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Drogenkriminalität und Drogenprävention in Europa

  • Gerhard Bühringer
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Zusammenfassung

Der Beitrag führt zunächst in den komplexen Zusammenhang von Drogenkonsum und Drogenkriminalität ein, um anschließend die Präventionsstrategien zu erläutern. Die jeweilige Situation von Deutschland wird der von Europa gegenüber gestellt. Dabei wird deutlich, dass die Aussagekraft auf europäischer Ebene aufgrund der unterschiedlichen und zum Teil fehlenden Datenbasis sehr gering ist. Der Artikel erläutert zum einen Faktoren, die delinquentes Verhalten und Einnahme von Drogen auslösen und fordern, zum anderen stellt er gängige Hypothesen über den Zusammenhang von Drogenkonsum und Drogenkriminalität vor. Dabei ist die Wirkungsrichtung dieses Zusammenhangs nicht eindeutig und Delinquenz von Drogenkonsumenten kann nicht zwingend als drogenbezogene Delinquenz betrachtet werden. Vielmehr fördern soziale Störungen im Kindesalter antisoziales Verhalten im Erwachsenenalter. Strategien zur Drogenprävention in Europa können angebots-oder nachfrageorientiert sein. Wobei bei den Maßnahmen zur Reduktion des Drogenangebotes weniger Einheitlichkeit innerhalb der Länder existiert als bei den Maßnahmen zur Nachfragereduktion. Die möglichen Strategien werden vorgestellt, aber nicht evaluiert, sodass als Schlussfolgerung des Beitrags festgehalten werden kann, dass Drogenkonsum entweder Bestandteil oder Folge eines generell devianten Lebensstil ist und ausschließliche Maßnahmen zur Drogenprävention zu kurz greifen, wenn sie nicht an der Änderung der Ursachen des devianten Lebensstil ansetzen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

Authors and Affiliations

  • Gerhard Bühringer

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