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Schadstofffreisetzung aus Schwefelkiesabbränden am Standort Kelheim/Bayern

  • Ellen Clauß
  • Horst Pentinghaus
Part of the Geowissenschaften + Umwelt book series (GEOUMWELT)

Zusammenfassung

Schwefelkiesabbrände aus der Pyritröstung enthalten ca. 2–5 Gew. % mobilisierbare, ökotoxische Elemente. Zur Lokalisierung der Schadstoffquellen in Kiessabbränden und zur Beurteilung des von ihnen bei freier Lagerung ausgehenden Gefährdungspotentials ist die Kenntnis der mineralogischen Phasenzusammensetzung und des Gefüges notwendig. Hauptbestandteile sind Hämatit, Quarz und Gips.

Der Hauptanteil der ökotoxischen Elemente ist in Nebengemengteilen enthalten, deren Anreicherung und Abtrennung eine Wiedergewinnung erlauben würde. Magnet-, Schwere- oder Siebtrennung gelingen aber nur unvollständig. Verantwortlich dafür ist die hohe spezifische Oberfläche der Abbrände, die auf die kleinen Korngrößen und die meist schwammartige Ausbildung der Hämatitpartikel zurückzuführen ist. Daher wird an Trennverfahren gearbeitet, die vor der Sortierung eine Partikelseparation erlauben. Insbesondere der Eintrag von Ultraschallenergie wird z.Z. erprobt; die erzieiten Ergebnisse sind aber noch nicht befriedigend.

Über das Elutionsverhalten der Röstrückstände können Rückschlüsse auf die Schadstoffquellen gezogen werden. Gelöst werden hauptsächlich Gips und verschiedene Zink-, Eisen- und Aluminiumsulfate. Hohe Anteile an Mn, Cu, Mg, Ni, Co, Pb und geringe Anteile an Cd, Cr und As wurden ebenfalls mobilisiert. Als Quellen für diese Schwermetalle kommen hauptsächlich hydrolysierende Sulfate in Frage. Das für die Freisetzung der Schadstoffe abzuleitende Modell soll auf verschiedene Standorte übertragen werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • Ellen Clauß
  • Horst Pentinghaus

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