auch alle bereits direkt gehaltenen Beteiligungen an anderen Unternehmen. Vgl. Die deutsche Versicherungswirtschaft. Jahrbuch (1990).Google Scholar
  17. 1).
    Vgl. auch Freyer (1981), S. 39 ff.Google Scholar
  18. 2).
    Da sich die MBG überwiegend durch Förderprogramme des Bundes und der Länder refinanzieren, werden ihre Beteiligungskonditionen im wesentlichen durch deren Modalitäten bzgl. Beteiligungsbetrag, Alter des Unternehmens, Beteiligungsform, Entgeltregelungen und Rückzahlungszeitpunkte bestimmt.Google Scholar
  19. 3).
    Siehe dazu Mayer, Müller (1991).Google Scholar
  20. 4).
    Ihr Interesse dabei ist weitgehend identisch mit den bereits geschilderten Zielen zur Gründung von KBG der Banken. Vgl. Büschgen (1985b), S. 285 ff.Google Scholar
  21. 1).
    Entnommen aus Harnischfeger, Kulicke, Wupperfeld (1992).Google Scholar
  22. 2).
    Quelle: BVK (1993). Dem Verband lagen neben den Informationen zu seinen 65 Mitgliedern auch einige Angaben zu 26 Nicht-Mitgliedern vor, die allerdings in der nachfolgenden Tabelle nicht enthalten sind, da eine entsprechende Aufgliederung fehlte.Google Scholar
  23. 1).
    Harrison (1990, S. 151 ff.) stellt in ihrer empirischen Untersuchung über die Entwicklung des deutschen Venture-Capital-Marktes eine hohe (horizontale) Konzentration fest, die jedoch seit Mitte der 80er Jahre eine nachlassende Tendenz aufweist. Danach kontrolliert rund ein Viertel der Unternehmen rund drei Viertel des Risikokapitalmarktes. Sie wählte allerdings eine andere definitorische Abgrenzungen der Untersuchungseinheiten als die vorliegende Untersuchung.Google Scholar
  24. 2).
    Die gegenüber der vorangegangenen Tabelle abweichende Anzahl einbezogener Gesellschaften erklärt sich aus der Tatsache, daß eine Reihe kleinerer, regionalbeschränkter und teilweise noch junger Beteiligungsgesellschaften nicht Mitglieder des BVK sind. Sie repräsentieren aber nur ein im Vergleich zum Gesamtvolumen des deutschen Beteiligungsmarktes geringes Fondsvolumen, so daß die Zahlen des BVK die Situation des Gesamtmarktes weitgehend repräsentativ wiedergeben.Google Scholar
  25. 3).
    Während das durchschnittliche Gesamtinvestment in ein Portfoliounternehmen 1983 noch bei 737 TDM lag, hat sich der entsprechende Wert 1989 mit 1.465 Mio. DM bereits verdoppelt, vgl. Schröder (1992), S. 26.Google Scholar
  26. 4).
    1990 stellten 60, 1991 65 Beteiligungsgesellschaften die Grundgesamtheit dar.Google Scholar
  27. 1).
    Vgl. dazu z.B. Gerybadze, Müller (1990), S. 3 ff.Google Scholar
  28. 1).
    Hinzu kommen noch 14 Kreditinstitute, die über partiarische Darlehen das Förderangebot des Modellversuchs BJTU nutzten. Sie können aber nicht als Teil des Beteiligungsmarktes angesehen werden. Mit diesen Kreditinstituten hat der Modellversuch BJTU zusätzliche Anbieter von risikotragendem Kapital stimuliert, die als Zielgruppe bei seinem Start als potentielle Nutzer der Fördermaßnahme nicht in Erwägung gezogen wurden. Sie finanzieren FuE-Aufwendungen bzw. schwerpunktmäßig die Markteinführung innovativer Produkte von JTU über partiarische Darlehen, d.h. eigenkapitalähnliche Darlehen. Unter Nutzung des Refinanzierungsmodells flossen auf diesem Wege mittlerweile 10,6 Mio. DM an JTU. Es ist gegenwärtig noch offen, inwieweit es sich dabei um ein dauerhaftes Engagement von Kreditinstituten handelt und ob nach dem Auslaufen des Modellversuchs BJTU andere Refinanzierungsquellen von diesen Instituten erschlossen werden können.Google Scholar
  29. 1).
    Sie konnten diese Erfahrungen schwerpunktmäßig als Mitarbeiter der in die Durchführung des Modellversuchs TOU eingeschalteten TBS sammeln.Google Scholar
  30. 1).
    Vgl. z.B. Warwick Business School, FhG-ISI (1992).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  1. 1.Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI)KarlsruheGermany

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